Die steigenden Aktienmärkte erhöhen die Risikobereitschaft der Händler. Die Marktteilnehmer wenden dem "sicheren" USD sowie JPY den Rücken zu. Wichtigste Daten heute sind die Arbeitslosenanträge aus den USA. Anleger warten auf neue Anzeichen einer Erholung der Wirtschaftslage.
Wirtschafts News
USD
Dollar fällt gegenüber Hauptwährungen, während Aktien steigen
Der Dollar verbuchte gestern einen extrem volatilen Handelstag. Dafür zeichneten verschiedene Faktoren verantwortlich, die das Interesse an risikoreichen Investitionen steigerten und gleichzeitig die Attraktivität der Safe-Heaven-Positionen herabsetzten. Die Aktienmärkte in den USA zogen an, nachdem einige wichtige US-Unternehmen bessere Quartalszahlen als erwartet schrieben. Dennoch hält die US-Regierung Kreditinstitute wie die Bank of America als auch die Citigroup noch nicht für krisenfest. Positiven Einfluss boten darüber hinaus die Ergebnisse zum US-Verbrauchervertrauen, die ebenso über den Erwartungen lagen. Diese wurden am vergangenen Dienstag ausgegeben.Der USD verlor während des gestrigen Handelstages über 130 Punkte gegen den EUR und schloss bei 133,22. Die US-Notenbank sieht mittlerweile einige Anzeichen dafür, dass zumindest der freie Fall der US-Wirtschaft vorbei sei. Diese Aussage galt trotz der gestern veröffentlichten schwachen Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im ersten Quartal des Jahres. Auch gegen den GBP verlor der Dollar bis zum Ende des Tages 125 Punkte und notierte bei 148,30. Gegen den JPY wiederum machte der USD Boden gut und kletterte um 0,6%, bzw. 60 Punkte. Diese Ergebnisse konnten überwiegend auf Berichte zurückgeführt werden, nach denen die Wirtschaft, sowohl in Japan, China als auch den USA angeblich angefangen habe, sich zu erholen.Für heute werden einige wichtige US-Daten erwartet: Wichtigste Veröffentlichung unter ihnen sind die Arbeitslosenanträge, die Persönlichen Ausgaben und das Persönliche Einkommen für den Monat März. Letztere werden gleichzeitig um 14:30 Uhr ausgegeben. Die Märkte werden sich nach Veröffentlichung der Zahlen voraussichtlich verhältnismäßig volatil verhalten. Darüber hinaus werden die Marktteilnehmer im weiteren Tagesverlauf die Konsequenzen des gestrigen schwachen US-Bruttoinlandsproduktes zu spüren bekommen. Demnach könnte der USD die Verluste gegenüber den Hauptwährungspaaren teilweise wieder aufholen, falls die Händler sich aus Unsicherheit erneut am "sicheren" Dollar orientieren sollten. Möglicherweise wird EUR/USD bis Handelsschluss nahe der 1,3200-Marke gehandelt werden.
