Dienstag, 31. März 2009

Drohende Insolvenz bei US-Autofirmen kurbelt Dollar-Kurs an

Unruhen in der US-Automobilindustrie veranlassten Devisenhändler sich bei Dollar und Yen in Safe-Hafen-Positionen zu begeben. Des Weiteren trugen Verluste an den Aktienmärkten zu schwindendem Vertrauen in die Weltwirtschaft und zu geringerer Risikofreudigkeit bei.


Wirtschafts News

USD
Drohende Insolvenz bei Autoherstellern heizt Dollar-Käufe an


Der Dollar-Kurs setzte gestern seinen Aufschwung fort, da Befürchtungen über bevorstehende Insolvenzen am US-Automobilmarkt die Flucht in Safe-Hafen-Währungen auslöste. Dazu trugen auch Verluste an den US-Aktienmärkten bei, die von den Sorgen über die Automobil- und Banken-Sektoren hervorgerufen wurden. Der EUR/USD-Kurs schloss gestern bei 1,3190 gegenüber Vorwert von 1,3268, und der GBP/USD-Kurs bei 1,4256 gegenüber 1,4276.Für Devisenhändler gab es gestern keinerlei Veranlassung Positionen bei riskanteren Währungen zu beziehen. Am Wochenende erklärte US-Finanzminister Timothy Geithner, dass einige Banken wohl weitere Kapitalspritzen benötigen würden. Was die Märkte auch beeinflusste war die Haltung der Regierung Obamas, eher Insolvenzen am Automobilmarkt hinzunehmen als weitere Rettungspläne zu erstellen. Demzufolge hängen jetzt drohende Insolvenzen von General Motors und Chrysler über den Märkten. Eine solche Situation könnte auch nachteilige Wirkung auf die Finanzmärkte haben, da die Schulden dieser beiden Automobilfirmen im weltweiten Finanzsystem verwoben sind. In Hinsicht auf den heutigen Handel sollten Händler sich bewusst sein, dass um 12:30 MGZ das monatliche kanadische Bruttoinlandsprodukt bekannt gegeben wird. Der USD/CAD-Kurs legte heute um 1,2% zu, da der Markt ein Schrumpfen um 0,6% des kanadischen BIL im Januar erwartet. Sollte das Ergebnis jedoch schlechter als der prognostizierte Wert ausfallen, könnte der USD/CAD-Kurs heute bis zum Widerstandswert von 1,2700 ansteigen.

EUR
Ist Inflation ein Besorgnisgrund für den EUR?


Der EUR scheint sich auf Korrekturkurs zu befinden da auch die Gründe für seine Gewinne im Vergleich zum EUR immer deutlicher werden. Der EUR hat in den letzten 2 Tagen an Wert verloren. Grund dafür waren Befürchtungen über zukünftige währungspolitische Maßnahmen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) und eine Abnahme der Risikobereitschaft. Gestern schloss der EUR im Vergleich zum Dollar im Minus, und der EUR/GBP-Kurs fiel auf 0,9250 gegenüber Vorwert von 0,9312.Es wird allgemein erwartet, dass die EZB später in der Woche den Leitzinssatz um weitere 50 Basispunkte senken wird. Es rankt sich jedoch immer noch eine Debatte um das Thema, ob die EZB weitere Schritte einleiten wird um den arg gebeutelten europäischen Kreditmarkt zu entlasten, indem sie langfristige Staatsanleihen aufkauft. Damit würde sie dem Vorbild der US-Notenbank und der Bank of Japan folgen. Gestern hielt der EZB-Präsident Trichet eine Rede vor dem europäischen Parlament und bestätigte, dass sich die europäische Wirtschaft seit Anfang des Jahres im Abschwung befindet. Bemerkenswert war übrigens auch die Herabstufung der Ratings der Staatsschulden der Republik Irland. Heute könnte der Kurs des EUR durch die Veröffentlichung des jährlichen Schätzwertes des Verbraucherpreisindexes (CPI) beeinflusst werden. Dieser ist ein frühzeitiger Indikator für die Inflationsrate in der EU. Trichet bestätigte gestern, dass derzeit kein nennenswertes Risiko einer Deflation bestünde und dass die EZB die Zielquote für Inflation nahe 2% gesetzt hat. Vom Verbraucherpreisindex wird angenommen, dass er um 0,7% ansteigen wird. Sollte der Wert tatsächlich höher liegen, widerspricht das den Äußerungen Trichets und könnte dem EUR beim heutigen Handel noch weiteren Schaden zufügen.

