Mittwoch, 20. Mai 2009

Marktoptimismus bringt Safe-Haven-Währungen ins Taumeln

Eine durch zinsbullische Aktienmärkte ausgelöste Steigerung an Optimismus sowie die gestrigen positiven Aussagen von US-Finanzminister Timothy Geithner, erhöhen die Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmern. Bereiten Sie sich heute auf einen regen Handelstag einschließlich wichtiger Wirtschaftsindikatoren aus den USA, der Eurozone und Japan vor.


Wirtschafts News

USD
Dollar gibt aufgrund steigender Aktienmärkte nach

Während des gestrigen Handels konnte ein deutlicher Anstieg der globalen Aktienmärkte beobachtet werden. Folglich verbuchte der US-Dollar gegenüber einem Großteil seiner Währungspaare Verluste. Die Rallye wurde von US-Finanzminister Timothy Geithner ausgelöst, nach dessen Einschätzung sich die Lage am US-Kreditmarkt verbessert hat. Im Rahmen einer Pressekonferenz legte Geithner seine Ansichten zur Entlohnung von Managern neu dar, nach denen die US-Regierung seines Erachtens keine Höchstgrenze für Managergehälter festlegen sollte. Darüber hinaus erklärte Geithner, dass sich die US-Wirtschaft stabilisieren würde, auch wenn die Bevölkerung den Umschwung noch nicht unmittelbar spüre. Weitere Ursache für den volatilen Dollar-Handel und den Kursgewinnen an den Aktienmärkten war die Erklärung mehrerer US-Kreditinstitute, darunter JP Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley, die im Rahmen des TARP-Programms (Treasury's Troubled Assets Relief Program) erhaltenen Staatshilfen in Kürze an die US-Regierung zurückzuzahlen. Der neue Optimismus an den Märkten führte ebenfalls zu einem deutlichen Anstieg an Aktien der Banken Citigroup und Bank of America. Der US-Dollar rutschte um 100 Punkte zum EUR ab und schloss bei 1,3540. Bei einer gesteigerten Risikobereitschaft kehrten die Investoren dem "sicheren" USD mal wieder den Rücken zu und konzentrierten sich auf EUR-Anlagen. Das Britische Pfund verzeichnete einen beeindruckenden Wertzuwachs von 160 Punkten zum Dollar und notierte bei 1,5305. Bereits in den vergangenen Wochen hatte der US-Dollar deutlich an Boden gegenüber der britischen Währung verloren. Solange sich die globalen Aktienmärkte zinsbullisch zeigen, schwächen sie gleichzeitig den USD in seinem Wert. Lediglich zum japanischen Yen verbuchte der USD einen Gewinn von 170 Punkten, um bei 96,49 zu schließen. Diese Erholung kann möglicherweise auf die Kurskorrektur des Paares zurückgeführt werden, da auch die "sicheren" Yen-Anlagen mit steigender Risikobereitschaft der Marktteilnehmer an Attraktivität verlieren.Für heute stehen mehrere wichtige Indikatoren auf der Agenda. Wichtigste Veröffentlichungen sind dabei die Daten zu den Baubeginnen und Baugenehmigungen, die beide um 14:30 Uhr ausgegeben werden. Die Ergebnisse stehen in Wechselbeziehung und gelten als wichtige Indikatoren für eine Erholung an den US-Immobilienmärkten. Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, werden sich die Devisenmärkte voraussichtlich ähnlich wie am Montag verhalten. Andererseits könnten enttäuschende Zahlen den US-Dollar erneut stärken, da sich die Marktteilnehmer ihrer Safe-Haven-Währung USD bei Unsicherheit in der Regel wieder entsinnen.

EUR
EUR mit Kursgewinnen zum Dollar

Am Montag stieg der EUR-Kurs zum Dollar in die Höhe. Ursache dafür war hauptsächlich ein Anstieg der Aktienmärkte in den USA. Der jüngsten Preisstruktur zufolge gewinnt der EUR gegenüber dem USD, sobald sich die Aktienmärkte zinsbullisch zeigen. Einige Analysten erwarten eine Erholung des US-Dollar gegenüber dem EUR bei 1,2500, deuten dabei die aktuellen Kursentwicklungen möglicherweise nicht richtig. Ein Erreichen dieser Marke ist kurzfristig gesehen eher unwahrscheinlich. Sollten die Aktienmärkte in den kommenden Wochen weiterhin steigen, wird der EUR voraussichtlich auch künftig Kursgewinne zum USD verbuchen. Der Trend von EUR/USD ist im Grunde überraschend, nachdem Deutschlands vorläufige BIP-Zahlen am vergangenen Freitag verdeutlichten, dass die deutsche Wirtschaft um gewaltige 3,8% abgeflaut ist. Hier ist zu erkennen, dass der EUR stabiler ist, als oft behauptet.EUR/USD schloss gestern mit plus 100 Punkten bei 1,3540. Das Kurspaar EUR/GBP beendete den gestrigen Handel mit einem Verlust von 25 Punkten bei 0,8841. Zuvor hatte das britische Finanzministerium der Bank of England (BoE) im Kampf gegen die Finanzkrise einen Rahmen von 150 Mrd. Pfund für geldpolitische Operationen namens „quantitative Lockerung“ zugebilligt. Zum JPY kletterte der EUR um gewaltige 300 Punkte in die Höhe, nachdem die Nachfrage an „sicheren" Yen-Anlagen nachlässt und die Marktteilnehmer es bevorzugen, in risikoreiche und gewinnträchtige Anlagen zu investieren. Voraussichtlich wird dieses Währungspaar seinen Kurs in den kommenden Wochen noch nach oben korrigieren.Heute werden einige wichtige Indikatoren aus Großbritannien und der Eurozone veröffentlicht. Das Vereinigte Königreich gibt um 10:30 Uhr seine aktuellen Indizes zum Einzelhandelspreis sowie zum Erzeugerpreis aus. Die Eurozone veröffentlicht um 11:00 Uhr entsprechende Daten zu den europäischen und deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen. Negative Zahlen könnten zu einem bärischen Handel für EUR und GBP führen. Umgekehrt werden positive Ergebnisse EUR und GBP zinsbullische Tendenzen bringen. Darüber hinaus versucht Premierminister Gordon Brown, trotz Spesenskandal, Optimismus hinsichtlich Großbritanniens Wirtschaftslage zu verbreiten.