EUR
EUR schnellt gegen USD in die Höhe
Gestern ergab sich für den EUR ein zinsbullischer Handelstag. Diese Entwicklung konnte nach Ausgabe der Zahlen zum europäischen Verbrauchervertrauen, die zum ersten Mal nach 11 Monaten gestiegen waren, beobachtet werden. Diese Nachricht ereilte die Marktteilnehmer, nachdem zuvor berichtet wurde, dass sowohl die USA als auch Japan, bezogen auf die globale Rezession, aus dem Gröbsten heraus seien. Somit stiegen die Aktienmärkte innerhalb der Eurozone, in Teilen bedingt durch die positiven Entwicklungen in den USA, einer verbesserten Situation der Banken in Großbritannien sowie einer geminderten Nachfrage an "sicheren" Währungen. Am deutlichsten konnten die Kursgewinne des EUR gegen den USD heute früh beobachtet werden.Bereits am Mittwoch legte der EUR zum Dollar 130 Punkte zu. Das Währungspaar schloss zum Handelsende bei 1,3322. EUR/JPY kletterte um beeindruckende 210 Punkte auf 129,90 in die Höhe. Auch in Japan werden Anzeichen einer sich erholenden Wirtschaftslage immer deutlicher. Zum Britischen Pfund verbesserte der EUR seinen Kurs nur geringfügig, während sich die starken Rezessionsängste in Europa erst langsam zerschlagen. Dieses Währungspaar legte um 15 Punkte zu und notierte letztendlich bei 0,8980.Auch für die Eurozone und Großbritannien stehen heutige einige wichtige Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Diese umfassen unter anderem um 08:00 Uhr den Hauspreisindex HPI Nationwide Building Society für April sowie die Eurostat Arbeitsmarktdaten für März mit der Arbeitslosenquote für die Eurozone um 11:00 Uhr. Die Ergebnisse werden höchstwahrscheinlich den Kurs von GBP und EUR zum Wochenende bestimmen. Darüber hinaus sollten EUR-Anleger Ansprachen von US-Präsident Barack Obama und der US-Notenbank gut im Auge behalten, die normalerweise hohe Volatilität auf den Devisenmärkten auslösen.
JPY
Verbesserte Wirtschaftssituation lässt Yen fallen
Nachdem, gestrigen Berichten zufolge, die Wirtschaftsnotlage im zweitgrößten Wirtschaftssystem der Welt auszuklingen scheint, konnten die Marktteilnehmer starke Kursverluste für den Yen beobachten. Der JPY rutschte über 60 Punkte auf 97,54 Yen pro Dollar ab, was durch ein verbessertes US-Verbrauchervertrauen noch verstärkt wurde. Eine Erholung der Wirtschaftslage sowohl in Japan als auch in den USA führte gestern zu deutlichen Kursverlusten des seit kurzem als "sichere" Währung geltendem JPY. Auch zum EUR rutschte der JPY um massive 210 Punkte zum Ende des Handelstages bis auf 129,90 ab. Sogar das Britische Pfund machte Boden gegenüber dem JPY gut, nachdem die Zuversicht an den US-Aktienmärkten auch Europa erreichte und die Nachfrage am Safe-Haven-JPY drückte.Japans Aktienmarkt wurde am Dienstag aufgrund eines Feiertages geschlossen. Nachdem dieser gestern wieder öffnete, setzte sich der Börsenaufschwung auch in Asien fort. Für den japanischen Aktienmarkt konnten ebenfalls Zugewinne verbucht werden. Diese Entwicklung ist auf die positiven Ergebnisse des US-Verbrauchervertrauens am Dienstag sowie das über den Erwartungen liegende europäische Verbrauchervertrauen von gestern zurückzuführen. Am Mittwoch wurden ebenfalls positive Daten aus Japan veröffentlicht. Der rückläufige JPY wurde gestern von beeindruckenden Produktionszahlen aus der Industrie begleitet, die einen ersten Anstieg innerhalb der letzten 6 Monate verdeutlichten. Insgesamt nahmen all diese Faktoren ihren Einfluss auf die Marktteilnehmer, die sich schlussendlich vom Yen wegorientierten, um sich risikoreicheren Anlagen zuzuwenden. Um 08:00 Uhr veröffentlicht die Bank of Japan (BoJ) ihren halbjährlichen Wirtschaftsbericht. JPY-Anleger sollten die sich daraus ergebenden Entwicklungen unbedingt im Auge behalten. USD/JPY könnte das Widerstandslevel bei 98,00 bis Handelsschluss überwinden.