JPY
Yen im Aufwind aufgrund Risikovermeidendem Handel


Nachdem die Regierung Obama bekannt gab sie würde eine geordnete Insolvenz amerikanische Automobilhersteller befürworten und große Verluste an den Aktienmärkten zu verzeichnen waren, sah sich der USD/JPY heftiger Volatilität ausgesetzt. Die Paarung schloss bei 98,15 gegenüber Vorwert von 97,75. Die heftige Volatilität des USD/JPY-Kurses zeigte sich in einem Tiefstwert von 126,40 und einem Schlusswert von 130,05, nachdem der Tagesausgangswert bei 129,76 gelegen hatte. Diese war innerhalb der letzten 11 Tage die heftigste Bewegung des Yen zum EUR. Nachdem die japanischen Arbeitslosenzahlen schlimmer als erwartet ausgefallen waren, fiel der Yen in den frühen Stunden des japanischen Handels. Einige Wirtschaftswissenschaftler sind der Ansicht, dass die Arbeitslosenquote ihren Höchstwert noch nicht erreicht hat. Da das japanische Exportgeschäft sich weiter im Abschwung befindet wird den Herstellern über kurz oder lang nichts anderes übrig bleiben als Kosteneinsparung in Form von Arbeitsplatzstreichungen vorzunehmen. Händler sollten die für später am Tag vorgesehene Veröffentlichung des Tankan-Berichts im Auge behalten. Dieser ist eine wichtige Meßlatte für Stimmungen und Erwartungen der großen Industrieunternehmen der japanischen Wirtschaft. Die Bekanntgabe schlechter Ergebnisse bei diesem Indikator könnte zu einem Abschwung des Yen im Vergleich zu den anderen Haupt-Währungen führen.

Öl
Rohölpreis fällt unter $50 pro Barrel


Der Preis für Rohöl ist wieder einmal unter die psychologisch wichtige Marke von $50 pro Barrel gefallen. Der Rohölpreis stürzte gestern um 4,5% ab, da Befürchtungen für eine Insolvenz der drei größten US-Automobilhersteller der Nachfrage nach Rohöl einen Dämpfer verpassten und Aktienmärkte in Talfahrt versetzten. Die jüngste Erholung beim Dollar-Kurs trug auch zum Druck auf den Rohölpreis bei.Die Tatsache, dass die Weltwirtschaft nur sehr geringe Anzeichen der Erholung vermittelt trug ebenfalls zum Rückgang des Rohölpreises bei. Anhaltende Arbeitsplatzverluste und Verluste an den Aktienmärkten haben den Rohölpreis von seinem letztwöchigen Höchstwert von über $54 abstürzen lassen. Händler dürften heute auch kaum Unterstützung für den Ölpreis erwarten können, da um 2:00 MGZ der Bericht über das US Verbrauchervertrauen des Conference Boards veröffentlicht wird. Seien Sie nicht überrascht, wenn die Stimmung des amerikanischen Verbrauchers ziemlich am Boden liegt. Das könnte den Ölpreis heute sogar noch weiter drücken, ggf. gar bis auf den Wert von $48 pro Barrel.

Technische News
EUR/USD


Der RSI auf dem 4-Stunden-Chart zeigt den Kurs dieser Paarung im überverkauften Bereich, was heißen könnte, dass eine Aufwärtskorrektur bevorsteht. Die Aufwärtsrichtung des Slow Stochastic auf dem Tages-Chart bestätigt ebenfalls diese Annahme. Sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

GBP/USD
Das Tages-Chart zeigt gemischte Signale und sein RSI fluktuiert im neutralen Bereich. Der RSI auf dem Stunden-Chart bewegt sich jedoch bereits im überkauften Bereich, was darauf schließen lässt, dass in naher Zukunft eine rückläufige Korrektur stattfinden könnte. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

USD/JPY
Dieses Paar unterliegt bereits seit einer Weile hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic des Tages-Chart vermittelt gemischte Signale. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen eine eindeutige Tendenz nicht erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie hierbei auf deutlichere Signale auf dem Stunden-Chart.

USD/CHF
Das enge Range Trading setzt sich fort und die Paarung zeigt keinerlei klare Richtung an. Sie handelt derzeit um den Wert von 1,1480. Der RSI des 4-Stunden-Chart bewegt sich bereits im überkauften Bereich, was darauf hindeutet, dass der jüngste Aufwärtstrend an Kraft verliert und eine rückläufige Korrektur bevorsteht. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

Die Wild-Card
Rohöl


Der Ölpreis ist wieder einmal gefallen und das Barrel Rohöl wird derzeit um die $48,93 gehandelt. Jetzt vermitteln alle Oszillatoren auf dem 4-Stunden-Chart zinsbullische Signale, was heißt, dass der Ölpreis steigen könnte. Hier könnte sich Forex-Händlern eine großartige Gelegenheit bieten sich einem äußerst populären Trend anzuschließen.

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