Dienstag, 10. März 2009

Volatilität des Dollar setzt sich fort, da Bankenkrise wieder in den Vordergrund drängt - 09.03.09

Der Dollar dürfte sich diese Woche wieder als die dominierende Währung erweisen, da die Bankenkrise sich wieder voll ins Bewusstsein drängt. Der Einbruch von Bankaktien und die steigenden Rohölpreise könnten dem Dollar schaden, da Händler gegen ihn setzen.


Wirtschafts News

USD
Dollar-Kurs rückläufig aufgrund schwacher Wirtschaftsdaten


Der Dollar erfuhr vergangene Woche einen recht volatilen Handel und schloss rückläufig im Vergleich zu den meisten seiner Währungspartner. Seit Freitag zeigt der Dollar einen rückläufigen Trend verglichen zum EUR, nahm über 80 Pips ab und schloss den sonntäglichen Handel bei 1,2673. Vieles davon ist auf die schlechten Wirtschaftsdaten aus den USA zurückzuführen, die am Freitag veröffentlicht wurden.

So zeigte der ADP-Bericht zum Wechsel der US-Beschäftigung (NFP) dass allein im Februar 651.000 Menschen in den USA ihren Arbeitsplatz verloren, was um einiges schlechter war als erwartet. Damit steht die Quote der US-Arbeitslosigkeit nun bei 8,1%, einem Wert, den es seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Diese schwachen Zahlen lassen die Vermutung zu, dass das Konsumvolumen der Verbraucher in den kommenden Monaten nachlassen wird, was sehr wahrscheinlich einen großen Einfluss auf die Stärke des Dollar haben dürfte. Verglichen zum Yen verlor der Dollar 20 Pips und schloss bei 98,02.

Das dürfte ein Indiz dafür sein, dass der Dollar nicht das Comeback hinlegen wird, das Analysten ursprünglich voraussagten. So stieg der Dollar beispielsweise am Dienstag bis auf 99,66 um dann wieder dramatisch abzustürzen. Es bleibt abzuwarten wie sich der Tag entwickelt, eh sich der USD/JPY-Kreuzkurs für diese Woche etwas genauer vorhersagen lässt. Im Vergleich zum GBP legte der USD um 30 Pips zu und schloss bei 1,4123. Der wichtigste Faktor für die Entwicklung dieser Währungspaarung in dieser Woche dürfte sein, wie Investoren die Maßnahmen der US-Regierung unter Präsident Obama zu Lösung der US-Wirtschaftssituation bewerten. Für diese Woche stehen die Veröffentlichungen wichtiger Wirtschaftsdaten aus den USA für Dienstag und Freitag bevor. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sich der negative Trend fortsetzen wird.

Die Einzelhandelsumsätze werden voraussichtlich sehr schwach ausfallen, und die Arbeitslosenzahlen dürften um weitere 640.000 zunehmen. Vom Index des Verbrauchervertrauens am Freitag wird angenommen, dass er seinen Abwärtstrend fortsetzen und er unter die 50-Marke fallen wird. Ein solches Ergebnis spiegelt das schwere Misstrauen der amerikanischen Bürger wider, dass sich die wirtschaftliche Lage in absehbarer Zeit verbessern werde. Händlern wird empfohlen die tatsächlichen Ergebnisse der Haupt-Publikationen genau zu analysieren, da überraschende Daten den Lauf der Dinge durchaus beeinträchtigen können.

EUR
Dem EUR steht eine weitere volatile Handelswoche bevor


Der EUR durchlief eine volatile Handelswoche mit gemischten Ergebnissen verglichen mit den Haupt-Währungen. Einerseits verzeichnete der EUR verglichen zum USD am Freitag einen Anstieg um 200 Pips, andererseits schaffte er es nicht auch im Vergleich zum JPY zuzulegen. Die wichtigste Bekanntmachung der vergangenen Woche war die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 0,5% auf den Rekord-Tiefstwert von 1,5%. Jetzt schaut die gesamte Eurozone gespannt zu, ob dieser niedrige Zinssatz dazu beitragen kann, diese Region aus der schlimmsten Rezession seit dem 2. Weltkrieg herauszuführen. Die spontane Reaktion auf die Leitzinssenkung war ein Kursrückgang des EUR im Vergleich zum USD.

Die schlechten Arbeitsmarktzahlen aus den USA trugen jedoch dazu bei diesen Trend etwas zu wenden, und der Dollar verlor auf der gesamten Breite. Beim sonntäglichen Handelsschluss lag der EUR verglichen zum GBP um etwa 10 Pips niedriger und handelt derzeit bei 0,8970. Im Vergleich zum USD schloss der EUR etwa 20 Pips niedriger bei 1,2673. Langfristig dürfte der EUR im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern wieder an Stärke zulegen, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass die EZB im März den Leitzinssatz nochmals senken wird.

In dieser Woche dürften die meisten Nachrichten, die den Kurs des EUR beeinflussen können, aus der größten Volkswirtschaft der Eurozone, aus Deutschland, kommen. Bei fast allen Indikatoren, wie dem der Auftragseingänge der Industrie, dem Verbraucherpreisindex und der Handelsbilanz prognostizieren Analysten schwache Ergebnisse. Das könnte einen bescheidenen Abwärtstrend der europäischen Währung zur Folge haben. Neben diesen Publikationen sollten Händler aber auch die Wirtschaftsnachrichten aus den USA und Großbritannien im Auge behalten, da sie durchaus ein entscheidender Faktor bei den Entwicklungen in dieser Woche sein können.

