Freitag, 20. März 2009

Bernankes Rede wird Dollar-Kurs beeinflussen

Für heute ist für 16:00 MGZ eine Rede des US-Notenbank-Chefs Ben Bernanke vorgesehen. Ganz gleich was der Inhalt dieser Rede sein wird, der Kurs des Dollar wird sehr wahrscheinlich mit großer Volatilität darauf reagieren.


Wirtschafts News

USD
Dollar purzelt aufgrund gestiegenem Geldangebot


Die Rückläufigkeit des Dollar setzte sich diese Woche fort, und der Kurs erreichte im Vergleich zum EUR seinen tiefsten Stand seit 2 Monaten. Auch zum GBP und zum JPY verzeichnete der Dollarkurs einen Abwärtstrend. Die vor zwei Tagen bekannt gegebene Entscheidung der US-Notenbank, durch das Aufkaufen von US-Staatsanleihen Geld in den Markt zu pumpen, fügt der US-Währung weiterhin schweren Schaden zu. Gestern verlor der USD gewaltige 200 Pips verglichen zum EUR und schloss bei 1,3659. Zum JPY nahm der USD kräftige 150 Pips, oder 1,5%, ab und schloss bei 94,55. Die Verluste des Dollar zum britischen Pfund Sterling waren ebenfalls bemerkenswert, und der USD verlor am Donnerstag fast 300 Pips und schloss bei 1,4489.Im allgemeinen kann gesagt werden, dass die Entscheidung der US-Notenbank zwei unterschiedliche Auswirkungen zeigt, beide schwächen jedoch den Dollar. Zum einen wurden die Maßnahmen der Notenbank von Analysten weltweit recht enthusiastisch aufgenommen, was sich sogleich auf Investoren auswirkte, die nun mehr Zuversicht dahingehend haben, dass es den USA gelingen wird einen Ausweg aus der derzeitigen Rezession zu finden. Insofern, wie sich jüngst wieder bewies, bedeuten gute Nachrichten aus der US-Wirtschaft noch bessere Nachrichten für den Rest der westlichen Welt, da diese Länder zu einem großen Teil vom Warenkonsum in den USA abhängig sind. Zum anderen, wie schon oben beschrieben, wird bei diesem Prozess der Geldumlauf erhöht und demzufolge langfristig der Dollar verfügbarer und damit billiger. Ein weiterer wichtiger Faktor, der gestern zum Missgeschick des Dollar beitrug, war die Bekanntgabe der neuesten US-Arbeitslosenzahlen. Obwohl die Zahlen ein klein wenig besser als erwartet ausfielen, meldeten sich vergangene Woche doch immer noch 646.000 Personen arbeitslos, gegenüber den prognostizierten 652.000, was als höchst unbefriedigend angesehen werden muss. Die nächste Bekanntgabe dieses Indikators könnte ein entscheidender Maßstab für die Lage der US-Wirtschaft und der Aussichten auf wirtschaftliche Erholung sein. Händler sollten der Veröffentlichung am kommenden Donnerstag um 12:30 MGZ große Aufmerksamkeit schenken.Für heute ist das einzig wichtige Ereignis auf dem US-Wirtschaftskalender die Rede des US-Notenbank-Chef Ben Bernanke, die um 16:00 MGZ erwartet wird. Nach den Reaktionen die Bernankes Ansprache vor zwei Tagen auslöste können Händler es sich nicht leisten die heutige Rede zu ignorieren. Die Auswirkung seiner Worte könnte gar eine moderate Korrektur der letzttägigen Dollarschwäche sein.

