Montag, 18. Mai 2009

Rege Wirtschaftswoche verspricht hohe Volatilität

In der vergangenen Woche unterlag der US-Dollar stärkeren Kursschwankungen als üblich. Die genauen Ursachen dafür lassen sich nur schwierig festlegen. In der anstehenden Woche werden überwiegend Daten aus Europa und Japan veröffentlicht, die den Dollar und seine Crosse in ihrem Kurs beeinflussen werden.


Wirtschafts News

USD
USD zieht an und profitiert von seinem Safe-Haven-Ruf


Bereits in den heutigen frühen Morgenstunden ergab sich für den Dollar ein positiver Handel. Nachdem die US-amerikanische Währung am Freitag mit leichten Kursgewinnen gegenüber einem Großteil der Kurspaare schloss, setzte der USD seinen zinsbullischen Trend nun fort und scheint dieses Momentum aufrecht zu erhalten. Nach einem Wertzuwachs gegenüber dem EUR, wird der Dollar mittlerweile nahe der 1,3435-Marke gehandelt. Zum Schweizer Franken kletterte der USD sogar bis auf 1,1240, dem höchsten Stand der letzten 10 Tage.Nachdem US-Wirtschaftsdaten in der vergangenen Woche verdeutlichten, dass sich die US-Wirtschaftslage verbessert hat, begannen große Exportländer wie China vermehrt in US-Banknoten anzulegen. Eine Reihe negativer Wirtschaftszahlen aus Europa und auch aus Kanada, veranlassten viele Investoren am vergangenen Freitag, "sichere" USD- und JPY-Anlagen zu kaufen. Trotz Warnungen, nach denen die US-amerikanische Währung derzeit weniger stabil sei, als von den Marktteilnehmern vermutet, setzten Händler weiterhin auf US-Dollaranlagen, um ihren Bestand zu sichern. Erwartungsgemäß wird sich dieses Anlegerverhalten in den nächsten Tagen fortsetzen, bis sich eine plötzliche Trendwende einstellt.In dieser Woche werden nur einige wenige Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht. Treibende Feder der Devisenmärkte in dieser Woche ist wieder einmal der EUR. Zwei wichtige US-Indikatoren stehen jedoch auf der Agenda und sollten nicht außer Acht gelassen werden. Am Dienstag wird der aktuelle Bericht der Baugenehmigungen in den USA veröffentlicht, der möglicherweise zum ersten Mal in Monaten darlegen könnte, dass sich der Immobilienmarkt in den Vereinigten Staaten langsam aber sicher erholt. Demnach könnte der Dollar seinen jüngsten Aufwärtstrend zumindest bis Donnerstag fortsetzen. Dann werden die Arbeitmarktzahlen der Woche ausgegeben, die, in Anbetracht des enttäuschenden ADP-Berichts zum Wechsel der US-Beschäftigung der letzten Woche, von größerer Bedeutung sein könnten. Folglich können sich zum Wochenende Abwärtstendenzen für den USD einstellen.

EUR
Eurozonen-Fundamentaldaten aufgrund schrumpfendem BIP schwach
Als Schwäche auf breiter Front könnten die jüngsten Entwicklungen des EUR heute Morgen bezeichnet werden. Der EUR muss aktuell Kursverluste gegenüber den Hauptwährungen hinnehmen. Zum USD rutschte der EUR bereits bis auf 1,3435 ab, zum JPY auf 127,30 und selbst gegenüber dem Pfund Sterling erreichte der EUR neue Tiefstände bei 0,8870. Seit vergangenem Freitag befindet sich die Währung der 16 Nationen auf einem bärischen Trend. Die vor dem Wochenende veröffentlichten Zahlen zum BIP verdeutlichten, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone stärker gesunken ist, als erwartet.Die weltweite Wirtschaftskrise trifft die Länder innerhalb der Währungsunion (EWU) deutlich dramatischer. Als Ursache gilt vor allem der Einbruch beim Export. Analysten prognostizieren für das laufende Jahr noch keinen Aufschwung, auch wenn der Rückgang sich abschwächen soll.Bei der Vielzahl anstehender Wirtschaftsveröffentlichungen aus der Eurozone in dieser Woche wird der EUR klar das Steuer an den Devisenmärkten übernehmen. Experten gehen zunächst von weiterhin negativen Fundamentaldaten aus Europa aus. Es ist nicht zu übersehen, dass es den 16 Nationen der EWU nach wie vor schwer fällt, positive Arbeitsmarkt-, Herstellungs- sowie Industrieproduktionszahlen zu generieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Am Donnerstag werden frische Daten aus dem Herstellungs- sowie Dienstleistungssektor Frankreichs und Deutschlands veröffentlicht, die möglicherweise verdeutlichen werden, dass sich die Eurozone immer noch tief im Konjunkturabschwung befindet. Sollten die Zahlen positiv überraschen, könnte sich ein deutlich zinsbullischer Trend für den EUR ergeben.

