Der gestern veröffentlichte Bericht zum US-Verbrauchervertrauen ergab ein überraschend positives Ergebnis. Haben die US-Bürger ihr Vertrauen in die US-amerikanische Wirtschaft wiedererlangt? Am heutigen Handelstag sollten Anleger ihr Augenmerk insbesondere auf den Indikator Verkauf bestehender Häuser des Monats April richten, der um 16:00 Uhr veröffentlicht wird. Positive Zahlen könnten den USD weiter stützen.
Wirtschafts News
USD
Dollar-Kurspaare gewinnen aufgrund positivem Verbrauchervertrauen
Der Dollar verbuchte gestern Gewinne gegenüber seinen Hauptwährungen, nachdem Anzeichen eines gesteigerten US-Verbrauchervertrauens und neu aufkeimenden Sorgen über Deutschlands Bankensystem, der europäischen Währung zusetzten, die in der gesamten letzten Woche einen zinsbullischen Lauf hatte. Der Index des Conference Boards kletterte im Monat Mai auf 54,9 Punkte. Im Monat April lag dieser noch bei 40,8 Punkten. Die US-Währung machte Boden gut, nachdem Medienberichten zufolge die Lage des deutschen Bankensystems erneut in Frage gestellt wurde. Die Marktteilnehmer reagierten sofort und schraubten ihre Positionen gegen den US-Dollar zurück. Zum mittäglichen Handel in New York, steigerte der Dollar seinen Wert zum EUR um 0,2% auf $1,3893, nachdem er zuvor bei $1,3859 gehandelt wurde. Auch zum japanischen Yen verbesserte der Dollar seinen Kurs und schloss bei 95,10 Yen, nachdem er am vergangenen Freitag noch bei 94,77 Yen notierte. Im weiteren Handelsverlauf erholte sich der EUR gegenüber dem Dollar leicht. Nach Ausgabe der Ergebnisse zum US-Verbrauchervertrauen schloss der EUR im späten New Yorker Handel bei $1,3984. In der vergangenen Woche wurde der Dollar bei einem neuen 5-Wochentief gehandelt. Diese Entwicklung ließ sich überwiegend auf die jüngst entstandenen Sorgen zurückführen, nach denen die fiskalische Glaubwürdigkeit der USA im Rahmen des AAA-Rating angezweifelt wird und die Amerikaner ihr Budgetdefizit zurückführen müssten. Jedoch wird sich ein Verlust des AAA-Rating wohl kaum bedeutend auf den Wert des USD auswirken, denn der Status des Dollars als Reservewährung der Welt gelte nach wie vor, so Analysten.Für heute steht ein weiterer wichtiger US-Indikator auf der Agenda: Der Indikator Verkauf bestehender Häuser im Monat April. Die Ergebnisse werden um 16:00 Uhr veröffentlicht. Die Verkaufszahlen sollen laut Prognose von 4,57 Million auf 4,65 Million steigen. Dieser Index könnte den Dollar, nach den starken Wertverlusten gegenüber dem EUR im vergangenen Monat stützen.
EUR
EUR-Kurswert von Sorge über deutschen Bankensektor getroffen
Die europäische Währung verbuchte zum ersten Mal in 7 Tagen Kursverluste und musste die Gewinne der letzten Woche, die den EUR bis auf ein 4-Monatshoch gebracht hatten, wieder einbußen. Die Währung der 16 Nationen verlor gestern insbesondere aufgrund von Mutmaßungen der Marktteilnehmer, ob die Kursgewinne der vergangenen Woche aufrechterhalten werden könnten. Letztendlich rutschte der EUR um 0,2% auf $1,3982 von zuvor $1,4017 ab. Am 22. Mai erreichte Europas Währung noch einen Höchststand seit dem 2. Januar bei $1,4051. Zum Yen wurde der EUR bei 132,87 gehandelt, nachdem er zuvor bei 132,92 Yen schloss.Ursache für die Kursverluste waren fallende Aktienkurse und schwache Konjunkturdaten. Nachdem laut Medienberichten die Lage des deutschen Bankensystems derzeit erneut in Frage gestellt wird, begannen die Marktteilnehmer ihre EUR-Positionen zu verkaufen. Die EUR-Kursverluste gegenüber dem Dollar stellten sich jedoch erst nach Veröffentlichung des Budgetdefizits in Deutschland ein. Experten schätzen, dass die deutschen Banken auf faulen Papieren im Wert von 200 Milliarden Euro (280 Milliarden Dollar) sitzen, die durch die Finanzkrise unverkäuflich wurden. Dennoch dürfte der EUR, entsprechend den Technischen Analysen, in seinem Wert gegenüber dem Dollar weiter steigen. Zum ersten Mal seit September ist der 50-Tages-Durchschnittswert bis über den des 200-Tages-Durchschnitts gestiegen. Ersterer liegt heute bei $1,3409, letzterer bei $1,3385. Beide werden als zinsbullisches Signal gedeutet.