EUR
EUR stark im Aufwind im Vergleich zum Dollar


Der EUR setzte gestern seinen kräftigen Aufwärtskurs fort. Am stärksten war das im Vergleich zum USD, als der Kurs der EUR/USD-Paarung sogar bis auf über 1,37 stieg, um letztlich mit 200 Pips im Plus bei 1,3659 zu schließen. Zum JPY hingegen schloss der USD den gestrigen Handel so gut wie unverändert bei 129,15, da es dem Yen gelang seinen Kurs beizubehalten. Zum britischen Pfund Sterling legte der EUR 50 Pips zu und schloss bei 0,9423. Die EUR/GBP-Paarung nähert sich somit peu a peu der Parität. Es hat den Anschein als hätte die mangelnde Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) es der US-Notenbank hinsichtlich des Aufkaufens von Staatsanleihen gleichzutun, entscheidenden Einfluss auf die Stärke der europäischen Währung im Vergleich zu den anderen Haupt-Währungen. Es ist jedoch die weit verbreitete Ansicht, dass die EZB sich hinsichtlich eines Konjunkturpakets nicht länger dem öffentlichen Druck widersetzen kann und dass sie in Bälde einen eigenen Konjunkturplan vorlegen wird. Dieser Plan dürfte im Vergleich zum amerikanischen sehr viel bescheidener ausfallen, doch könnte er ähnliche Auswirkungen auf die europäische Währung haben. Ein solcher Konjunkturplan für die Eurozone könnte dafür sorgen, dass dem derzeitigen Aufwärtstrend des EUR sehr viel eher als erwartet ein Ende gesetzt wird. Händler sollten daher in den kommenden Tagen und Wochen außerordentlich wachsam sein, da sich ihnen eine großartige Gelegenheit bietet von der Umkehr des Schicksals des EUR zu profitieren. Sollte die EZB tatsächlich ein oben beschriebenes Konjunkturpaket beschließen, könnten Händler quasi auf den noch stehenden Zug aufspringen, was ihnen große Gewinnchancen verschaffen dürfte. Für heute werden eine Anzahl wirtschaftlicher Publikationen aus der Eurozone erwartet. Der wichtigste wird wohl um 07:00 MGZ der deutsche Erzeugerpreisindex sein, bei dem man einen Rückgang um 0,2% gegenüber Vormonat erwartet. Bei den für 10:00 MGZ vorgesehenen Zahlen der europäischen Industrieproduktion geht man von einem Rückgang von 3,8% gegenüber Vorwert aus. Sollten diese Vorhersagen tatsächlich zutreffen, könnten Händler Zeugen eines relativ rückläufigen EUR-Handel am heutigen Tag werden. Jedoch sollten die Wirtschaftsnachrichten aus den USA nicht vernachlässigt werden, da auch diese die heutigen Entwicklungen beeinflussen können.

JPY
Yen steigt im Vergleich zum Dollar


Der Yen befand sich gestern im Vergleich zum Dollar im Aufschwung, jedoch nicht aufgrund gestiegener Nachfrage für den JPY sondern eher aufgrund des sich abschwächenden USD. Diese Schwäche des Dollar ist hauptsächlich der Entscheidung der US-Notenbank den Leitzinssatz nahe 0 bei 0,25% zu belassen zuzuschreiben, und auch ihrer Ankündigung des Aufkaufens von Staatsanleihen, was die Geldumlaufmenge drastisch erhöhen wird. Die Stärke des Yen geht auch zurück auf die pessimistische Sichtweise der Bank of Japan (BoJ), die verlauten ließ, dass die wirtschaftlichen Bedingungen in Japan sich erheblich verschlechtert haben und dass das auch weiterhin so der Fall sein wird. Zu anderen Zeiten hätte eine solche Äußerung einen massiven rückläufigen Trend beim JPY ausgelöst, doch neuerdings scheint es, als würden alle Währungen im Vergleich zum Dollar steigen, ganz gleich wie es um die örtlichen wirtschaftlichen Begebenheiten bestellt ist. Langfristig dürfte die BoJ ihren Wunsch nach einem schwachen Yen wieder aufleben lassen, so dass der zu gegebener Zeit an Wert verlieren dürfte, was Händler auf jeden Fall in Betracht ziehen sollten.Beim gestrigen Handel verzeichnete der JPY gemischte Ergebnisse im Vergleich zu den Haupt-Währungen. Zum USD stieg der JPY um starke 150 Pips, bzw. 1,5%. Der USD/JPY Kreuzkurs fiel bis auf 93,53 bevor er dann bei 94,55 schloss. Zum GBP verlor der JPY 60 Pips und schloss bei 137,01 und so machte die britische Währung einiges ihrer Verluste zur japanischen Währung wieder wett. Der EUR/JPY Kreuzkurs schloss den Handel am Donnerstag nahezu unverändert bei 129,15, da beide Währungen erhebliche Kursgewinne verglichen zum Dollar verzeichneten. Heute bleiben die japanischen Banken wegen des Feiertags der Frühlingstagundnachtgleiche geschlossen. Händler sollten daher die wirtschaftlichen Nachrichten aus den anderen führenden Regionen, wie den USA, der Eurozone und Großbritannien aufmerksam verfolgen.