Rohöl
Rohölpreise steigen um 4%
Die Rohölpreise stiegen gestern trotz unerwartet hoher Rohöllagerbestände um $2 bzw. 4% auf $51,44 pro Barrel. Der zinsbullische Trend des schwarzen Goldes konnte dabei überwiegend auf einen schwachen Dollar sowie einen sich verbreitenden Optimismus zurückgeführt werden, der sich auf eine schneller als prognostizierte Erholung der globalen Wirtschaft bezog. Darüber hinaus stützten in den vergangen zwei Tagen positive Wirtschaftsdaten aus den USA, China und der Eurozone das Anlegervertrauen in die Aktien- und Devisenmärkte.Demnach entschieden die Marktteilnehmer, sich ein weiteres Mal dem Rohölmarkt zuzuwenden. Darüber hinaus verstärkte ein schwacher Dollar, Tendenz steigend, die Rohölpreisen bei ihrem Kursanstieg am Mittwoch. Nun stellt sich jedoch die Frage, ob Rohöl sein zinsbullisches Momentum halten kann? Mittelfristig gesehen ist eine solche Entwicklung äußerst wahrscheinlich, auf kurze Sicht jedoch eher nicht, insbesondere in Anbetracht der bevorstehenden US-Arbeitslosenzahlen, die in dieser Woche eine Verschlechterung erfahren sollen. Rohöl-Anleger dürften die Gelegenheit nicht verpassen, ihren Profit aus dem gestrigen zinsbullischen Handelsverlauf für Rohöl zu schlagen. Der Rohstoff könnte schon bald bis auf die $50,50-Marke pro Barrel zurückfallen.
Technische News
EUR/USD
Der gestrige zinsbullische Börsengang könnte dieses Paar ein wenig zu sehr gestärkt haben. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aufgrund des RSI auf der 4-Stunden-Chart, der inzwischen im überkauften Bereich gehandelt wird. Darüber hinaus wird auf der gleichen Chart ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic deutlich. Beide Indikatoren weisen auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hin. Anleger sollte außerdem auf die sich verengenden Bollinger Bands auf der Stunden-Chart achten, die eine starke Preisbewegung ankündigen. Für heute könnte es bei diesem Paar richtig sein, zu verkaufen.
GBP/USD
Auf der 4-Stunden-Chart wird deutlich, dass sich der RSI dieses Währungspaares ebenfalls im überkauften Bereich befindet. Gleichzeitig hat sich ein rückläufiges Cross für den Oszillator Slow Stochastic gebildet. Auch hier besteht Potenzial für eine Abwärtskorrektur. Die aktuellste Preisbewegung zeigen die Bollinger Bands im oberen Grenzbereich, die sich jedoch in absehbarer Zeit in den unteren Bereich bewegen könnten. Händler sollten auch bei diesem Währungspaar auf fallende Kurse setzen und verkaufen.
USD/JPY
Obwohl dieses Paar eine Überwindung der 98,00-Marke nicht vollziehen konnte, scheint der jüngste Aufwärtstrend in den letzten zwei Tagen weiteres Potenzial in sich zu tragen. Die Tages-Chart gibt ein zinsbullisches Cross für den Slow Stochastic Oszillator aus. Dies könnte bedeuten, dass das Aufwärtsmomentum weiterhin bestehen bleibt. Für den RSI ist zu erkennen, dass auch hier der Preis im überkauften Bereich schwankt. Kaufen könnte heute die beste Entscheidung hierbei sein.
USD/CHF
Die aktuelle Aufwärtstendenz hat auch für USD/CHF den Preis in den überkauften Bereich des RSI auf der 4-Stunden-Chart gedrückt. Das könnte bedeuten, dass sich eine zinsbullische Korrektur bereits ankündigt. Auch das jüngste zinsbullische Cross des Slow Stochastic auf der Tages-Chart unterstützt diese Neigung. Eine gute Entscheidung könnte hier lauten: Kaufen.
Die Wild-Card
Rohöl
Nach dem gestrigen zinsbullischen Börsengang für Rohöl, werden für diesen Rohstoff bereits rückläufige Anzeichen deutlich. Die 4-Stunden-Chart gibt inzwischen ein rückläufiges Cross aus, dass als Hinweis für eine bevorstehende Abwärtstendenz gedeutet werden kann. Auf derselben Chart bewegt sich der Preis im überkauften Bereich. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine gute Gelegenheit bieten, auf fallende Kurse bei Rohöl zu setzen und zu verkaufen.
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