Mittwoch, 25. März 2009

Ein Tag voller Wirtschaftsnachrichten verspricht große Volatilität

Nachdem der gestrige Handel relativ ruhig verlief ist der heutige angefüllt mit wichtigen Wirtschaftsnachrichten, die große Auswirkungen haben dürften und somit heftige Volatilität in den Markt bringen. FOREXYARD empfiehlt seinen Händlern aus der Vielfalt der Publikationen insbesondere den deutschen IFO Geschäftsklimaindex, die US Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter, die US Neubauverkäufe sowie die US Rohöllagerbestände im Auge zu behalten.


Wirtschafts News

USD
Dollarkurs steigt da Investoren Erholung des US-Marktes erwarten


Die US-Währung verzeichnete am Dienstag Gewinne im Vergleich zu seinen japanischen und europäischen Währungspartnern. Das war die Folge von sich zunehmend breit machendem Optimismus über die Pläne der US-Regierung faule Papiere aus den Bilanzen der Banken entfernen zu wollen, was Investoren dazu veranlasste im Dollar als Safe-Hafen-Währung zu investieren. Der USD stieg im Vergleich zum japanischen Yen von 96,94 auf 97,87 und zum EUR auf $1,3464 gegenüber $1,3633 am späten Montag. Unterstützung erhielt der Dollar auch von der zunehmenden Überzeugung vieler Marktteilnehmer, dass die Maßnahmen der US-Notenbank zur Lockerung der Geldmarktpolitik (Aufkaufen von US-Staatsanleihen im großen Rahmen) nicht, wie von vielen ursprünglich vermutet, den Wert des Dollar untergraben werde. Zum britischen Pfund Sterling jedoch fiel der Dollar au $1,4778, den niedrigsten Stand seit dem 10. Februar, was auf einen unerwarteten Anstieg der Inflationsrate in Großbritannien zurückzuführen ist. Der am Montag von US Finanzminister Timothy Geithner verkündete Regierungsplan stoppte den Abstieg des Dollar, der durch die Bekanntgabe der US-Notenbank ausgelöst wurde, ihre große Bilanzerweiterung werde das Aufkaufen von US-Staatsanleihen beinhalten. Entgegen der ursprünglichen Reaktion auf die Lockerung der Geldmarktpolitik seitens der US-Notenbank, den Dollar zu verkaufen, änderten einige Marktteilnehmer ihre Meinung. Vielleicht wird es den USA ja doch gelingen die Weltwirtschaft aus der Rezession herauszuführen. Obwohl eine Lockerung der Geldmarktpolitik aufgrund des vermehrten Geldflusses zu Inflation führen kann, vertreten Wirtschaftswissenschaftler die Ansicht, dass nichts zu tun, aufgrund von Deflation und wirtschaftlicher Stagnation, für den Dollar noch viel schlimmere Konsequenzen haben dürfte. Es scheint, als würde der US-Konjunkturplan langfristig gesehen dem Dollar im Vergleich zu Yen und Euro zum Vorteil gereichen.

