Montag, 23. März 2009

Neubewertung des Dollar? 24.03.09

Die Bekanntgabe einer Lockerung der Geldmarktpolitik durch die US-Notenbank verursachte einen dramatischen Einbruch des Dollarkurses im Vergleich zu den Haupt-Währungen. Händler sollten sich darauf einstellen bei den großen Kursangleichungen Kompromisse eingehen zu müssen, da Prognosen kurzfristig weitere Schwäche bei den Dollar-dominierten Paarungen vorhersehen.


Wirtschafts News

USD

Die Bekanntgabe einer Lockerung der Geldmarktpolitik durch die US-Notenbank verursachte einen dramatischen Einbruch des Dollarkurses im Vergleich zu den Haupt-Währungen. Händler sollten sich darauf einstellen bei den großen Kursangleichungen Kompromisse eingehen zu müssen, da Prognosen kurzfristig weitere Schwäche bei den Dollar-dominierten Paarungen vorhersehen.
Die vergangene Woche getroffene Entscheidung der US-Notenbank hinsichtlich des Aufkaufens von US-Staatsanleihen führte zu einem sehr entscheidenden Ergebnis: dem allgemeinen Ausverkauf des USD. Nachdem direkt nach der Bekanntgabe am vergangenen Mittwoch der Dollar um beispiellose 334 Punkte zum EUR gefallen war musste er über den Rest der Woche und auch heute weitere Tiefschläge hinnehmen. Dieser Ausverkauf hatte zwei Ergebnisse zur Folge. Zum einen, wie soeben erwähnt, gab es eine Abwärtsbewertung des Kurses bei den Dollar-Paarungen, und zum anderen gab es einen folgerichtigen Wertanstieg bei Rohstoffen, wie beispielsweise Rohöl, welches eine solche Aufwärtsbewegung seit September nicht gesehen hat. Da sich die Weltwirtschaftslage in den zurückliegenden Monaten kontinuierlich verschlechtert hat, ergreifen die Haupt-Wirtschaftsmächte, wie die USA, alle nur denkbaren Maßnahmen um ihr Wirtschaftssystem vor dem totalen Kollaps zu retten. Eine Anlagemaßnahme die seitens vieler Händler in Zeiten wirtschaftlicher Not gerne getroffen wird ist das investieren in Safe-Hafen-Währungen, wie beispielsweise dem USD. Das erklärt weshalb in den vergangenen Monaten zunehmend Dollar gekauft wurden, was wiederum den Kurs des USD künstlich in die Höhe trieb. So könnte es auch so gesehen werden, dass der USD sich nicht abschwächt oder gar abstürzt, sondern lediglich zu einem realistischeren Kurs zurückkehrt. Über eines können sich Devisenhändler jedoch sicher sein: nämlich dass die Abwärtsbewegung des USD in nächster Zeit sehr wahrscheinlich nicht nachlassen wird. Im Grunde genommen läuft es derzeit darauf hinaus, dass die US-Notenbank einen Druckauftrag für etwa $1 Billion erteilt hat. Ungeachtet jeglicher Spekulationen über den künftigen Kurs steht doch fest, dass derzeit jedenfalls der Kurs des Dollar abgewertet werden muss. Potentiell positive US-Immobiliendaten könnten dem Dollar allerdings auch etwas Stärke verleihen. Doch wird eine solche Information ausreichend genug sein, um dem weiteren Kursverfall des Dollar Einhalt zu gebieten?

EUR
Wird der EUR seine jüngsten Kursgewinne beibehalten können?


Der starke EUR war in letzter Zeit eine äußerst angesagte Währung. Nach der Bekanntgabe einer Lockerung der Geldmarktpolitik durch die US-Notenbank stieg der EUR im Vergleich zu seinem Haupt-Währungsrivalen, dem USD, zu in den letzten Monaten unerreichten Höhen. Nachdem er vergangenen Donnerstag und Freitag auf über 1,3700 angestiegen war, startete der Kurs dieser Paarung in diese Woche etwas niedriger zwischen 1,3582 und 1,3656. Auch zum britischen Pfund Sterling verzeichnete der EUR beim heutigen frühen Handel leichte Gewinne und handelt derzeit um den Wert von 0,9416.Während viele Experten damit rechnen, dass sich der Kurs des USD in den kommenden Tagen noch weiter abschwächt, gibt es andere, die annehmen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ähnliche Maßnahmen zur Lockerung der Geldmarktpolitik in der Eurozone einführen werden. Sollte dieses tatsächlich der Fall sein, könnte es zu einer ähnlich verrückten Ausverkaufssituation beim EUR führen, wie vergangenen Mittwoch beim USD. Welche dieser beiden Währungen würde dann wohl als erste die Talsohle erreichen? Viel wichtiger als solche Spekulationen ist jedoch, dass Händler diese Woche eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten aus der Eurozone erwarten dürfen. So werden am Dienstag vielerlei Daten hinsichtlich des produzierenden und verarbeitenden Gewerbes in Frankreich und Deutschland veröffentlicht. Sollten wir eine Fortsetzung der negativen Daten für diese Region erleben, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass in der Eurozone ähnliche Maßnahmen eingeführt werden, wie von der US-Notenbank für die US-Wirtschaft. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, dürfte der jüngste Kursanstieg des EUR zum Stillstand kommen und sich irgendwann in dieser oder der nächsten Woche im Vergleich zu den meisten seiner Währungspartner sogar umkehren.

