In den frühen Stunden des gestrigen Tages zeigten USD und JPY starke Aufwärtstendenzen, zweifelsohne ein Überbleibsel der trüben Berichte, mit der sich die Weltwirtschaft vergangene Woche auseinandersetzen musste. Das plötzliche Ansteigen der Risikovermeidung bei Öffnung der Londoner Märkte am gestrigen Morgen gab das Startsignal zur Rückkehr zu Safe-Hafen-Anlagen. Nach Öffnung der US-Märkte führten positive Wirtschaftsdaten Investoren ins wirkliche Leben zurück, so dass der Ansturm auf Safe-Hafen-Anlagen etwas vorschnell erschien. Die Frage die sich stellt ist, ob sich die Kursgewinne bei EUR und GBP heute fortsetzen können.
Wirtschafts News
USD
Bekanntgabe des ISM-Index setzt Dollar in Bewegung
Während die US-Aktienmärkte rückläufig waren zeigte der Dollar beim frühen gestrigen Handel Aufwärtstendenzen. Die Bekanntgabe der ISM-Einkaufsmanagerindexe für Dienstleistungen und verarbeitendes Gewerbe brachte den Dollar jedoch bald wieder zu seinem Eröffnungswert zurück. Die Bekanntgabe ist insofern von Wichtigkeit, da der Index einen Großteil der wirtschaftlichen Aktivitäten in den USA misst. Da die Indexe besser als erwartete Ergebnisse auswiesen kehrte später am Tag der Optimismus an die US-Aktienmärkte zurück. So ließ im Verlauf des Tages die Risikovermeidung langsam nach, trotz der finanziellen Unruhen für EUR und GBP, da die Wirtschaften der Eurozone und Großbritanniens möglicherweise von einer lang anhaltenden Finanzkrise bedroht sind. Der Dollar erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit einem Monat zum GBP, bevor er diese Kursgewinne wieder verlor und er den Handel fast unverändert bei 1,6261 schloss. Fast identisch war der Verlauf beim EUR, nur dass der Dollar hier den höchsten Stand seit 5 Wochen erzielte bevor ebenfalls fast unverändert bei 1,3964 schloss. Die Volatilität an den Devisenmärkten mag auf das etwas geringere Handelsvolumen als üblich zurückzuführen sein, da zuvor in den USA mit dem Unabhängigkeitstag ein Feiertag war. Ein wichtiger Faktor der Investoren beschäftigte waren die tristen US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche. Das führte zu heftigen Bewegungen an den Devisenmärkten am Montag. Für heute werden nur relativ wenige Wirtschaftsdaten aus den USA erwartet. Um 12:30 MGZ werden die Zahlen der US-Baugenehmigungen und um 14:00 MGZ der Einkaufmanagerindex (Ivey-PMI) veröffentlicht. Eine Großzahl von wirtschaftlichen Ergebnissen wird jedoch in Großbritannien und in Japan bekannt gegeben, was heißt, dass GBP und JPY die gefährdetsten Währungen beim heutigen Handel sein dürften.
EUR
EUR zum USD kurzfristig auf tiefstem Stand seit 5 Wochen
Der EUR erreichte zu USD kurzfristig den tiefsten Stand seit 5 Wochen bevor er's ich später am Tag wieder erholte. Dieses Verhalten ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, wie beispielsweise die Furcht vor einer länger anhaltenden wirtschaftlichen Krise, da die Arbeitslosigkeit weiterhin zunimmt. Des Weiteren ließ der EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia verlauten, dass die Eurozone wahrscheinlich auf absehbare Zeit durch geringes wirtschaftliches Wachstum eingeschränkt sein wird. Grund dafür sind die hohen Ausgaben die Europa bei der Bewältigung der Finanzkrise zu leisten hat. Das wiederum führte zu einem riesigen Schuldenberg, der die wirtschaftliche Gesundung langfristig schädigen dürfte.Die EUR/USD-Paarung erreichte den Wert von 1,3875 bevor sie später wieder auf 1,3964 zurückfiel. Experten fragen sich nun wie es wohl der Wirtschaft Großbritanniens ergehen werde, da das Land voraussichtlich sein AAA-Schulden-Rating verlieren wird. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, dürfte sich die britische Wirtschaft im permanenten Rückzug befinden, was heißt, dass für das GBP lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen werden müssen. Die jüngste Verschlechterung der Banken-Situation in Deutschland und der drohende Kollaps anderer europäischer Währungen könnten langfristig ernsthafte Konsequenzen für den EUR haben. Für heute erwarten wir eine ganze Anzahl Wirtschaftsdaten die die Kurse der EUR- und GBP-Paarungen beim heutigen Handel beeinflussen könnten. Um 10:00 MGZ erwarten wir die Auftragseingänge der deutschen Industrie. Aus Großbritannien kommen um 08:30 MGZ die Zahlen für Industrieproduktion und verarbeitendes Gewerbe und um 23:00 MGZ der Bericht über das Verbrauchervertrauen. Positive Ergebnisse aus Großbritannien und der Eurozone könnten wegweisend für den Rest der Woche sein. Es könnte zu erhöhter Risikobereitschaft führen, wenn Händler sich von USD und JPY ab- und dem EUR und dem GBP zuwenden.
