Die Finanzminister und Zentralbank-Chefs der 20 führenden Industrienationen beginnen heute auf ihrem Wirtschaftsgipfel mit den Besprechungen, bei denen eine Reihe von Themen bezüglich der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklung angesprochen werden. Diese Treffen, was Tage dauern kann, wird einen direkten Einfluss auf den Markt haben, doch werden die Entscheidungen die während des Gipfels gefällt werden erfahrungsgemäß erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Tat umgesetzt. Nichtsdestotrotz sollten Devisenhändler auf Äußerungen bezüglich Konjunkturpläne und Leitzinssenkungen achten, da diese Aufschluss über zukünftige währungspolitische Entscheidungen der Zentralbanker vermitteln können.
Wirtschafts News
USD
Dollarkurs auf Berg- und Talfahrt während der Aktienmarkt kräftige Gewinne verzeichnet
Der Dollar durchlebte gestern einen äußerst volatilen Handel während der amerikanische Aktienmarkt am Donnerstag massive Gewinne verzeichnete. Der Dow Jones stieg um bemerkenswerte 240 Punkte oder anders gesagt 3,5%. Das lag an einer Anzahl verschiedener Faktoren. So ließ General Electric verlauten, dass der Verlust ihres AAA-Ratings der Firma nicht schaden würde. General Motors gab bekannt, dass sie in diesem Monat keine staatlichen Kredite benötigen werden, und die besser als erwarteten Einzelhandelsumsätze trugen ebenfalls zur Erholung am Aktienmarkt bei. Das führte zu großen Schwankungen des Dollar im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern. Verglichen zu manchen Währungen verzeichnete er Gewinne, wohingegen, wie beispielsweise dem EUR, er kräftige Verluste hinnehmen musste.
Da Investoren entschieden sich auf riskantere Anlagewerte einzulassen fiel der Dollar im Vergleich zum EUR um 100 Punkte und schloss den gestrigen Handel bei 1,2924. Auch zum britischen Pfund Sterling verzeichnete der Dollar Verluste. Hier dürfte es sich allerdings eher um eine Korrektur des Kurses dieser Paarung gehandelt haben, da das Pfund in letzter Zeit zum Dollar schwer an Boden verloren hatte. Die britische Währung legte um 50 Punkte zum Dollar zu und schloss bei 1,3918. Beim japanische Yen jedoch sah der Dollar einen Kursgewinn von 150 Punkten und schloss bei 97,63. Was die Erholung am US-Aktienmarkt und den Kursverlust des Dollar zum EUR ebenfalls bewirkten waren die beeindruckenden Zahlen, die die Bank of Amerika, JP Morgan und die Citigroup gestern vorlegten und die zu erhöhter Risikobereitschaft beitrugen.
Sollte dieser Trend anhalten, könnte dieses den Wendepunkt in der derzeitigen Rezession darstellen. Das wiederum könnte eine große Bedeutung für den Devisenmarkt haben. Investoren könnten in sich in Scharen vom Safe-Hafen-Dollar abwenden und zu Währungen wie dem GBP und dem EUR zurückkehren. Um jedoch ganz sicher zu gehen sollte die weltweite Wirtschaftslage jedoch täglich neu bewertet werden. Bevor wir ins Wochenende gehen erwarten wir heute aber noch einige wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA. Da sind um 12:30 MGZ die Zahlen der US Handelsbilanz und um 13:55 MGZ der vorläufige Bericht der Universität Michigan (UoM) über das Verbrauchervertrauen. Besser als erwartete Zahlen könnten den EUR/USD-Kurs bis Handelsschluss am Freitag bis auf 1,300 ansteigen lassen. Es dürfte für Händler auch ratsam sein darauf zu achten, ob aus der Eurozone Verlautbarungen wahrzunehmen sind, wonach in den kommenden Monaten der Leitzinssatz eventuell bis nahe 0% gesenkt werden könnte.
EUR
EUR verzeichnet Gewinne im Vergleich zu den Haupt-Währungen
Beim Handel am Donnerstag verzeichnete der EUR bemerkenswerte Kursgewinne im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern. Das war die Folge von ähnlichen Gewinnen an den Aktienmärkten in der Eurozone, die sicherlich von der Erholung an der Wall Street angeregt wurden. Auch erhielt die allgemeine Zuversicht gestern einen kräftigen Anschub, als der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, verlauten ließ, dass er gedenke der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sehr viel aggressiver zu begegnen als von vielen Analysten ursprünglich angenommen.Trichet sagte, er plane den Tages-Lombardsatz auf 0,5% zu senken.
Kurzfristig sorgte das für eine Zunahme der Nachfrage für die europäische Währung. Diese jüngste Entwicklung dürfte in den vor uns liegenden Wochen zu großer Volatilität zwischen dem EUR un seinen Haupt-Währungspartnern führen. Der EUR legte beim gestrigen Handel verglichen zum britischen Pfund Sterling um 40 Punkte zu und schloss bei 0,9284. Zum JPY verzeichnete er sogar einen Gewinn von 300 Punkten und schloss bei 126,24. Das ist zurückzuführen auf die Erholung am japanischen Aktienmarkt und auf die schwachen Zahlen des japanischen Bruttoinlandsprodukts, das aufzeigte, dass die japanische Wirtschaft im 4. Quartal 2008 um 3,2% geschrumpft ist und somit das schlechteste Ergebnis seit 1974 aufwies. Zum Dollar stieg der EUR um 100 Punkte auf 1,2924, da Investoren riskantere Anlagewerte bevorzugten.Für heute werden wieder einige wichtige Nachrichten aus der Eurozone erwartet.
