Montag, 30. März 2009

Spekulationen über EZB Leitzinssenkungen verursachen Aufschwung beim Dollar

Der Dollar stieg im Vergleich zum EUR um 0,2%, da schwächer als erwartete Daten aus der Eurozone über Industrieaufträge und deutsche Inflationsrate das Vertrauen von Investoren etwas ankratzte und sie beim Safe-Hafen-Dollar Zuflucht nehmen ließ. Die EZB steht unter Druck es der US-Notenbank gleichzutun was das Aufkaufen von Staatsanleihen betrifft, gemeinhin Lockerung der Geldmarktpolitik genannt. Neben den Erwartungen, dass die EZB den Leitzinssatz um einen halben Prozentpunkt auf ein neues Rekordtief von 1,0% senken wird, ist man am Markt sehr gespannt darauf wie weit die EZB den anderen Zentralbanken, wie beispielsweise der US-Notenbank, beim Ergreifen unkonventioneller Schritte zur Belebung der Wirtschaftslage, folgen wird.


Wirtschafts News

USD
Könnte der Dollar seinen Aufwärtstrend fortsetzen?


Vergangene Woche ergab sich für Devisenhändler die außergewöhnliche Gelegenheit aus dem Ankauf von US-Dollar Profit zu ziehen. Die beiden führenden Währungen, durch die der USD seine Gewinne verzeichnete, waren der EUR und das GBP. Es scheint als hätte der USD seinen Aufwärtstrend einigen unerwarteten positiven Nachrichten zu verdanken, insbesondere was den Immobiliensektor betrifft. In der vergangenen Woche ergaben sich sowohl für Eigenheimverkäufe aus Bestand als auch für Verkäufe von Hausneubauten besser als erwartete Zahlen, was sich in den 4,72 Mio. Verkäufen fertiger Wohnhäuser und den 337.000 Verkäufen neu erbauter Wohnhäuser im Februar ergab. Diese Daten waren eine große Überraschung, da Experten für diese beiden Sparten recht trübe Zahlen in Aussicht gestellt hatten, und demzufolge schlug der Dollar einen sehr starken Aufwärtstrend ein. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass die weltweite Rezession ihren Anfang in der schweren Krise des US-Immobilienmarkts hatte. Nun jedoch sorgen eine Reihe positiver Nachrichten auf diesem Bereich für einen recht schnellen Aufschwung des Dollar. Weitere positive Zahlen gab es vergangene Woche für die Umsätze langlebige Wirtschaftsgüter zu berichten, die ebenfalls besser als erwartet ausfielen. Während Experten für diesen Wirtschaftszweig für Februar ein Negativwachstum prognostiziert hatten, ergab sich in Wirklichkeit ein Realwachstum von annähernd 4,0%.In der vor uns liegenden Woche werden sehr wahrscheinlich zwei Haupt-Ereignisse die Richtung des Dollar bestimmen. Das erste werden die noch nicht abgeschlossenen, aber bereits vertraglich fixierten Immobilienverkäufe sein, von denen erwartet wird, dass sie die positive Richtung auf dem Immobiliensektor fortsetzen. Sollten sich unerwarteterweise jedoch negative Ergebnisse einstellen dürften sich die Befürchtungen von Investoren über die US-Wirtschaftslage wieder verstärken. Das zweite wichtige Ereignis wird am Freitag um 12:30 MGZ die Veröffentlichung des ADP-Berichts zum Wechsel der US-Beschäftigung (NFP) sein. Wie sich in der Vergangenheit schon oftmals zeigte, setzen Investoren großes Vertrauen in die Glaubwürdigkeit dieses Gutachtens und reagieren sofort auf die entsprechenden Ergebnisse. Händler sollten diesen zwei führenden Wirtschaftsindikatoren große Aufmerksamkeit zollen, da sie sehr wahrscheinlich diese Woche richtungweisend für die Kursentwicklung des Dollar sein dürften.

EUR
Wird die EZB noch diese Woche den Leitzins auf 1,0% senken?


Eine äußerst volatile Woche mit vielen Höhen und Tiefen schloss mit einem starken Rückgang des EUR. Der EUR/USD-Kurs fiel bis auf fast 1,32 und der EUR/JPY fiel sogar unter 129,50.Ein Hauptgrund für den Rückgang des EUR war die wieder erwachsende Stärke des Dollar, der auch zum EUR anstieg. Ein weiterer und sogar noch wichtigerer Grund lag in der mangelnden Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB), einen Konjunkturplan für die Eurozone, nach dem Vorbild des amerikanischen Plans, auf die Beine zu stellen. Investoren sehen in der US-Wirtschaft nunmehr eine dynamische und flexible Volkswirtschaft, in der ihre Führer alles nur Denkbare tun, um die Situation nach besten Kräften zu meistern. Andererseits wird das Europäische Währungssystem langsam als eine konservative Organisation angesehen, die nur sehr zögerlich auf die sich verändernden Bedingungen der Weltwirtschaft reagiert. Investoren dürsten nach einem europäischen Konjunkturplan, und sollte es einen geben, wird das wahrscheinlich das Startsignal für einen Aufwärtstrend der europäischen Währung sein. In dieser Woche wird die EZB am Donnerstag den neuen Leitzinssatz bekannt geben, und es wird davon ausgegangen, dass dieser um 0,5% auf dann nur noch 1,00% gesenkt wird. Manche sagen, dieses sei zu wenig und käme zu spät, da die USA, Japan und Großbritannien ihre Leitzinssätze bereits auf unter 1,00% gesenkt haben, ohne dadurch große Wirkung auf ihre jeweilige Wirtschaft erzielt zu haben. Nichtsdestotrotz, sollte sich die EZB zu einer Leitzinssenkung durchringen, dürfte das eine sofortige Reaktion in Form eines Absinkens des EUR-Kurses zur Folge haben. Devisenhändler sollten auch die Rede von Jean-Claude Trichet am Montag verfolgen, da er möglicherweise das Thema der Leitzinssenkung ansprechen könnte. Solche Bemerkungen können einen heftigen Einfluss auf das Marktgeschehen haben.

