Dollar-Käufe wurden gestern wieder aufgenommen, nachdem die US-Aktienmärkte etwas abrutschten und die US-Wirtschaft mit positiven Produktionszahlen überraschte. Anleger verteilen ihre Positionen entsprechend. In den nächsten Tagen wird eine Menge wichtiger Wirtschaftsdaten erwartet, die die Preisvolatilität auf den Märkten erhöhen soll.
Wirtschafts News
USD
Dollar kommt zum ersten Mal in drei Tagen wieder auf die Beine
Die US-amerikanische Währung konnte am Dienstag Boden gegenüber dem EUR gutmachen und einen Teil ihrer Verluste gegen die übrigen Hauptwährungen zurückgewinnen. Diese Entwicklung zeichnete sich ab, nachdem die Aktienmärkte zuvor abrutschten und der Bericht des ISM (Institut für Versorgungsmanagement) verdeutlichte, dass die US-Wirtschaft in einem langsameren Tempo schrumpfe als im vergangenen Monat. Der ISM-Einkaufsmanagerindex, Dienstleistungen, kletterte bis auf 43,7 im Monat April, was die Analysten überraschte. Bei seiner Vormessung lag der Index bei 40,8. Dies war das beste Ergebnis seit vergangenem Oktober. Des Weiteren begannen Händler, ihre EUR-Anlagen zu verkaufen. Die europäische Währung hatte zunächst einen neuen Rekordstand dieses Monats bei $1,3440 erreicht. Unter den Marktteilnehmer verbreitet sich jedoch Unsicherheit in Bezug auf den bevorstehenden Leitzinsentscheid der EZB sowie den Stresstest-Ergebnissen der US-Banken. Der USD kletterte um 0,8% auf $1,3280 pro EUR von zuvor $1,3406. Zum Yen stieg der Dollar ebenfalls: um 0,2% von 98,80 auf 98,97. Darüber hinaus stieg der Dollar in seinem Wert zum EUR, nachdem nach Einschätzung des Vorsitzenden der US-Notenbank, Ben Bernanke, vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss von Senat und Repräsentantenhaus, dass sich der Rückgang wirtschaftlicher Aktivität bereits verlangsame und es Hinweise auf eine Stabilisierung der Konjunktur gäbe. Laut Bernanke soll die US-Wirtschaft zum Ende des Jahres, dank steigender Konsumausgaben, einer Stabilisierung des Immobilienmarktes sowie der Lagerbestände von Unternehmen, wieder eine positive Entwicklung erfahren. In den vergangenen 4 Wochen war der Dollar unter erheblichen Druck geraten. Die US-Währung wurde innerhalb einer Spanne von $1,2886 bis $1,35 pro EUR gehandelt. Nun scheint es, als hätte sich der USD wieder gefangen. Analysten gehen davon aus, dass der Dollar seinen Aufwärtstrend in nächster Zukunft fortsetzen und bis zum Ende des 2. Quartals bis auf $1,30 klettern könnte.
EUR
EZB-Leitzins auf Rekordtief
Die europäische Währung gab gestern leicht nach, nachdem diese im Monat April bereits ein neues Rekordhoch gegenüber dem Dollar erreicht hatte. Morgen wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine weitere Zinssenkung erwartet. Einige Marktteilnehmer geben an, dass sie sich im Vorfeld des Zinsentscheids von EZB und BoE vorsichtig verhalten und weniger risikobereit wären. Demnach musste die Währung der Eurozone gestern einige Kursverluste hinnehmen. Zusätzlich zu einer erneuten Leitzinssenkung, werden Trichets Aussagen zu den angekündigten „unkonventionellen Maßnahmen“ erwartet, nach denen die Laufzeit der Refinanzierungsgeschäfte mit den Geschäftsbanken von sechs auf zwölf Monate verlängert werden soll. Die Leitzinsen in der Eurozone werden erwartungsgemäß auf ein Rekordtief von 1,0% sinken. Die BoE hingegen, soll ihre Zinsrate bei 0,5% stabil halten. Darüber hinaus spekulieren einige Analysten, dass die EZB Geschäftsbanken Unternehmensanleihen abkaufen könnte, um so deren Bilanzen zu entlasten. Sollte sich die EZB gegen „unkonventionelle Maßnahmen“ entscheiden und somit nicht dem Beispiel der US-Notenbank folgen, könnte der EUR seinen Aufwärtstrend gegenüber dem USD wieder aufnehmen.