EUR
EUR im Abschwung zum Dollar aber stabil zum Yen


Der EUR kam unter ziemlichen Druck, als Regierungskreise in der Eurozone ausgerechnet zu dem Zeitpunkt da Zahlen belegten, dass der Produktions- und Dienstleistungssektor weiter erheblich geschrumpft sei, verlauten ließen, der Leitzinssatz der Region könne noch weiter fallen. Der EUR fiel 0,9% zum Dollar auf $1,3508, nachdem er vergangene Woche mit $1,3739 den höchsten Stand seit zwei Monaten erreicht hatte. Zum japanischen Yen stieg der EUR um 0,1% auf 132,40 Yen, nachdem er zuvor bereits 134,50 Yen erreicht hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) gab bekannt, dass noch Spielraum bestehe was den Leitzinssatz betrifft. Das geht einher mit den Bemerkungen des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet, der sagte, der Leitzinssatz könne noch weiter gesenkt werden, wenn damit der Wirtschaft der Eurozone geholfen werden kann.Obendrein gab es noch weitere negative Wirtschaftsnachrichten aus der Eurozone. Die Meßlatten des Produktions- und Dienstleistungssektor der Eurozone zeigen eine sich quälende Wirtschaft in der Firmen Arbeitsplätze abbauen und Preise senken müssen. Das britische Pfund Sterling hingegen überraschte mit einem 0,7%igen Anstieg zum Dollar auf $1,4672, nachdem der britische Verbraucherpreisindex im Februar auf 3,2% gegenüber 3,0% im Januar angestiegen war. Das Pfund Sterling sackte im letzten Jahr um 23% zum EUR ab und um 26% zum Dollar, nachdem die Wirtschaft Großbritanniens in seine erste Rezession seit 1991 rutschte und britische Banken Rekordverluste verzeichneten, was die Bank of England dazu veranlasste den Leitzinssatz in 2009 mit 0,5% auf den niedrigsten Satz aller Zeiten zu setzen. Beim gestrigen Handel legte das GBP mit 91,73 zum EUR etwas zu und erzielte den höchsten Wert seit dem 16. März, mit 93,56 Pence. Zum Yen stieg die Währung gar um 2,7% auf 145,09, den höchsten Wert seit dem 1. Dezember. Die britische Währung könnte sich bis zum Mai im Vergleich zum USD sogar bis auf $1,50 entwickeln, falls dem GBP der Durchbruch durch den Schlüsselwert von $1,4650 gelingt.

JPY
Yen im Abschwung da Nachfrage nach Safe-Hafen-Währungen abnimmt


Die japanische Währung machte am Mittwoch kleine Fortschritte zum EUR und zum AUD und bewegte sich somit ein wenig von dem fünfmonatigen Tiefststand fort, da ein Rückgang am japanischen Aktienmarkt das Aufkaufen höhere Erträge abwerfender Währungen auslöste. Der Yen stieg auf 131,39 zum EUR gegenüber 131,81 beim gestrigen späten Handel in New York, wo er mit 134,51 den niedrigsten Stand seit dem 21. Oktober erreicht hatte. Obwohl der Yen etwas Boden gutgemacht hat, nachdem er am Dienstag auf ein 5-Monats-Tief zum EUR und ein 4-Monats-Tief zum australischen Dollar gefallen war, vermuten Experten, dass er auch weiterhin das Nachsehen haben wird. Die Reaktion des JPY war etwas verhalten als die japanische Handelsbilanz im Februar einen Überschuss auswies. Dieser Überschuss von 82,4 Mrd. Yen ($841,6 Mio.) steht im Widerspruch zu dem von Wirtschaftswissenschaftlern prognostizierten Defizit von 10,9 Mrd. Yen. Der Überschuss folgt dem größten Defizit aller Zeiten im Januar, als das Exportgeschäft, aufgrund des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs, drastisch zurückging.Die Bedeutung des Yen als Safe-Hafen-Währung hat ganz offensichtlich abgenommen, und es besteht kein Grund für Händler daran etwas zu ändern. Investoren hatten auch gezögert den Yen zu kaufen als die Bank of Japan die Anzahl der aufzukaufenden Staatsanleihen erhöhte um den Kreditmarkt aufzutauen. Stattdessen bevorzugen Investoren Währungen deren Zentralbanken Leitzinssätze von über 0% haben und bei denen es, wie dem australischen Dollar, unwahrscheinlich ist, dass sie eine Lockerung der Geldmarktpolitik betreiben werden.

