Donnerstag, 9. April 2009

Aufwärtstrend des US-Dollar setzt sich fort

Die US-amerikanische und japanische Währung werden sich weiter großer Nachfrage erfreuen, da, nach Ansicht von Experten, Investoren sich von höhere Erträge abwerfenden Währungen, wie dem AUD, fernhalten. Der Yen erholte sich im Vergleich zum britischen Pfund Sterling, dem australischen und dem neuseeländischen Dollar, die alle etwa um 1,5% zur japanischen Währung zurückgingen.


Wirtschafts News

USD
Der Dollar profitiert vom Sicherheitsdenken der Händler


Der Dollar zeigt weiterhin beachtliche Stärke im Vergleich zu seinen Währungsrivalen, da sich finanzielle Sorgen wieder auf den Märkten breit machen. Die Ertragszahlen für das 1. Quartal liegen jetzt langsam vor, und Rückgänge an den Aktienmärkten verstärken erneut Risikobedenken, was sich auf den Devisenmärkten niederschlägt und Risikovermeidungs-Währungen wie dem US-Dollar den Rücken stärkt. Es ist offensichtlich, dass der Wunsch nach riskanteren, höhere Erträge abwerfenden Währungen abgenommen hat, angesichts der zurückgegangenen Risikofreudigkeit an den Devisenmärkten. Als Haupt-Nutznießer dieser reduzierten Risikobereitschaft dürfte sich der Dollar erweisen.Ein Ereignis welches als Auslöser für dieses Sicherheitsbestreben angesehen werden kann, war die Bekanntgabe des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass er seine Vorhersage für von weltweiten Finanzfirmen gehaltenen „Faulen Kredite“ auf erstaunliche $4 Billionen erhöhen werde. Diese Bekanntgabe hat in den letzten Tagen den Handel mit dem USD umso mehr bestimmt, als es im ersten Teil der Woche an aufschlussreichen wirtschaftlichen Daten mangelte. Für heute jedoch steht die Veröffentlichung einiger grundlegender Indikatoren an, die den Markt gegen den Dollar schwingen lassen könnten. Um 12:30 MGZ werden sowohl die US-Handelsbilanz als auch die neuesten Arbeitslosenzahlen erwartet. Für den Monat Februar wird ein Defizit von $36,7 Mrd. vorhergesagt. Händler können sich jedoch schon mal darauf einstellen, dass die tatsächliche Zahl um einiges schlechter ausfallen dürfte, da der Februar sich als einer der schlimmsten Monate in der Geschichte der US-Wirtschaft herausstellen könnte. Die US Arbeitslosenzahlen werden voraussichtlich auch schlechter als vorhergesehen ausfallen. Die US Arbeitslosigkeit ist derzeit auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren, und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass der Verlust von Arbeitsplätzen rückläufig sein könnte. Händler könnten ggf. von dem vorherrschenden Markt-Pessimismus profitieren. Angesichts der Veröffentlichung dieser beiden wirtschaftlichen Indikatoren könnte es heute eine kluge Entscheidung sein den Dollar zu verkaufen.