JPY
Yen setzt seinen Aufwärtstrend zu Haupt-Währungen fort
Angesichts zunehmender Risikovermeidung setzte der Yen am Montag seinen Aufwärtstrend verglichen zu den anderen Haupt-Währungen fort. Gestern kehrten Händler Währungen wie USD, EUR und GBP den Rücken zu und bevorzugten den JPY. Außerdem profitierte der JPY von einem Bericht der japanischen Regierung in dem behauptet wird, das Schlimmste in der Wirtschaftskrise in Japan sei überstanden. Der Grund für die gestrige Risikovermeidung war in Berichten zu finden wonach die Rezession sich noch weiter fortsetzen würde. Das mischte sich mit den trüben Aussichten für die wirtschaftliche Zukunft sowohl Großbritanniens als auch der Eurozone.Für heute stehen in Japan einige wirtschaftliche Veröffentlichungen an, die den späten Handel beeinflussen könnten. Da sind u. a. die Bestellungen für Werkzeugmaschinen, Bank-Darlehen und die Leistungsbilanz, die alle gemeinsam um 23:50 MGZ bekannt gegeben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten Devisenhändler ein Augenmerk auf die Pläne der Obama-Administration hinsichtlich der steigenden Arbeitslosigkeit in den USA legen. Sollte die Regierung nicht in der Lage sein auf diese Frage überzeugende Antworten zu geben dürfte der Yen auch weiterhin auf der Gewinnerstrasse sein.
Rohöl
Ölpreis purzelt angesichts schlechter weltweiter Konjunkturaussichten
Die schlechten weltweiten Konjunkturaussichten führten beim gestrigen Handel dazu, dass der Rohölpreis auf seinen niedrigsten Stand seit 5 Wochen gesunken ist. Der Preis fiel bis auf $63,35 pro Barrel bevor er's ich etwas erholte und bei $64,20 schloss. Das rückläufige Preisverhalten am Montag wurde durch die Bedenken hinsichtlich sinkenden Energieverbrauchs noch zusätzlich angeheizt. Diese Bedenken werden sich voraussichtlich noch fortsetzen, da weltweit die Arbeitslosigkeit weiter im Steigen begriffen ist, was wiederum Auswirkungen auf die Nachfrage für Öl hat. Die Tatsache, dass der Rohölpreis den 6. Tag hintereinander gesunken ist hat auch Besorgnis bei den OPEC-Ministern ausgelöst, die den Preis lieber bei gesunderen $75 pro Barrel sähen. Es sollte aber auch bedacht werden, dass der Rohölpreis am Montag auch aufgrund des kräftigen Dollar gefallen ist. Was den Rohölpreis wohl am nachhaltigsten beeinflussen dürfte sind Nachrichten die uns am 8. Juli vom G8-Gipfel in L'Aquila in Italien erreichen.
Technische News
EUR/USD
Da beim RSI auf dem Stunden-Chart der Kurs dieser Paarung sich im überkauften Bereich bewegt könnte ein Abwärtsdruck bevorstehen. Der bevorstehende rückläufige Cross beim Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart bestätigt diese Annahme. Zu verkaufen könnte für heute keine so schlechte Idee sein.
GBP/USD
Ein neuerliches zinsbullisches Cross beim Slow Stochastic auf dem Tages-Chart sowie dem MACD auf dem 4-Stunden-Chart zeigen, dass diese Paarung noch viel Potential für Aufwärtsbewegung in sich trägt. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute eine kluge Wahl sein.
USD/JPY
Die kurzfristige Aufwärtskorrektur die wir gestern gesehen haben hat den Kurs dieser Paarung beim RSI auf dem Stunden-Chart in den überkauften Bereich gedrängt, was auf Abwärtsdruck hindeutet. Das bevorstehende rückläufige Cross beim Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart lässt diese Abwärtsbewegung umso mehr bevorstehen. Zu verkaufen scheint hier angesagt zu sein.
USD/CHF
Ein bevorstehendes zinsbullisches Cross beim MACD auf dem Stunden-Chart und beim Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart lassen auf eine baldige Aufwärtsbewegung schließen. Da der Kurs jedoch jüngst über den überkauften Bereich beim RSI auf dem Stunden-Chart hinausgegangen ist, dürfte für diese bevorstehende zinsbullische Bewegung nur wenig Spielraum bestehen. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen dürfte für heute die sicherste Maßnahme sein.
Die Wild-Card
USD/ZAR
Beim RSI auf dem 4-Stunden-Chart bewegt sich der Kurs dieser Paarung derzeit im überkauften Bereich, was auf bevorstehenden Abwärtsdruck hindeutet. Die bevorstehenden rückläufigen Crosse sowohl beim MACD auf dem Stunden-Chart als auch beim Slow Stochastic auf dem Tages-Chart bestätigen beide die Annahme einer Abwärtsbewegung. Diejenigen die heute am Devisenhandel teilnehmen sind gut beraten diese Paarung im Auge zu behalten, da der Abwärtsdruck offenbar stärker wird und eine rückläufige Bewegung unmittelbar bevor steht. Forex
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