Das heute beginnende G20-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Berlin wird vorrangig den USD-Handel bestimmen. Darüber hinaus erwarten die Marktteilnehmer hohe Volatilität nach Veröffentlichung der Ergebnisse der US-Import- und Exportpreise für Mai um 14:30 Uhr sowie des Index der US-Verbraucherstimmung um 15:55 Uhr. Anleger sollten ihre Dollar-Positionen jetzt eröffnen, um Gewinne zu erzielen, sobald sich die Kursschwankungen einstellen.
Wirtschafts News
USD
Dollar trotz positiver US-Daten rückläufig
Der USD setzte seinen Abwärtstrend von gestern fort und verbuchte Kursverluste gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen. Am deutlichsten war dies gegenüber dem GBP. Das entsprechende Währungspaar wurde zu Handelsschluss bei 1,6620 gehandelt.Im Einklang mit den neuen sich herausbildenden Handelsmustern, fiel der USD in seinem Kurswert trotz positiver US-Wirtschaftsdaten, die gestern veröffentlicht wurden. Der wöchentliche Arbeitsmarktbericht, der die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe innerhalb einer Woche ausgibt, hat sich zum vierten Mal infolge verbessert. Arbeitslosenunterstützung gestellt hatten in der vergangenen Woche 601.000 Personen. Dennoch bleibt die Zahl der Arbeitslosen in den USA hoch und stellt bei weitem kein Zeichen für eine sich erholende Wirtschaftslage dar. Der Optimismus in den USA bleibt verhalten auch wenn die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt die Hoffnung auf eine Stabilisierung der US-Wirtschaft wecken. Am Donnerstag wurden auch die aktuellsten Daten aus dem US-Einzelhandel veröffentlicht, nach denen die Einzelhandelsumsätze im Mai um 0,5% angestiegen sind. Der Arbeitsmarkt und der Einzelhandelsumsatz gelten als wichtige Indikatoren für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt. Durch die jüngsten Zahlen aus Einzelhandel und Arbeitsmarkt verdichten sich die Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft in den USA. Analysten warnen jedoch vor zu großem Optimismus. Heute treffen sich die G20 in Berlin zum Gipfeltreffen. Darüber hinaus wird eine Reihe wichtiger US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Dabei sollten Anleger insbesondere auf zwei wichtige Berichte achten. Zum einen die US-Import- und Exportpreise für Mai um 14:30 Uhr. Der Gesamtindex der Importpreise misst die Preisveränderungen von Produkten, die im Ausland von US Bürgern eingekauft wurden, während der Gesamtindex der Exportpreise die Preisveränderungen der im Inland produzierten US-Güter, die ins Ausland exportiert werden, misst. Darüber hinaus sollten Händler die Ergebnisse der Umfrage zum Verbrauchervertrauen /-sentiment der Universität Michigan im Auge behalten, die eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft stützen könnten.
EUR
EUR beendet Handelswoche mit Kursgewinnen
Den EUR-Handel am Donnerstag markierte das Währungspaar EUR/USD, das wieder bis über die Marke bei 1,4100 kletterte. Nach einer Handelswoche, die für das oft gehandelte Währungspaar von bärischen Tendenzen geprägt war, erholte sich der EUR gestern wieder und konnte seine vorausgegangenen Kursverluste zurückgewinnen. Dabei übertrumpfte er sowohl Dollar als auch Yen. Diese Entwicklung wurde insbesondere nach Veröffentlichung von US-Konjunkturdaten deutlich. Die positiv ausgefallenen US-Daten aus Einzelhandel und Arbeitsmarkt hatten wenig Einfluss auf den USD. Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen zinsbullischen Trend vielmehr fort, nach dem Anleger ihre Strategie gewinnträchtiger Anlagen fortwährend verfolgen. Am frühen Donnerstagmorgen verdeutlichte der Monatsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB), dass die Konjunkturaussichten für die Eurozone vorerst düster bleiben. Erst im weiteren Jahresverlauf seien positive Wachstumsraten zu erwarten. Der EUR ließ sich dennoch nicht von seinen zinsbullischen Tendenzen abbringen. EUR-Anleger sollten heute die Ergebnisse der Industrieproduktion der Eurozone für den Monat April um 11:00 Uhr sowie die Vorträge von EZB-Präsident Trichet in Sofia sowohl um 13:30Uhr als auch um 17:30 Uhr anlässlich des 130-jährigen Bestehens der Zentralbank in Bulgarien aufmerksam beobachten. Eventuell könnten diese Ansprachen deutlichere Hinweise auf den EUR-Handel bis zum Wochenende geben. Des Weiteren sollten Händler das G20-Gipfeltreffen in Berlin verfolgen, dessen Ergebnisse den Devisenmärkten voraussichtlich Volatilität verleihen wird.