JPY
JPY behält seinen Safe-Hafen-Status


In der vergangenen Woche zeigte der JPY vorrangig Aufwärtstrends im Vergleich zu den Haupt-Währungen. Der JPY stieg bis Mitte der Woche um 300 Pips verglichen zum GBP. Dieser massive Zugewinn war jedoch nur sehr kurzlebig, da die britische Währung diese Verluste sehr schnell wieder wettmachte. So bewegte sich der GBP/JPY-Kurs beim sonntäglichen Handel kaum und schloss bei 138,47. Beim gestrigen Handel nahm der JPY dem USD 20 Pips ab, und die Paarung schloss bei 98,02. Diese leichten Zugewinne des JPY dürften auf die schlechten Wirtschaftsnachrichten aus den USA und der Eurozone zurückzuführen sein.

In letzter Zeit wurde es immer deutlicher, dass Japan tief in der Rezession steckt. Es scheint jedoch, als würde die japanische Wirtschaft immer noch ein klein wenig besser dastehen, als die meisten der führenden westlichen Volkswirtschaften, was der Hauptgrund für den jüngsten Kursanstieg des JPY sein dürfte. In dieser Woche sollten Händler unbedingt auf die Bekanntgabe des japanischen Bruttoinlandsprodukts Mittwochnacht achten, da das für diese Woche wohl die interessanteste Wirtschaftsnachricht aus Japan sein wird. Zudem sind es, wie sich in den vergangenen Wochen gezeigt hat, die Nachrichten aus dem Westen, die den Kurs des Yen am meisten beeinflussen. Händler sollten das in Betracht ziehen, wenn sie ihre Positionen beim JPY entsprechend einnehmen.

Rohöl
Rohölpreis erreicht $46,50 pro Barrel


Die wichtigste Entwicklung der vergangenen Woche war, zum ersten Mal seit fast zwei Monaten, der Anstieg des Rohölpreises auf über $46,50 pro Barrel. Zwei Faktoren trugen zu dieser Entwicklung des Ölpreises bei. Zu einen ließ die OPEC verlauten, dass die derzeitigen niedrigen Rohölpreise bis 2013 zu einem Versorgungsengpass führen könnten. OPEC wies damit die Argumente von Analysten, der niedrige Ölpreis könne zu Erholung der weltweiten Wirtschaft beitragen, zurück. Zum anderen führte der Kursrückgang des Dollar zu steigenden Ölpreisen, da der Rohölpreis in Dollar festgesetzt wird.

Händler sollten zwischen diesen beiden Gründen fein unterscheiden. Während der erste nichts weiter ist als ein Versuch der OPEC den Rückgang beim Ölpreis aufzuhalten und demzufolge den Rohölpreis nur kurzfristig beeinflussen kann, zeigt sich der zweite als weitaus entscheidender. Solange der Kurs des USD weiterhin rückläufig ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Ölpreis entsprechend ansteigen wird. Sollte der Kurs des USD jedoch nicht weiter absinken, dürfte der Rohölpreis sich um den Wert von $40 pro Barrel einpendeln, was ein vernünftiger Preis zu sein scheint, um der Weltwirtschaft wieder auf die Beine zu helfen.


Technische News

EUR/USD
Die Bollinger Bands auf dem 4-Stunden-Chart zeigen diese Paarung beim Range Trading im oberen Bereich. Sowohl die Stunden- als auch die Tages-Charts zeigen gemischte Signale ohne klare Ausrichtung. Solch ein Range-Trading-Verhalten bietet Händlern eine gute Gelegenheit bei Tiefständen zu kaufen und bei Höchstständen zu verkaufen und somit vom relativ vorhersehbaren Range Trading zu profitieren.

GBP/USD
Auf dem Stunden-Chart scheint sich ein zinsbullisches Cross zu bilden, was auf eine mögliche Kursbewegung in Richtung oberer Widerstandslevel von 1,4300 hinweist. Die Bollinger Bands auf dem Tages-Chart verengen sich, was auf einen kräftigen Durchbruch in den nächsten Stunden hindeutet und was die mögliche Aufwärtsbewegung bestätigt.

USD/JPY
Der Aufwärtstrend verliert an Kraft, und das Paar scheint sich um den Wert von 98,25 zu konsolidieren. Auf dem 4-Stunden-Chart hat sich soeben ein rückläufiges Cross gebildet, was auf eine bevorstehende Abwärtsbewegung des Kurses hinweist. Der RSI auf dem Stunden-Chart der sich im überkauften Bereich bewegt bestätigt diese Annahme. Händler sollten ein Auge darauf halten, ob diese Paarung den unteren Stützwert von 97,50 erreicht.

USD/CHF
Nachdem dieses Paar am Freitag mit 1,1486 seinen Tiefstwert erreicht hatte, hat es sich jetzt um den etwas höher liegenden Wert von 1,1600 konsolidiert. Ein rückläufiges Cross hat sich auf dem Stunden-Chart gebildet und die obere Bollinger Bands wurde durchbrochen, was auf eine mögliche Abwärtsbewegung in naher Zukunft hinweist. Zu verkaufen könnte für heute die richtige Wahl für Händler sein.

Die Wild-Card
Gold

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche wieder erheblich gestiegen und erreichte bei $957,88 pro Feinunze seinen Spitzenwert. Das könnte eine überkaufte Situation darstellen, da auch der RSI auf dem 4-Stunden-Chart sich derzeit im überkauften Bereich bewegt, während der Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart ein rückläufiges Cross gebildet hat und der RSI sich im überverkauften Bereich bewegt. Diese Woche sollten Forex -Händler sich die überkaufte Situation beim Gold zunutze machen und gute Gewinne verzeichnen.

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