Dienstag, 7. April 2009

Bekanntgabe schwacher Wirtschaftsdaten senkt Vertrauen in USD

Die letztwöchigen Bekanntgaben der negativen Arbeitsmarktdaten veranlasste viele Devisenhändler sich vom USD abzuwenden. Da sich sowohl die Währungen der Eurozone als auch der Rohölpreis erholten, liegt die Vermutung nahe, dass sich in jüngster Zeit gewinnträchtigere Anlagemöglichkeiten als der US-Dollar boten. Klugerweise sollten Devisenhändler ggf. ihre Vorgehensweise ändern und sich nach anderen Investments als dem typischen Safe-Hafen-Dollar umsehen.


Wirtschafts News

USD
USA verzeichnen die schlechtesten Arbeitslosenzahlen seit 1983

Die vergangene Woche verlief größtenteils rückläufig für den Dollar. Der USD sackte im Vergleich zu EUR und GBP erheblich ab. Der EUR/USD-Kurs erreichte den Wert von 1,35, während die GBP/USD-Paarung zum höchsten Kurs seit fast zwei Monaten gehandelt wurde, nachdem sie den Wert von 1,4890 erreicht hatte. In der letzten Woche wurden eine ganze Anzahl wichtiger, die US-Wirtschaft betreffenden Daten veröffentlicht. Da war zum einen der US-Einkaufsmangerindex des verarbeitenden Gewerbes, der mit dem Wert von 36,3 den höchsten Stand seit 5 Monaten erreichte. Zum anderen zeigte der US-Immobilienmarkt weiterhin leichte Anzeichen der Erholung, da die noch nicht abgeschlossenen, aber bereits vertraglich fixierten Immobilienverkäufe im Februar um 2,1% anstiegen. All das hatte jedoch wenig Wirkung auf den Kurs des US-Dollar, da der ADP-Bericht zum Wechsel der US-Beschäftigung (NFP) aufzeigte, dass mit über 663.000 Arbeitsplatzverlusten im März der höchste Stand seit 25 erreicht wurde und die US-Wirtschaft im vierten aufeinander folgenden Monat jeweils mehr als 650.000 Arbeitsplätze verlor. Bei allem Respekt vor dem sich erholenden Immobiliensektor, solche erschreckenden Zahlen sind ein riesiges Warnzeichen für all jene, die glauben, die Krise läge jetzt hinter uns und nicht mehr vor uns. Im Licht eines solch problematischen Arbeitsmarktsektors war die Schwächung des Dollar eigentlich logischerweise zu erwarten.In der vor uns liegenden Woche werden eine ganze Reihe äußerst einflussreiche Daten bekannt gegeben, wobei unser Fokus ganz besonders auf zweien liegt. Als erstes ist da die US-Handelsbilanz, die den Unterschied in der Bewertung importierter und exportierter Waren und Dienstleistungen misst. Experten erwarten, dass sich das Defizit im Februar weiter verringert hat. Zum zweiten sind da der Bericht über die Erstansprüche auf Arbeitslosenunterstützung, die die Anzahl derer angeben, die in der vergangenen Woche zum ersten Mal Arbeitslosenunterstützung beantragt haben. In dieser Woche dürfte dieser Bericht noch größeren Einfluss als gewöhnlich haben, da Investoren mehr als gespannt darauf sind, ob sich die trübe Lage des US-Arbeitsmarktes weiter so fortsetzt. Händler sollten diesen Publikationen große Aufmerksamkeit zollen und ihre Positionen, den USD betreffend, entsprechend beziehen.