Rohöl
Rohölpreis erreicht $52


Der Rohölpreis stieg gestern auf über $52 pro Barrel, um dann bei $51,39 zu schließen, was einem Anstieg um 150 Pips bzw. 3% entspricht. Damit verzeichnete der Rohölpreis einen massiven Wochengewinn von etwa 13%. Das ist hauptsächlich den Anzeichen einer möglichen wirtschaftlichen Erholung in den USA zuzuschreiben. Es scheint als wäre auch der ungewöhnlich hohe Grad an Disziplin seitens der OPEC ein weiterer Grund für den hohen Preis des Rohöls. Der OPEC gelang es die richtige tägliche Fördermenge korrekt einzuschätzen und somit dem fortschreitenden Verfall des Rohölpreises Einhalt zu gebieten. Dem hohen Rohölpreis liegt auch der erhebliche Kursverfall des Dollar zugrunde. Da Rohöl in Dollar bewertet wird bedeutet jeglicher Kursverfall des USD einen Aufwärtstrend des Ölpreises. Für heute wird Händlern empfohlen die wirtschaftlichen Publikationen, insbesondere aus den USA, aufmerksam zu verfolgen, und noch wichtiger die Bewegungen des USD im Vergleich zu den anderen führenden Währungen, um die heutige Entwicklung des Ölpreises vorherzusehen. Fall der Dollar weiter absinken sollte, könnte es sein, dass der Rohölpreis gar $55 pro Barrel erreicht bevor sich die Woche dem Ende zuneigt.

Technische News

EUR/USD
Der Kurs dieser Paarung scheint sich beim RSI auf dem Tages-Chart im überkauften Bereich zu bewegen, was auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hindeutet. Die Abwärtsrichtung der Momentum-Oszillatoren auf dem 4-Stunden-Chart bestätigt diese Annahme. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

GBP/USD
Der zinsbullische Trend verliert an Kraft und die Paarung scheint sich um den Wert von 1,4460 zu konsolidieren. Das rückläufige Cross des Slow Stochastic auf dm 4-Stunden-Chart besagt, dass in naher Zukunft eine Abwärtskorrektur stattfinden könnte. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

USD/JPY
Das 4-Stunden-Chart zeigt, dass diese Paarung sich noch in einer rückläufigen Konfiguration befindet. Der RSI bewegt sich jedoch schon im überverkauften Bereich, was besagt, dass in nächster Zukunft eine Aufwärtskorrektur stattfinden könnte. Sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

USD/CHF
Das Stunden-Chart vermittelt gemischte Signale und sein RSI bewegt sich im neutralen Bereich. Der RSI auf dem 4-Stunden-Chart bewegt sich jedoch schon im überverkauften Bereich, was besagt, dass in nächster Zukunft eine Aufwärtskorrektur stattfinden könnte. Sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

Die Wild-Card

Gold
Der Goldpreis stieg in den vergangenen zwei Tagen erheblich an und erreichte bei $956 pro Feinunze seinen Höchststand. Der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart zeigt jedoch ein rückläufiges Cross, was bedeutet, der jüngste Aufwärtstrend verliert an Kraft und eine Abwärtskorrektur steht bevor. Hier dürfte sich Forex -Händlern eine gute Gelegenheit bieten sich diesem Trend zu einem frühen Zeitpunkt anzuschließen.

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