EUR
EUR schwächelt, da Risikovermeidung um sich greift


Der EUR hat sich diese Woche über im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern im Abschwung befunden, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass das nachlassen könnte. Die Wertminderung des EUR diese Woche kann größtenteils dem angenommenen höheren Risiko am Markt zugeschrieben werden, nachdem fortlaufend Verluste an den Aktienmärkten zu verzeichnen waren. Des Weiteren gab es beim Handel Gewinnübernahmen von der Vorwoche. Der EUR vergangene Woche im Vergleich zum JPY um 5,5% zu, da Händler ihre aggressiven Position trotz verminderter Risikovermeidung aufstockten. Diese Gewinne lösten sich jedoch größtenteils in Nichts auf, da das Eingehen größerer Risiken an den Finanzmärkten angesagt zu sein scheint.Andererseits könnte sich auch Risikovermeidung am Markt fortsetzen, solange die Aktienmärkte sich weiter auf Talfahrt befinden. Um mögliche Gewinne nicht zu gefährden sind Händler äußerst zögerlich was das Einbringen ihres Kapitals in riskantere Währungen, wie beispielsweise dem EUR, betrifft. Und das mit Recht, da am Markt immer noch große Unsicherheit herrscht. Ein Katalysator für den EUR könnte die potentielle Insolvenz des amerikanischen Automobilherstellers General Motors sein. Einige Wirtschaftswissenschaftler sehen einen weiteren Abschwung des EUR voraus. Eine grundlegende Analyse weist aus, dass der Europäischen Zentralbank (EZB) langsam die Optionen ausgehen bei ihrem Kampf gegen die Rezession in der Eurozone. Eine solche Abwesenheit weiterer Möglichkeiten für die EZB könnte die europäische Wirtschaft, bei einer anhaltenden Erholung des Marktes, gegenüber anderen Volkswirtschaften zum Schlusslicht werden lassen.

JPY
Der japanische Yen ist Nutznießer beim Devisenhandel


Der japanische Yen verzeichnete wiederum Gewinne im Vergleich zu seinen Währungspartnern, da diese Währung sensibler auf die Bereitschaft von Investoren, höhere Risiken einzugehen, reagiert als der Dollar. Die japanische Währung schlägt in Zeiten finanziellen Aufruhrs andere Währungen um Längen was Gewinne betrifft, doch wenn die Stimmung sich bessert muß sie auch entsprechende Verluste hinnehmen. Wie erwartet unternahm der Richtlinienausschuss der Bank of Japan (BoJ) am Dienstag weitere Schritte um der siechenden Wirtschaft auf die Beine zu helfen, indem sie die Sicherheiten für Darlehen ausweitete. Zusätzlich zu den Krediten zu niedrigem Zinssatz, den sie jetzt anbietet, könnte die Bank auch anfangen Unternehmensanleihen aufzukaufen und Kreditgarantien zu gewähren. Die letztgenannte Maßnahme zielt auf mittelständische Unternehmen ab, die bislang so gut wie keine Unterstützung erhalten haben. Die BoJ warnte jedoch, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen auch weiterhin verschlechtern werden. Es wird erwartet, dass Japan am Freitag einen neuen Konjunkturplan bekannt geben wird, der einen Wert von mehr als 2% des Bruttoinlandsprodukts darstellt.

Rohöl
Ölpreis sinkt inmitten wirtschaftlichem Schrumpfungsprozess


Der Rohölpreis wird sehr wahrscheinlich weiter sinken, da die führenden Energieverbrauchs-Beobachter in den kommenden Tagen höchstwahrscheinlich ihre Prognose für den Welt-Ölverbrauch in diesem Jahr reduzieren werden. Die International Energy Agency (IEA), die Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) und die US Energy Information Administration (EIA) werden zwischen dem 10. und 15. April neue Schätzungen für Öl-Bedarf und Nachfrage bekannt geben. Diese Vorhersagen werden insbesondere von Investoren an den Ölmärkten aufmerksam beobachtet, da sie bereits mit ansehen mussten, wie der Rohölpreis von fast $150 pro Barrel im Juli vergangenen Jahres auf etwa $50 in dieser Woche abgestürzt ist. Die weltweite Nachfrage nach Rohöl ist zum ersten Mal seit zig Jahren rückläufig, da der globale wirtschaftliche Abschwung Firmen schließen lässt und den weltgrößten Volkswirtschaften Arbeitslosigkeit beschert. Dennoch glauben viele Experten, dass sich der Rohölpreis später im Jahr wieder erholen wird, weil Daten aus der US Wirtschaft den Schluss zulassen, dass die Nachfrage nach Benzin steigen wird, da sich die Preise an den Tankstellen in den vergangenen 9 Monaten halbiert haben.

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