JPY
Yen verliert gegen US-Dollar
Der japanische Yen rutschte gestern zum Dollar ab, nachdem US-Wirtschaftsberichten zufolge, die Erholung der Märkte näher rücke, die die Nachfrage nach "sicheren" Anlagen dämpft. Dabei verbuchte der JPY gegenüber 15 der 16 meistgehandelten Währungen Verluste, während in den USA das Verbrauchervertrauen auf einen neuen Höchststand seit vergangenem September kletterte. Darüber hinaus begab sich der JPY auf Talfahrt, nachdem Regierungsberichten zufolge deutlich wurde, dass die zweitgrößte Wirtschaft der Welt für den Monat April einen Handelsbilanzüberschuss verzeichnete. Folglich wurde der Yen zu Handelssluss bei 95,36 Dollar von zuvor 95,03 Dollar gehandelt. Zum EUR rutschte der Yen von 132,90 EUR auf 133,34 EUR ab.
Rohöl
Ölpreise steigen angesichts US-Verbrauchervertrauen
Die Ölpreise kletterten gestern um 0,8% auf $62,35 pro Barrel in die Höhe und erreichten im New Yorker Handel einen neuen Rekord der letzten 6 Monate, während der Leitindex an den US-Börsen zum ersten Mal innerhalb der letzten 5 Börsengänge anstieg. Bereits am Vortag verbuchten die Rohölpreise Gewinne, die sich nach Veröffentlichung der positiv ausgefallenen Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen fortsetzen. Die Aktienmärkte zogen dementsprechend an. Die größte Steigerung des Verbrauchervertrauens seit 2003 entfachte zum wiederholten Male die Hoffnung unter den Marktteilnehmern, dass die schwerste Phase der globalen Rezession in der weltweit größten Öl konsumierenden Nation möglicherweise überwunden sei. Zu Beginn des gestrigen Börsengangs, verbuchte Rohöl zunächst Verluste, aufgrund der Annahme, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am für Donnerstag anberaumten Treffen zu dem Entschluss kommen werde, ihre Fördermengen vorerst nicht zu kürzen. Die OPEC hatte ihren Produktionsumfang für April zum ersten Mal seit September wieder angehoben, da sich einige Mitgliedsstaaten die jüngste Ölpreiserholung zu Nutze machten, wie die IEA, die International Energy Agency, berichtete. Die OPEC-Mitgliedstaaten, die etwa 40% der weltweiten Erdölproduktion fördern, werden ihre Produktion voraussichtlich zum zweiten Mal in diesem Jahr unverändert belassen. Analysten zufolge kommt die Ölpreiserholung derzeit neuen Kürzungen zuvor.
Technische News
EUR/USD
Nachdem dieses Paar die 1,4050-Marke erreicht hat, ist der Preis inzwischen wieder leicht abgerutscht, während EUR/USD aktuell bei 1,3960 gehandelt wird. Allem Anschein nach, könnte sich eine technische Preiskorrektur einstellen: Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart ist bereits deutlich zu erkennen. Für heute könnte es bei diesem Paar richtig sein, zu verkaufen.
GBP/USD
Nach einigen gescheiterten Versuchen, das Widerstandslevel bei 1,6000 zu durchbrechen, scheint das zinsbullische Momentum an seine Grenzen gekommen zu sein. Aktuell sind alle Oszillatoren der Tages-Chart abwärts gerichtet, was ein Zeichen dafür sein kann, dass sich als nächstes eine gemäßigte Abwärtsbewegung einstellt.
USD/JPY
Auf der Stunden-Chart bildet sich eine sehr deutliche zinsbullische Handelsspanne heraus, in deren oberen Bereich das Paar mittlerweile schwankt. Die Tages-Chart gibt weiterhin zinsbullische Signale aus, während ihr RSI den "überkauften" Bereich verlassen hat und mittlerweile wieder aufwärts gerichtet ist. Kaufen könnte heute eine gute Strategie bei diesem Währungspaar sein.
USD/CHF
Dieses Paar unterlag in letzter Zeit hohen Kursschwankungen, nachdem sich auf der Tages-Chart eine Triple-Doji-Formation gebildet hat. Dennoch wird ein zinsbullisches Cross des Slow Stochastic auf der Tages-Chart deutlich, was bedeutet, dass eine zinsbullische Preisausrichtung bevorstehen könnte.
Die Wild-Card
Gold
Nach einem Monat zinsbullischer Tendenzen, zu denen die Unze Gold bei über $960 gehandelt wurde, scheint sich nun eine bärische Preiskorrektur einzustellen. Aktuell ist der RSI auf der Tages-Chart bis unter die 70-Marke gefallen, was bedeuten könnte, dass der Abwärtstrend anhalten wird. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine großartige Handelsgelegenheit bieten, bei diesem äußerst gefragten Trend einzusteigen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen