Montag, 1. Juni 2009

Hohe Kursschwankungen setzen sich in dieser Woche fort

Nachdem der USD kontinuierlich in den vergangenen Wochen Kursverluste verbuchte, wird die US-amerikanische Währung aktuell bei über 1,41 zum EUR und bei über 1,62 zum GBP gehandelt. Am kommenden Donnerstag wird die EZB um 13:45 Uhr ihren neuen Leitzinsentscheid veröffentlichen. Experten gehen davon aus, dass die Zinsrate nicht unter das gegenwärtige Niveau von 1,00% gesenkt werden wird. Damit wäre schon Anfang Mai der Boden beim Hauptrefinanzierungssatz erreicht. Zu rechnen ist mit einer hohen Volatilität für den EUR. Insgesamt sehen Forex-Anleger einer eher opportunistischen Handelswoche entgegen.


Wirtschafts News

USD
Dollar gewinnt auf breiter Front


Noch in der letzten Woche ergab sich ein bärischer USD-Trend gegenüber den Hauptwährungen, währen das Währungspaar EUR/USD ein 6-Monatshoch bei 1,4150 erreichte.Die verschiedenen Wirtschaftsdaten, die in der vergangenen Woche aus den USA veröffentlicht wurden, standen im Widerspruch zueinander. Einige gaben Hinweise darauf, dass die Marktteilnehmer ihren Glauben in die US-Wirtschaft wiedergefunden haben. Andere Indikatoren wiederum verdeutlichten erneut, dass es noch zu früh sei, um auf ein Ende der Rezession zu hoffen. Zumindest ist die amerikanische Wirtschaft im ersten Quartal 2009 nicht so stark eingebrochen wie zunächst erwartet, was den Dollar wieder auf Erholungskurs bringen könnte.Wichtigster Indikatoren der letzten Woche war das Verbrauchervertrauen, dass überraschend positive Ergebnisse lieferte und dabei einen neuen Rekord innerhalb der vergangenen 8 Monate erzielte. Dennoch blieben die wöchentlichen Arbeitslosenerstanträge zum 17. Mal infolge über der Zahl von 600.000. Die Daten unterstreichen das enorme Ausmaß der Herausforderungen an die US-Regierung. Darüber hinaus enttäuschte der Bericht zu den Verkäufen von Neubauten mit nur 352.000 verkauften neu gebauten Einfamilienhäusern im Monat April. Der Umfang der Verkäufe gilt als zuverlässiger Indikator für die Nachfrage nach Immobilien. In dieser Woche steht wieder eine Reihe wichtiger Veröffentlichungen aus der US-Wirtschaft auf der Agenda. Anleger könnten sich die starken Kursschwankungen auf dem Markt zu Nutze machen und ihre Profite maximieren. Besonderes Augenmerk ist dabei auf den Wechsel der US-Arbeitsmarktzahlen Non-Farm Employment Change am Freitag zu richten, der als wichtiger Indikator großen Einfluss auf die Währungskurse der Hauptwährungen, allen voran dem USD, nehmen wird. Laut Prognosen soll sich das Ergebnis auf 520.000 belaufen, was einen Trendumschwung zum Wochenende auslösen könnte.

EUR
EUR-Kurs steigt aufgrund positiver Daten aus Deutschland


In der vergangenen Woche verbuchten Händler, die auf steigende Kurse beim EUR setzten, bedeutende Gewinne. Die europäische Währung verzeichnete steigende Trends gegenüber USD, GBP und JPY. Am deutlichsten zu beobachten waren dabei die Kursgewinne gegenüber dem USD.Wichtigste Datenveröffentlichungen aus der Eurozone kamen in der vergangenen Woche aus der deutschen Wirtschaft. Deutschland, Europas stärkste Wirtschaftszone, spielt eine entscheidende Rolle im europäischen Raum. Dementsprechend stark ist in der Regel die Auswirkung von Konjunkturzahlen auf den EUR. Der am vergangenen Montag veröffentlichte Geschäftsklimaindex Deutschland enttäuschte zwar leicht die Prognosen, dennoch war es das beste Ergebnis in den vergangenen 6 Monaten. Die Unternehmen in Deutschland schätzen demnach ihre Zukunftsaussichten deutlich günstiger ein. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist im Monat Mai gesunken. Laut Bundesagentur für Arbeit bedeutet dies ungefähr 127.000 weniger Arbeitslose als noch im Monat April dieses Jahres. Dennoch darf trotz deutlichem Rückgang unter Berücksichtigung weiterer Indikatoren des Arbeitsmarktes aber auf keinen Fall von einer Trendwende gesprochen werden. Allerdings reichten die Konjunkturdaten aus, um den EUR einen deutlichen Aufwärtstrend zu verpassen.Wichtigste Veröffentlichung aus der Eurozone in dieser Woche wird der EZB-Entscheid zur europäischen Leitzinsrate sein. Derzeit gehen Analysten davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihren Zinssatz bei 1,00% unverändert belässt. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten sich neue Tendenzen für den EUR-Kurs ergeben.