EUR
EUR weiter im Aufwind verglichen zu den anderen Haupt-Währungen

In der vergangenen Woche verzeichnete der EUR Aufwärtstrends im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner. Der EUR/USD-Kurs stieg auf etwa 1,3580 und der EUR/JPY-Kurs erreichte den Wert von 136,80. Verglichen zu GBP verzeichnete der EUR in der zurückliegenden Handelswoche jedoch einen Abwärtstrend. Die wichtigste Bekanntgabe der Eurozone war in der vergangenen Woche zweifelsohne die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzinssatz von 1,50% auf 1,25% zu senken. Normalerweise wenn für eine Region eine Leitzinssenkung beschlossen wird ist die automatische Reaktion darauf eine Schwächung der jeweiligen Währung. Diese Mal trat überraschenderweise genau das Gegenteil ein. Der Grund dafür ist wie folgt: Seit etwa einem Monat sind Experten der Meinung die EZB hätte keine andere Wahl als ihren Leitzinssatz zu senken, da die europäische Rate um vieles höher lag als die der USA, Japans und Großbritannien. So war jedermann während der vergangenen Woche der Meinung die EZB würde den Zinssatz um ein halbes Prozent senken. Als dann jedoch bekannt wurde, dass diese Senkung nur um 0,25% erfolgen würde, überraschte das viele Investoren, die daraufhin ihre Positionen neu bewerten mussten, was einen starken Aufwärtstrend für den EUR zur Folge hatte. In der vor uns liegenden Woche sollten sich Händler auf die deutschen Wirtschaftsdaten konzentrieren. Am Mittwoch um 10:00 MGZ werden die Auftragseingänge für die deutsche Industrie erwartet. Dieser Indikator misst den Wert neuer Auftragseingänge heimischer Hersteller für kurz- sowie langlebige Wirtschaftsgüter. Analysten erwarten, dass dieser Wert im sechsten aufeinander folgenden Monat rückläufig sein wird. Am Donnerstag um 10:00 MGZ erwartet man den monatlichen Bericht der deutschen Industrieproduktion. Dieser Index misst die Veränderung bei dem um Inflation bereinigten Wert der Industrieproduktionen. Auch hier erwarten Analysten einen Rückgang des Wertes im sechsten aufeinander folgenden Monat. Sollte das tatsächliche Ergebnis der Vorhersage entsprechen, dürfte sich der derzeitige Trend wenden und der EUR/USD-Kurs erheblich sinken. Händler sollten diese Bekanntgaben beachten und versuchen von den Auswirkungen der entsprechenden Ergebnisse Profit zu ziehen.

JPY
Der Yen verliert an allen Fronten an Boden

Der JPY verzeichnete in der vergangenen Woche einen außerordentlich rückläufigen Trend, und man kann mit Sicherheit sagen, sollten Sie den JPY verkauft haben, verfügen Sie jetzt über mehr Mittel bei Ihrem Eigenkapital als zuvor. So hat zum Beispiel der USD/JPY-Kurs zum ersten Mal seit sechs Monaten den Grenzwert von 100,00 überschritten. Es gibt zwei Gründe für den Rückgang des JPY in der vergangene Woche. Zum einen zeigten zwei sehr wichtige japanische Wirtschaftsindikatoren sehr unvorteilhafte Zahlen. Der Index für die japanische Industrieproduktion, der die Veränderung bei dem um Inflation bereinigten Wert der Industrieproduktionen misst, fiel um 9,4%, den fünften Rückgang in Folge. Zusätzlich zeigte der Tankan Manufacturing Index einen Absturz auf die -58 Marke, was den tiefsten Wert seit 34 Jahren darstellt. Zum anderen ist der Grund für die Schwäche des Yen auch darin zu finden, dass die japanische Wirtschaftspolitik darauf ausgerichtet ist, das Optimalste für das japanische Exportgeschäft zu erzielen und man glaubt, dieses sei am besten durch eine schwache Währung zu erreichen. Dieses sind die Hauptgründe für den niedrigen japanischen Leitzinssatz, der den Yen so schwach wie nur irgend möglich hält. In der vor uns liegenden Woche dürfte die wichtigste Bekanntgabe aus Japan die des Leitzinssatzes für April sein. Es wird weitläufig erwartet, dass die Bank of Japan den Zinssatz bei 0,10% belassen wird, da eine weitere Senkung wohl kaum möglich ist. Folglich, sollten nicht irgendwelche unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, wird der JPY in der kommenden Woche sehr wahrscheinlich seinen Abwärtstrend im Vergleich zu den Haupt-Währungen fortsetzen.