JPY
Yen minimiert Verluste gegenüber USD
Japans Währung konnte gestern gegenüber dem US-Dollar deutlich Boden wieder gutmachen, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass ersten Berichten des US-Banken-Stresstests zufolge, allein der Kapitalbedarf der Bank of America $34 Milliarden beträgt. Folglich stieg der Yen zum Dollar um 0,8% auf 98,17 und verbuchte den höchsten Kursgewinn seit dem 24. April. Gegenüber dem EUR kletterte die japanische Währung gestern in New York um 1,2% von zuvor 131,73 auf 130,09. Der JPY verbucht Gewinne, seitdem der US-Notenbank zufolge bekannt wurde, dass rund 10 der 19 Großbanken in den Vereinigten Staaten frisches Kapital benötigten. Analysten glauben, dass der Banken-Stresstest das Anlegervertrauen in die Märkte erschüttern und den jüngst entstandenen Optimismus im Keim ersticken könnte.
Rohöl
Ölpreise geben infolge 2009-Rekordhoch nach
Am Dienstag rutschte der Ölpreis etwas ab, nachdem die neuesten Hoffnungen der Anleger auf eine Erholung der angespannten Lage durch steigende Lagerbestände und einen rückläufigen Bedarf zerschlagen wurden. Händler deuteten die neueste Entwicklung des Ölpreises nach den deutlichen Kursgewinnen als vorübergehende Ruhepause. Zuletzt hatte eine Reihe von positiven Konjunkturdaten den Ölpreis gestützt. Rohöl beendete den gestrigen Handelstag mit einem Verlust von 63 Cents bei $53,60 pro Barrel. Zuvor wurde dieses beim neuen Rekordhoch von $54,83 gehandelt. Seit dem Tief von $32,40 zu Beginn des Jahres 2008 haben sich die Rohölpreise deutlich erholt, bleiben jedoch unter dem absoluten Rekordhoch von $147, dass im Juli vergangenen Jahres erreicht wurde. Die Konjunkturkrise hat den Rohölpreisen bislang einen kräftigen Schlag verpasst und die Lagerbestände in die Höhe getrieben. Dennoch stärkt eine Verbesserung der führenden Wirtschaftsindikatoren das Anlegervertrauen. Die Marktteilnehmer glauben an ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum zur zweiten Hälfte des Jahres 2009, was die Rohölpreise wiederum stützt, die unter Umständen sogar die $65-Marke pro Barrel erreichen könnten.
Technische News
EUR/USD
Dieses Paar hat jüngst seinen stark rückläufigen Kurs beendet und testet aktuell die 1,3250-Marke. Nach drei Versuchen, dieses Preislevel zu durchbrechen, könnte sich nun bei 1,3250 eine Trendwende einstellen. Nachdem der RSI der 1-Stunden-Chart bis unter die 30-Linie fiel, ist dieser nun wieder aufwärts gerichtet. Dies bestätigt, dass ein Umschwung bevorstehen könnte. Für heute ist es eventuell richtig, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
GBP/USD
Allem Anschein nach hat dieses Paar seinen zinsbullischen Trend abgeschlossen. Auf der Tages-Chart ist zu erkennen, dass die Aufwärtsbewegung, die im unteren Bereich der Bollinger Bands begonnen hat, mittlerweile die obere Grenze erreicht. Das rückläufiges Kreuz des Slow Stochastic auf der Tages-Chart könnte ebenfalls bedeuten, dass ein Abwärtstrend bevorsteht. Verkaufen könnte die richtige Strategie für heute sein.
USD/JPY
Dieses Paar befindet sich aktuell inmitten einer verhältnismäßig starken Abwärtskorrektur und wird derzeit um die 98,10-Marke gehandelt. Allem Anschein nach hat sich die 97,90-Marke mittlerweile zu einem äußerst soliden Unterstützungslevel entwickelt. Sollte das Paar diese Marke überwinden, wird sich voraussichtlich eine weitere deutliche Aufwärtsbewegung ergeben.
USD/CHF
Dieses Paar setzt seinen volatilen Trend der letzten Wochen fort und wird derzeit bei 1,1340 gehandelt. Da ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart zu erkennen ist, könnte als nächstes eine Abwärtsbewegung erfolgen. Verkaufen könnte die richtige Strategie für heute sein.
Die Wild-Card
Rohöl
Auf der Tages-Chart bildet sich eine sehr deutliche zinsbullische Handelsspanne heraus, in deren unteren Bereich der Rohstoff inzwischen gehandelt wird. Dennoch sind alle Oszillatoren aufwärts gerichtet, was ein Zeichen dafür sein kann, dass eine technische Korrektur unmittelbar bevorsteht. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem neuen Trend von Anfang an einzusteigen.
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