Der deutsche Großhandelspreisindex (der die Entwicklung der Preise für die von Großhändlern im Inland abgesetzten Waren misst) wird um 7:00 MGZ bekannt gegeben, und die Zahlen für die Einzelhandelsumsätze werden um 10:00 MGZ veröffentlicht. Sollten diese Zahlen den Erwartungen entsprechen dürfte sich die Kursgewinne des EUR zu seinen Haupt-Währungspartnern sogar noch ausweiten. Es mag auch andere Faktoren später am Tage geben die die Stärke des EUR beeinflussen, wie auch Investoren von den derzeitigen Marktbedingungen profitieren.
JPY
JPY im Abschwung aufgrund schwachem Bruttoinlandsprodukts und Erholung am Aktienmarkt
Der Kurs des JPY war am Donnerstag aus zweierlei Gründen auf Talfahrt. Zum einen war da die Bekanntgabe des japanischen Bruttoinlandsprodukts, das aufzeigte, dass die japanische Wirtschaft im 4. Quartal 2008 um 3,2% geschrumpft ist und somit den größten Rückgang seit 1974 verzeichnete. Der zweite Grund der gestern zu einem sehr schwachen Yen führte, war die, durch die Wall Street angeregte, Erholung am japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei-Index stieg um über 300 Punkte, oder 4%, während Investoren von dem Safe-Hafen-Yen abwandten. Aktien von Sony, Canon und der japanische Bankensektor verzeichneten beträchtliche Gewinne. Das war der Anstoß den Japan brauchte um aufzuzeigen, dass Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Könnten wir vielleicht eine Kehrtwende beim wirtschaftlichen Schicksal Japans erleben?Der JPY verzeichnete schwere Kursverluste im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern.
Zum Dollar fiel die japanische Währung um 150 Punkte und schloss bei 97,63. Zum EUR fiel der JPY gar um ganze 300 Punkte, da sich aufgrund der Finanzpolitik der Eurozone erneut Zuversicht breit machte und man sich von den weniger riskanten Anlagewerten abwandte. Das britische Pfund Sterling gewann verglichen zum JPY gestern 250 Punkte und schloss bei 135,93, womit das Pfund die Verluste der vergangene Tage wettmachte. Verbesserte Zahlen für Industrieproduktion und Verbrauchervertrauen mögen fürs Erste die Stärke des JPY beim frühen Handel bestimmen. Doch später am Tag wird der Kurs des Yen mehr und mehr von den Entwicklungen in den USA und der Eurozone bestimmt werden.
Rohöl
Rohölpreis steigt um $4
Der Rohölpreis für April-Lieferungen stieg am Donnerstag um dramatische $4 pro Barrel auf $46,60 im Vorfeld des Treffens der Mitglieder der Organisation Erölexportierender Länder (OPEC) am kommenden Sonntag. Funktionäre aus Saudi Arabien und Libyen sagten, dass bei diesem Treffen eine Entscheidung hinsichtlich weiterer Förderungsdrosselungen fallen würde. OPEC-Offizielle gingen allerdings nicht ins Detail. Nach wie vor gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich der destabilisierten wirtschaftlichen Situation beim Ölpreis. Die ganze Woche über hat sich der Ölpreis äußerst volatil verhalten je näher das OPEC-Treffen in Wien rückt. Am Mittwoch beispielsweise fiel der Rohölpreis dramatisch ab, da sehr viel größere US Rohöl-Lagerbestände als erwartet bekannt wurden. Es scheint, als würden diese Verluste nun der Vergangenheit angehören. Wir werden uns noch bis Sonntag gedulden müssen, um zu erfahren welche Überraschungen die Öl-Minister der OPEC für uns in petto haben.
Technische News
EUR/USD
Der jüngste zinsbullische Trend verliert an Kraft, und die Paarung scheint sich um den Wert von 1,29 zu konsolidieren. Der RSI des Stunden-Chart bewegt sich bereits im überkauften Bereich, was besagt, dass dem Aufwärtstrend bald eine rückläufige Korrektur folgen wird. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
GBP/USD
Das 4-Stunden-Chart vermittelt gemischte Signale und sein RSI fluktuiert im neutralen Bereich. Jedoch befindet sich der RSI des Tages-Chart nahe dem unteren Grenzwert, was darauf schließen lässt, dass die mögliche nächste Bewegung eine Aufwärtsbewegung sein kann. Sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
USD/JPY
Das typische Range Trading auf dem Stunden-Chart setzt sich fort. Beim Stunden-Chart bewegen sich sowohl RSI als auch Slow Stochastic um neutralen Bereich. Der RSI auf dem 4-Stunden-Chart zeigt die Paarung jedoch nahe dem unteren Grenzwert, was heißt, dass eine baldige Aufwärtskorrektur bevorsteht. Auch hier kann es heißen: Sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
USD/CHF
Das Tages-Chart vermittelt gemischte Signale und sein Slow Stochastic fluktuiert im neutralen Bereich. Der Slow Stochastic auf Stunden-Chart zeigt jedoch ein neues rückläufiges Cross, was besagt, daß eine Abwärtskorrektur in kürzester Zeit stattfinden könnte. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
Die Wild-Card
Rohöl
Der Rohölpreis stieg gestern dramatisch an und erreichte seinen Höchststand bei $46,50 pro Barrel. Der RSI auf dem Stunden-Chart bewegt sich jedoch im überkauften Bereich, was bedeuten kann, dass der jüngste Aufwärtstrend an Kraft verliert und eine rückläufige Korrektur bevorsteht. Hier könnte sich Forex -Händlern eine gute Gelegenheit bieten sich einem neuen Trend zu einem sehr frühen Zeitpunkt anzuschließen.
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