JPY
Dem Aufwärtstrend des JPY wird Einhalt geboten


In der vergangenen Woche verzeichnete der JPY Aufwärtstrend im Vergleich zum EUR und GBP und gemischte Ergebnisse zum USD. Am stärksten war der Aufwärtstrend zum EUR ausgeprägt, da der EUR/JPY-Kurs auf den Wert von 129,40 fiel. Vergangene Woche wies die japanische Handelsbilanz für Februar ein Defizit von -0,04 Billionen zwischen ex- und importierten Gütern aus. Obwohl ein negativer Wert, so lag er doch um einiges besser als die prognostizierten -0,29 Billionen. Dieser Indikator hat einen sehr großen Einfluss auf die japanische Wirtschaft, da diese zu einem sehr großen Teil von ihrem Exportgeschäft abhängig ist. Ebenfalls letzte Woche stieg die Tokioter Kernrate des Verbraucherpreisindexes, der Änderungen beim Preis von Waren und Dienstleistungen erfasst, um 0,4% im März, was darauf hindeutet, dass sich die japanische Wirtschaft in einer Phase des Ausdehnens und nicht des Schrumpfens befindet. In der vor uns liegenden Woche werden die wichtigsten Wirtschaftspublikationen aus den USA und der Eurozone kommen. Nichtsdestotrotz sollten Händler Augenmerk auf den Tankan Index legen, der Dienstagnacht veröffentlicht wird. Diese Studie deckt eine weite Bandbreite örtlicher Hersteller ab und hat folglich großen Einfluss auf den Yen. Analysten sagen für diesen Index äußerst negative Zahlen voraus, was sich in einem rückläufigen Trend für den Yen auswirken könnte.

Öl
Wird der Rohölpreis wieder unter $50 pro Barrel fallen?


Kurz vor dem Wochenende ist der Rohölpreis dramatisch eingebrochen. Nachdem er bei über $54 pro Barrel seinen Spitzenwert erreicht hatte liegt der Rohölpreis derzeit bei $51,50 pro Barrel. Dieser Verfall des Ölpreises ist vorwiegend auf den stärker werdenden Dollar zurückzuführen. Der Preis für Rohöl wird in US-Dollar festgelegt, und demzufolge hat ein Aufwärtstrend beim USD die gegenteilige Wirkung beim Rohölpreis.Ein weiterer Faktor, der zum Rückgang beim Ölpreis beitrug, waren die Zahlen der US Rohöllagerbestände vom Mittwoch, die höher als erwartet ausfielen und besagten, dass gegenüber der Vorwoche 3,3 Mio. zusätzliche Barrel Rohöl von Firmen gehortet wurden. Die Kombination von hohem Bestand und starkem Dollar bilden eine einfache Formel für den Rückgang des Rohölpreises.In dieser Woche sollten Händler die weltweiten Wirtschaftsnachrichten, insbesondere sie aus den USA, aufmerksam verfolgen, da diese sehr wahrscheinlich den Ölpreis bestimmen werden. Man sollte bedenken, dass, solange der Dollar weiter steigt, der Rohölpreis weiter fallen wird, und das ggf. sogar bis zu $50 pro Barrel.

Technische News

EUR/USD
Das 4-Stunden-Chart zeigt, dass sich diese Paarung weiterhin im rückläufigen Channel bewegt. Der RSI auf dem Tages-Chart hat jedoch die 30-Linie gekreuzt, was besagt, dass der Markt überverkauft ist. Der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart zeigt ebenfalls ein neuerliches zinsbullisches Cross, was besagt, dass ein Aufwärtstrend bevorstehen könnte. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte eine bevorzugte Vorgehensweise sein.

GBP/USD
Der rückläufige Trend hat noch viel Kraft in sich, da die Paarung sich derzeit um den Wert von 1,4210 bewegt. Der RSI auf dem Stunden-Chart zeigt noch viel weiteren Spielraum an. Der nächste Zielkurs dürfte bei 1,4143 liegen. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.

USD/JPY
Das 4-Stunden-Chart vermittelt gemischte Signale und sein Slow Stochastic bewegt sich im neutralen Bereich. Jedoch bewegt sich der RSI auf dem Tages-Chart bereits im überkauften Bereich, was bedeuten könnte, dass in nächster Zukunft eine rückläufige Korrektur zu erwarten ist. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte eine gute Strategie sein.

USD/CHF
Auf dem Stunden-Chart zeigt sich eine sehr ausgeprägte zinsbullische Formation, während sich die Paarung im unteren Bereich bewegt. Zusätzlich weisen alle Oszillatoren auf dem Tages-Chart aufwärts, was besagt, dass sich die zinsbullische Bewegung noch fortsetzen könnte. Zu kaufen könnte hier heute die richtige Strategie sein.

Die Wild-Card

Öl
Diese Ware unterlag über das Wochenende einer rückläufigen Bewegung, und das kann sich auch noch eine Weile so fortsetzen. Alle Charts vermitteln leichte rückläufige Signale, jedoch kann es während diesem Abwärtstrend auch kurzzeitige Korrekturen geben. Folglich können Forex-Händler ihre Gewinne maximieren indem sie bei Höchstständen verkaufen und sich den rückläufigen Trend zunutze machen.

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