Rohöl
Könnte der Rohölpreis bis auf $55 pro Barrel klettern?
Während des letztwöchigen Handels stieg der Rohölpreis kontinuierlich an. Der Preis pro Barrel Rohöl durchbrach zum ersten Mal seit zwei Wochen die $50 Barriere und liegt derzeit bei über $53.00.Es scheint, als würden Spekulationen darüber, dass der auf dem G20-Gipfel beschlossene weltweite Konjunkturplan der Rezession ein Ende setzen würde und wir ab Anfang 2010 gar erste Zeichen weltweiten Wirtschaftswachstums sehen könnten, den Rohölpreis ansteigen lassen. Diese Mutmaßungen haben Investoren glauben lassen, dass die Nachfrage nach Rohöl im Verlaufe des Jahres 2009 noch dramatisch ansteigen werde. Zum anderen hat der Rückgang des USD-Kurses zu dem Spitzenwert beim Rohölpreis beigetragen, da Rohöl in Dollar bewertet wird. In dieser Woche sollten Händler sehr sorgfältig die Entwicklungen an den führenden Aktienmärkten verfolgen und die Haupt-Indikatoren, die in den USA und der Eurozone veröffentlicht werden im Auge behalten, um so die Entwicklung beim Ölpreis vorherzusehen. Nichtsdestotrotz, sollte der USD sich wie bislang weiter abschwächen, scheint der Preis von $55 pro Barrel für diese Woche ein realistisches Ziel zu sein.

Technische News

EUR/USD
Der jüngste Aufwärtstrend dieser Paarung hat den Kurs beim RSI des Stunden- und des 4-Stunden-Chart in den überkauften Bereich gedrängt, was auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hinweist. Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf dem Stunden- und 4-Stunden-Chart bestätigt, dass diese Annahme durchaus korrekt sein könnte. Zu verkaufen könnte für heute eine kluge Entscheidung sein.

GBP/USD
Der gleichmäßig ansteigende Wert dieser Paarung hat jüngst zu einem rückläufigen Cross beim Slow Stochastic auf dem Stunden-, 4-Stunden- und Tages-Chart geführt, was darauf hinweist, dass in nächster Zeit eine Abwärtsbewegung sehr wahrscheinlich scheint. Da sich der Kurs beim RSI auf dem Stunden- und 4-Stunden-Chart im überkauften Bereich bewegt, kann diese Annahme durchaus zutreffend sein. Zu verkaufen könnte für heute eine gute Strategie sein.

USD/JPY
Es scheint, als zeige sich beim Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart ein rückläufiges Cross, was besagt, dass eine Abwärtskorrektur in Bälde einsetzen könnte. Beim RSI auf dem Stunden-Chart scheint sich der Kurs dieser Paarung im überkauften Bereich zu bewegen. Zu verkaufen und die bevorstehende Abwärtskorrektur abzuwarten könnte für heute eine kluge Entscheidung sein.

USD/CHF
Der jüngste Rückgang dieser Paarung hat den Kurs beim RSI sowohl auf dem Stunden- als auch dem 4-Stunden-Chart in den überverkauften Bereich gedrängt, was besagt, dass eine Aufwärtskorrektur im Entstehen sein könnte. Das wird auch vom gerade entstandenen zinsbullischen Cross des Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart so bestätigt. Zu kaufen könnte hier eine gute Wahl sein.

Die Wild-Card

Gold


Der jüngste Rückgang des Goldpreises lässt alle Oszillatoren eine bevorstehende Aufwärtskorrektur signalisieren. Da der Preis beim RSI auf dem Stunden-, 4-Stunden- und Tages-Chart sich bereits im überverkauften Bereich bewegt dürfte diese Aufwärtskorrektur in allernächster Zukunft stattfinden. Die zinsbullischen Crosse des Slow Stochastic auf jedem dieser Charts bestätigen diese Annahme. Forex -Händlern bietet sich hier eine großartige Gelegenheit von der bevorstehenden Korrektur zu profitieren und kräftige Gewinne zu verzeichnen, indem sie rechtzeitig Long-Positionen beziehen nachdem die Aufwärtswende vollzogen wurde.

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