JPY
Gemischte Signale aus Japans Wirtschaft


Gegenüber seinen Gegenwährungen erzielte der Yen in der vergangenen Woche gemischte Ergebnisse. Während der JPY gegenüber EUR und GBP an Boden verlor, ergaben sich im Vergleich zum USD Kursgewinne.Die hohen Kursschwankungen der japanischen Währung ließen sich dabei auf verschiedene Wirtschaftdaten aus Japan zurückführen, die gemischte Signale ausgaben. Japans Handelsbilanz, die die Unterschiede zwischen dem Wert von Waren und Dienstleistungen, die die asiatische Nation exportiert, und den Waren und Dienstleistungen, die importiert werden, misst, lieferte für den Monat April ein unerwartet schlechtes Ergebnis. Zum neunten Monat infolge weist Japan ein Handelsdefizit auf und importierte mehr als der Inselstaat exportierte. Insbesondere für das stark auf den Export ausgerichtete Japan, ist diese Entwicklung niederschmetternd. Auf der anderen Seite zeigten die vorläufigen Zahlen aus der Industrieproduktion, verglichen mit dem Vormonat März, einen Anstieg um 5,2% im Monat April. Es zeichnet sich eine Stabilisierung des Verbrauchervertrauens auf niedrigem Niveau ab, was der schwer getroffenen asiatischen Nation aus der Rezession helfen könnte.Am Mittwoch wird die japanische Regierung ihren Bericht zum Kapitalaufwand veröffentlichen, dem besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Dieser Bericht misst die Veränderungen des Gesamtwertes an Investitionen, die Unternehmen tätigen und wird bei einem Rückgang von 27,1 Punkten für das letzte Quartal erwartet. Sollte sich diese Prognose tatsächlich bewahrheiten, könnte der JPY aufs Neue bärische Tendenzen verbuchen.

Rohöl
Rohöl klettert bis über $65 pro Barrel


Die Ölpreise erreichen aktuell ein neues 6-Monatshoch. Das Barrel Rohöl wird bei über $65 gehandelt.Der schwache Dollar brachte den Ölpreisen auch in der vergangenen Woche wieder neuen Aufwärtsschwung. Andere Rohstoffe wie beispielsweise Gold reagierten ähnlich auf den schwächelnden USD. Viele Rohstoffe werden in US-Dollar bepreist, was wiederum bedeutet, dass sich eine deutliche Kursveränderung beim Dollar in der Regel unmittelbar auf Rohstoffe wie Rohöl und Gold auswirkt.Darüber hinaus scheint die bevorstehende Sommersaison die Ölpreise zu stützen. Mit Beginn der Ferienzeit berichten einige Fluggesellschaften, die bereits kurz vor der Pleite standen, eine unerwartete Gewinnsteigerung. Die erhöhte Flugfrequenz lässt wiederum die Nachfrage nach Öl ansteigen. Solange der Bedarf wächst und der USD seinen Abwärtstrend fortsetzt, könnten die Ölpreise sogar bis auf $70 pro Barrel klettern.Anleger sollten in dieser Woche die Konjunkturdaten aus der US-Wirtschaft und deren Einfluss auf den USD gut im Auge behalten. Sollte sich der USD weiterhin auf dem absteigenden Ast befinden, könnten die Ölpreise ihren neuen Richtpreis tatsächlich um die $70 pro Barrel festlegen.

Technische News

EUR/USD
Der zinsbullische Trend dieses Paares scheint nachzulassen. Mittlerweile konsolidiert sich EUR/USD um die 1,4140-Marke. Der RSI der Tages-Chart bewegt sich bereits im "überkauften" Bereich, was bedeutet, dass der jüngste Aufwärtstrend tatsächlich ein Ende finden könnte und eine Abwärtspreiskorrektur bevorsteht. In diesem Fall könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, sobald ein Durchbruch der unteren Handelsspanne erfolgt.

GBP/USD
Aktuell bewegt sich dieses Paar im "überkauften" Bereich des RSI auf der Tages-Chart. Auch hier ist eine bevorstehende Abwärtsausrichtung wahrscheinlich. Die fallende Tendenz der Oszillatoren auf der 4-Stunden-Chart bestätigt diesen Trend. Auch in diesem Fall könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, sobald die untere Handelsspanne überwunden ist.

USD/JPY
Die Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI schwankt im neutralen Bereich. Jedoch bewegt sich der RSI der 4-Stunden-Chart bereits im "überkauftem" Bereich, was bedeuten könnte, dass schon bald eine zinsbullische Preiskorrektur stattfindet. Eine gute Strategie könnte hierbei sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden ist.

USD/CHF
Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale für USD/CHF aus. Ihr Slow Stochastic schwankt dabei im neutralen Bereich. Jedoch verdeutlicht ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart, dass bereits innerhalb des nächsten Zeitfensters eine aufwärtsgerichtete Preiskorrektur stattfinden könnte. Auch hier empfehlen wir bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne bezwungen wurde.

Die Wild-Card
Rohöl


Die Ölpreise sind während des letzten Monats deutlich gestiegen und erreichen mittlerweile die $67-Marke pro Barrel. Jedoch bewegt sich der RSI der Tages-Chart bereits im "überkauften" Bereich, was bedeutet, dass der jüngste Aufwärtstrend nachlässt und eine Abwärtspreiskorrektur bereits bevorsteht. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem Trend zu einem frühen Zeitpunkt einzusteigen.

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