JPY
JPY verliert gegen Dollar

Am gestrigen Handelstag verlor der JPY gegenüber dem US-Dollar. Unter den Safe-Haven-Währungen gilt der Yen als „sicherste" Anlage. Die Marktteilnehmer zeigten am Montag leichte Risikobereitschaft und verlagerten ihre Yen-Käufe auf USD-Anlagen. Anschließend erfolgte eine Preiskorrektur für USD/JPY, nachdem der Kurs des Paares in den vergangen Wochen abgerutscht war. Das Anlegerverhalten konnte gestern auf die steigenden US-Aktienmärkte zurückgeführt werden. Ein neu entstandener Optimismus hinsichtlich der Wirtschaftslage in den USA brachte den Aktienmärkten in Übersee ebenfalls zinsbullische Tendenzen. Folglich war eine erhöhte Risikobereitschaft unter den Investoren zu erkennen. Japans Regierung zeigt sich über die jüngsten Entwicklung ihrer Währung erfreut. Bislang verhinderte ein zinsbullischer JPY jegliche Anzeichen eines Endes der Konjunkturkrise in Japan. Zum Dollar rutschte der Yen um 170 Punkte, bzw. nahezu 2% ab und schloss bei 96,49. Gegenüber dem Britischen Pfund verlor der JPY sogar 420 Punkte. Hier konnte die Britische Währung einen Großteil ihrer Verluste zum JPY der vergangenen Wochen wieder zurückgewinnen. Um dramatische 340 Punkte verlor der JPY gegenüber dem EUR an Boden. Im weiteren Handelsverlauf werden folgende wichtigen Indikatoren aus Japan veröffentlicht: Vorläufige Zahlen zum BIP sowie zum BIP Preisindex, 13:50 Uhr.

Rohöl
Ölpreise steigen um 5%

Die Ölpreise stiegen gestern um beeindruckende 5% von $2,42 auf $59,45 pro Barrel. Diese Entwicklung ist außergewöhnlich, insbesondere angesichts der aktuell hohen Kursschwankungen. Wieder einmal wurde der Kurszuwachs überwiegend durch einen schwachen US-Dollar sowie ansteigende Rohstoff- und Devisenmärkte ausgelöst. Auch die Zuversicht der Marktteilnehmer, dass sich in absehbarer Zeit eine deutliche Erholung der Wirtschaftslage einstellen könnte, stützt die Preise des Rohstoffes.Bereits seit einigen Wochen scheint sich der Preis für Rohöl zu stabilisieren, was wiederum teilweise auf die Fördermengenkürzungen der OPEC zurückzuführen ist. Viele Marktteilnehmer stellen sich inzwischen die Frage, ob die OPEC auch in den kommenden Monaten die Produktion herunterschrauben wird. Sollte dies der Fall sein, könnten die Ölpreise bis Ende Juni die $65-$70-Marke erreichen. Zu beachten sei, dass die aktuellen Ölpreise stets einen Messwert für die Konjunkturlage darstellen.

Technische News
EUR/USD


Ein neues Cross, Tendenz fallend, hat sich für den Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart gebildet und deutet auf eine rückläufige Ausrichtung in unmittelbarer Zukunft hin. Der rückläufige Trend der Oszillatoren auf der Stunden-Chart bestätigt diese Neigung. Sobald die Überwindung des unteren Bereichs der Handelsspanne vollzogen ist, könnte es eine gute Entscheidung sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

GBP/USD
Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale für GBP/USD aus. Ihr Slow Stochastic schwankt dabei im neutralen Bereich. Jedoch verdeutlicht ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart, dass bereits innerhalb des nächsten Zeitfensters eine Abwärtskorrektur stattfinden könnte. Auch in diesem Fall ist es möglicherweise richtig, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, sobald ein Durchbruch der unteren Handelsspanne erfolgt.

USD/JPY
Die inzwischen typischen Kursschwankungen auf Stunden-Chart setzen sich fort. Der Slow Stochastic der Tages-Chart schwankt hier im neutralen Bereich. Aktuell bewegt sich dieses Kurspaar allerdings nahe des oberen RSI-Bereichs auf der 4-Stunden-Chart. Hier steht ebenfalls eine Abwärtsberichtigung bevor. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden ist, könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

USD/CHF
Dieses Paar unterliegt bereits seit geraumer Zeit hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Auch die 4-Stunden-Chart lässt keine eindeutige Tendenz erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie auf deutlichere Signale auf den Stunden-Charts.

Die Wild-Card
Rohöl

Nach einigen Tagen anhaltender Aufwärtstendenzen, scheint sich der Preis dieses Rohstoffs mittlerweile im "überkauften" Bereich des RSI auf der Tages-Chart zu bewegen. Darüber hinaus hat sich ein neues rückläufiges Cross für den Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart gebildet, was bedeutet könnte, dass sich Forex -Anlegern eventuell die Gelegenheit bietet, bei dem bevorstehenden Abwärtstrend zu einem äußerst günstigen Einstiegspreis zu investieren, um bei diesem Rohstoff heute auf fallende Kurse zu setzen.

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