JPY
Yen übertrifft die Hauptwährungen


Der Yen konnte in den vergangenen Tagen wieder Boden gegenüber den Hauptwährungen gutmachen. Nachdem die japanische Währung einen Großteil ihrer Verluste der letzten Wochen zurückgewinnen konnte, erreicht der JPY mittlerweile neue Höchststände. Gegenüber dem USD kletterte der Yen bis auf 94,80 und erreichte somit ein Level, dass seit dem letzten Monat nicht mehr zu beobachten war. Japans Währung scheint ihren Status als "sichere" Anlage wiedererlangt zu haben. Zum EUR wird die asiatische Währung mittlerweile bei 127,30 gehandelt - auch hier neuer Rekordstand seit Ende April.In dieser Woche bleibt es um den JPY ebenfalls spannend, versprechen die Experten - eine Aussage, die nicht häufig unter den Analysten der Devisenmärkte zu finden ist. Mit zwei anstehenden Indikatoren aus Japan in dieser Woche, könnte der JPY tatsächlich einmal Einfluss auf die Entwicklungen an den Märkten nehmen. Am Dienstag wird das Cabinet Office Japans die vorläufigen BIP-Daten des Landes veröffentlichen. Diese werden Prognosen zufolge verdeutlichen, dass Japans Wirtschaft um 4,2% im ersten Quartal 2009 geschrumpft ist. Darüber hinaus entscheidet die Bank of Japan (BoJ) in dieser Woche über ihre kurzfristige Leitzinsrate. Da der Zinssatz sich bereits um 0% bewegt, ist eine Senkung sehr unwahrscheinlich. Die erwarteten Daten seitens der BoJ können Anlegern einen Hinweis darauf geben, welche zukünftigen geld- und währungspolitischen Maßnahmen Japans Regierung treffen wird.

Rohöl
Haben die Ölpreise ihren Höchstand für 2009 bereits erreicht?
Die Ölpreise befinden sich seit einigen Wochen auf einem kontinuierlich zinsbullischen Trend. Am vergangenen Freitag ergab sich jedoch für diese Tendenz ein Umschwung. Die schwachen Aktienmärkte belasteten auch die Ölpreise, für die sich folglich eine Abwärtsausrichtung ergab. Zum Wochenende stand die Nachfrage an Rohöl auf dem Prüfstand. Während die USA überwiegend positive Wachstumsdaten veröffentlichten, unterstreichen Zahlen aus der Eurozone mit rückläufigen BIP-Daten die momentane Schwäche der europäischen Nationen. Die jüngsten Verluste an den führenden Aktienmärkten hatten die Risikobereitschaft der Investoren gebremst. Experten erklärten, dass selbst ein Rückgang der Ölreserven in den USA die Preise nur zeitweise hat ansteigen lassen.Den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen führen Wirtschaftswissenschaftler einerseits auf den neu entstandenen Marktoptimismus, als auch auf den bisher schwachen USD zurück. Da sich die Märkte jedoch stets unausweichlich selbst korrigieren, werden nun die tatsächlichen Kurswerte deutlich. Mit der Veröffentlichung der Nachfrageprognose der Internationalen Energieagentur in der vergangenen Woche, revidieren viele Analysten ihre Prognose für 2010 nach unten. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte der aktuelle Ölpreis bei $57,00 zum Höchststand der kommenden Wochen werden.

Technische News

EUR/USD
Ein neues zinsbullisches Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart verdeutlicht, das eine zinsbullische Korrektur bereits unmittelbar bevorsteht. Die steigende Tendenz der Oszillatoren auf der Stunden-Chart bestätigt diese Neigung. Eine gute Strategie könnte sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden ist.

GBP/USD
Dieses Paar unterliegt bereits seit geraumer Zeit hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Auch die 4-Stunden-Chart lässt keine eindeutige Tendenz erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie auf deutlichere Signale auf den Stunden-Charts.

USD/JPY
Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI schwankt im neutralen Bereich. Jedoch bewegt sich der RSI der Tages-Chart bereits im "überkauftem" Bereich, was bedeuten könnte, dass sich schon bald eine zinsbullische Ausrichtung ergibt. Auch in diesem Fall könnte es eine gute Entscheidung sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden ist.

USD/CHF
Aktuell bewegt sich dieses Paar im "überkauften" Bereich auf der Stunden-Chart. Ihr RSI deutet auf eine bevorstehende Abwärtsausrichtung hin. Die fallende Tendenz der Oszillatoren auf der 4-Stunden-Chart bestätigt diesen Trend. In diesem Fall könnte es eine gute Entscheidung sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, sobald die Überwindung des unteren Bereichs der Handelsspanne vollzogen ist.

Die Wild-Card

Gold
Der Goldpreis ist innerhalb der letzten Woche erneut deutlich angestiegen und steht nun bei $933 pro Feinunze. Jedoch bewegt sich der RSI der Tages-Chart bereits im "überkauften" Bereich, was bedeuten könnte, dass der jüngste Aufwärtstrend nachlässt und eine Abwärtskorrektur bevorsteht. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem Trend zu einem äußerst frühen Zeitpunkt einzusteigen.

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