JPY
JPY reagiert auf Marktvolatilität
Die hohen Kursschwankungen des Yen setzten sich auch gestern fort. Insgesamt verbuchte die japanische Währung dabei Kursverluste gegenüber ihren Gegenwährungen. Einerseits kletterte der JPY über 15 Punkte gegenüber dem USD in die Höhe. Das Paar schloss bei 97,75. Andererseits rutschte der Yen mehr als 50 Punkte gegen den EUR ab und notierte hier bei 137,86.Allem Anschein nach steht der Yen derzeit überwiegend unter dem Einfluss seiner Gegenwährungen. Da der USD aktuell schwächelt, kann der JPY konsistente Kursgewinne gegenüber der US-amerikanischen Währung verbuchen. Der EUR scheint momentan verhältnismäßig stabil zu sein. Die jüngsten EUR-Aufwärtstrends haben den JPY nach unten gedrückt.JYP-Anleger sollten auf die bevorstehenden Termine heute Acht geben. Insbesondere auf das G20-Gipfeltreffen in Berlin sowie auf Veröffentlichungen aus den USA und West-Europa. Die Ergebnisse werden die JPY-Tendenzen für heute bestimmen.
Rohöl
Rohöl hat $75-Marke pro Barrel im Visier
Die Ölpreise setzen ihren zinsbullischen Trend weiter fort. Rohöl kletterte gestern um 42 US-Cents in die Höhe und erreicht mittlerweile die Marke bei $72,39. Hauptursache für den fortlaufenden Aufwärtstrend des Rohöls waren gestern positiv ausgefallene Daten aus der US-Wirtschaft. Darüber hinaus stützt ein schwacher US-Dollar stets die Ölpreise. Des Weiteren korrigierte das Energieministerium der Vereinigten Staaten seine Bedarfsprojektion nach oben auf 120.000 Barrel pro Tag.Der zinsbullische Trend des Rohöls wird sich voraussichtlich vorerst fortsetzen und könnte in Kürze die $75 pro Barrel erreichen. JPY-Anleger sollten die Konjunkturdaten aus den USA sowie die Ergebnisse des G20-Gipfeltreffens heute nicht aus den Augen verlieren, da diese zu den Einflussfaktoren der Trends für Rohöl gelten.
Technische News
EUR/USD
Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale für EUR/USD aus. Ihr Slow Stochastic schwankt dabei im neutralen Bereich. Jedoch verdeutlicht ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart, dass bereits innerhalb des nächsten Zeitfensters eine bärische Preiskorrektur stattfinden könnte. Sobald die Überwindung des unteren Bereichs der Handelsspanne vollzogen ist, könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
GBP/USD
Aktuell bewegt sich dieses Paar im "überkauften" Bereich auf der 4-Stunden-Chart. Ihr RSI deutet auf eine bevorstehende Abwärtsausrichtung hin. Die fallende Tendenz der Oszillatoren auf der Tages-Chart bestätigt diesen Trend. Sobald die Überwindung des unteren Bereichs der Handelsspanne vollzogen ist, könnte es auch hier von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/JPY
Dieses Paar unterliegt bereits seit geraumer Zeit hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Auch die 4-Stunden-Chart lässt keine eindeutige Tendenz erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie deutlichere Signale auf den Stunden-Charts ab.
USD/CHF
Die inzwischen typischen Kursschwankungen auf der Tages-Chart setzen sich fort. Sowohl RSI als auch Slow Stochastic der Stunden-Chart schwanken im neutralen Bereich. Mittlerweile bewegt sich dieses Kurspaar jedoch im unteren Bereich des RSI der 4-Stunden-Chart. Hier könnte eine zinsbullische Preiskorrektur bevorstehen. In diesem Fall könnte es eine gute Entscheidung sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden ist.
Die Wild-Card
Rohöl
Die Ölpreise sind während des letzten Monats deutlich gestiegen und erreichen mittlerweile $72,40 pro Barrel. Jedoch bewegt sich der RSI der Tages-Chart bereits im "überkauften" Bereich, was bedeutet, dass der jüngste Aufwärtstrend nachlässt und eine Abwärtspreiskorrektur bevorsteht. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem Trend zu einem äußerst frühen Zeitpunkt einzusteigen.
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„Die konjunkturelle Lage dürfte sich im Laufe des Jahres stabilisieren. Dafür spricht, dass sich die weltweite Finanzkrise etwas entspannt hat; so haben sich die Risikoprämien, die seit Herbst 2008 in die Höhe geschnellt waren, spürbar verringert. Zudem ist der Einbruch des Welthandels offenbar zum Stillstand gekommen und die Nachfrage nach Rohstoffen leicht gestiegen.“
AntwortenLöschenDiese Worte sind keine Wunschgedanken, sondern basieren auf fundamentalen Daten, die das renommierte Institut für Weltwirtschaft unter Vorsitz von Dennis Snower hier in Kiel ausgewertet hat. Obwohl es seine Prognose für den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von -3,7 % auf -6,0 % revidiert hat, sieht es für das nächste Jahr 2010 bereits wieder einen moderaten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um +0,4 %.
Der Grund ist, dass vom Ausland kaum noch negative Impulse auf die deutsche Wirtschaft ausgehen werden. Zudem wird die Binnenkonjunktur – wenngleich nur vorübergehend – durch die Maßnahmen der Konjunkturpakete angeregt. Trotzdem wird die Arbeitslosigkeit zunächst deutlich steigen. Die Inflation wird zunächst weiter sinken. Insbesondere deshalb weil die Energiepreise weiter rückläufig sind. Trotz des derzeitigen Anstiegs des Rohölpreises.
Hier noch mehr gefunden:
http://tr.im/owyv