JPY
Zu Beginn der Woche zeigt der Yen vorwiegend Schwäche


Der JPY legte in der vergangenen Woche ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Nachdem er nach der Bekanntgabe einer Lockerung der Geldmarktpolitik durch die US-Notenbank verglichen zum USD angestiegen war, fiel der Kurs des JPY im Vergleich zu den meisten anderen Währungen. Hierdurch werden zwei wichtige analytische Punkte augenfällig. Zum einen ist die jüngste Schwäche des USD auf das Programm der US-Notenbank zurückzuführen und nicht auf eine zufällig einhergehende Stärkung der anderen Währungen. Zum anderen liegen dem Abschwächen des JPY tatsächlich die jüngsten Geldpolitischen Maßnahmen der Bank of Japan (BoJ) zugrunde. Zum USD handelte der JPY mit Gewinn bei 96,38 und zum EUR mit Verlust bei 131,82. Im Verlauf dieser Woche könnte der Yen anfangen ständig Verluste zu verzeichnen, wenn die Maßnahmen der BoJ zur Wertminderung der japanischen Währung um das Exportgeschäft anzukurbeln Früchte tragen. Eine Vielfalt wirtschaftlicher Publikationen könnte diese Woche die innewohnende Schwäche des JPY aufzeigen und seinen Kurs im Vergleich zu allen anderen Währungspaarungen absinken lassen. Es könnte allerdings auch sein, dass die japanische Wirtschaft sich zu erholen beginnt und so eine Trendumkehr für den Yen auslöst. Nur die Zeit wird es zeigen.

Rohöl
Ölpreis steigt auf über $50 pro Barrel; Setzt sich die Aufwärtsbewegung fort?


Da der Kurs des USD sich vergangene Woche abschwächte nahm der Rohölpreis entsprechend zu. Der Preis für das Barrel Rohöl kletterte am vergangenen Freitag auf über $50 und scheint auch weiterhin im Aufschwung befindlich zu sein. Zweifelsohne hat die Lockerung der Geldmarktpolitik in den USA, wodurch der Dollar geschwächt wurde, seinen Einfluss auf den Preis des Rohöls, da der in Dollar festgesetzt wird. Andererseits wird der Preis für Rohöl in gleichem Maße wie von der Stärke des USD auch vom Angebot bestimmt. Da die Förderdrosselungen anfangen Wirkung zu zeigen, ließ die Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) verlauten, dass sich der Rohölpreis zu stabilisieren beginne und sich in nächster Zukunft einem angemesseneren Wert nähern werde. Solange der USD sich aber weiterhin abschwächt und die Aktienmärkte sich in leichtem Aufwind bewegen wird es mit dem Rohölpreis so schnell nicht bergab gehen.

Technische News

EUR/USD
Nachdem sie bei 1,3724 ihren Tiefstwert erreicht hatte konsolidiert sich diese Paarung nunmehr ein wenig höher beim Wert von 1,3680. Alle Oszillatoren zeigen, dass sich das Aufwärts-Momentum sehr wahrscheinlich fortsetzen wird. Der Slow Stochastic des 4-Stunden-Chart zeigt keinerlei Crosse am Horizont, und das Aufwärts-Momentum scheint dort auch noch intakt zu sein. Auf dem Tages-Chart befindet sich diese Paarung immer noch im Aufwärtstrend, und es gibt derzeit keine Indikatoren für eine Umkehr. Folglich können Händler ihre Gewinne maximieren indem sie eine feste Long-Position eingehen.

GBP/USD
Das Cable hat seinen zinsbullischen Trend wieder aufgenommen und versucht derzeit den Wert von 1,4585 zu durchbrechen. Sollte das gelingen, dürfte die Paarung ihren Aufwärtslauf bis zu einem potentiellen Ziel-Kurs von 1,4620 weiter fortsetzen.

USD/JPY
Es scheint als hätte diese Paarung ihre Aufwärtskorrektur beendet, nachdem sie sich am Wert von 98,94 versucht hat. Der Slow Stochastic auf dem Stunden-Chart zeigt derzeit ein rückläufiges Cross an. Die Wiederaufnahme des rückläufigen Trends erscheint sehr wahrscheinlich. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte für heute die richtige Strategie sein.

USD/CHF
Die Bewegungen dieser Paarung sind recht moderat und von einer leicht rückläufigen Bewegung geprägt. Die Indikatoren auf dem 4-Stunden-Chart zeigen gemischte Signale, und die Tages-Chart sind alle ein wenig rückläufig. Auf klarere Signale auf den Stunden-Charts zu warten bevor man in den Markt einsteigt könnte für heute eine kluge Entscheidung sein.

Die Wild-Card

NZD/USD

Seitdem sie den Höchstwert von 0,5283 erreichte befindet sich diese Paarung inmitten einer starken Aufwärtsbewegung und handelt derzeit um den Wert von 0,5663. Die Paarung setzt ihren ungebremsten Aufschwung fort und ignoriert dabei alle möglichen Stützwerte. Alle Oszillatoren auf dem Tages-Chart deuten aufwärts, und es scheint als gäbe es für diesen Trend noch viel Spielraum. Forex -Händler sollten sich bewusst sein, dass das Einnehmen einer Long-Position heute eine kluge Vorgehensweise sein könnte.

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