Rohöl
Ölpreis bleibt stabil in Erwartung der US-Rohöllagerbestände


Der Preis für Rohöl stieg am Dienstag etwas, nachdem der US Aktienmarkt in Aufschwung geriet, als der Optimismus über den Regierungsplan, faule Papiere aufzukaufen um die Banken zu entlasten und die US-Wirtschaft anzukurbeln, um sich griff. Der Zugewinn war allerdings nur sehr gering, da Händler die neuesten Zahlen der US-Rohöllagerbestände abwarteten, von denen Experten annehmen, dass sie eine Zunahme aufweisen. Der Rohölpreis schloss gestern bei $53,98 pro Barrel nachdem er zuvor am Tag mit $54,20 den höchsten Stand seit 3 Monaten erreicht hatte. Experten erwarten, dass die neuen Zahlen der US Energy Information Administration am Mittwoch eine Zunahme von 1,2 Mio. Barrel bei den Rohöllagerbeständen aufweisen werden. Der Energiebedarf beim weltgrößten Energieverbraucher hat durch die wirtschaftliche Schmelze schwer gelitten, und die Lagerbestände haben zugenommen, da der weltweite Energieverbrauch zum ersten Mal seit einem viertel Jahrhundert rückläufig ist. Der Rohölpreis hat sich zwar von seinem Tiefstand von unter $33 im letzten Dezember erholt, was auf die aggressive Förderdrosselungspolitik seitens der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) zurückzuführen ist, bleibt jedoch immer noch knapp $100 unter dem Spitzenwert vom vergangenen Sommer. Die OPEC vereinbarte auf ihrem Treffen in Wien am 15. März die Fördermengen stabil zu halten, da Bedenken geäußert wurden, dass ein höherer Ölpreis der ohnehin schwächelnden Weltwirtschaft noch größeren Schaden zufügen könnte. Die Ölminister versprachen sich strikt an die im letzten Jahr vereinbarten Rekordkürzungen zu halten um dem Rohölpreis den Rücken zu stärken.

Technische News

EUR/USD
Nachdem es seit Beginn der Handelswoche um knapp 300 Pips gefallen ist scheint sich dieses Paar jetzt um den Wert von 1,3470 zu konsolidieren. Jedoch zeigt der MACD Indikator auf dem 4-Stunden-Chart, dass das rückläufige Momentum noch über Potential verfügt. Zu verkaufen scheint für heute eine kluge Entscheidung zu sein.

GBP/USD
Das Cable zeigte in letzter Zeit einen recht friedlichen Handel ohne große heftige Bewegungen. Jetzt jedoch zeigt sich auf dem Tages-Chart ein rückläufiges Cross, was vermuten lässt, dass sich diese Paarung am Rand eines Abwärtstrends befindet. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte für heute eine gute Strategie sein.

USD/JPY
Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen den Wert von 98,50 zu durchbrechen scheint es, als hätte die USD/JPY-Paarung ihren Wochenhöchststand erreicht. Da derzeit alle Oszillatoren auf dem 4-Stunden-Chart rückläufige Signale vermitteln und die Bollinger Bands auf dem Stunden-Chart sich verengen, scheint es als könnte heute ein Aufwärtstrend ausgelöst werden.

USD/CHF
Das 4-Stunden-Chart dieser Paarung zeigt rückläufige Signale, und beim Slow Stochastic Oszillator hat sich ein rückläufiges Cross gebildet. Die Bollinger Bands scheinen sich auch zu verengen, was das Potential für einen kräftigen Durchbruch aufzeigt. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte für heute eine gute Strategie sein.

Die Wild-Card

Rohöl
Der Preis für Rohöl erreichte gestern einen 3-Monats-Höchststand und scheint jetzt eine Kehrtwende einzulegen. Der RSI des Tages-Chart zeigt, dass sich der Preis im überverkauften Bereich bewegt. Beim Slow Stochastic Oszillator hat sich zudem ein rückläufiges Cross gebildet, was das Potential für eine Abwärtskorrektur aufzeigt. Hier könnte sich Forex -Händlern heute eine gute Gelegenheit bieten vom Verkauf von Rohöl zu profitieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen