Donnerstag, 5. März 2009

Devisenhändler in Erwartung europäischer Leitzinssenkungen - 05.03.09

Entscheidungen bezüglich europäischer Leitzinssenkungen, die für morgen seitens der EZB und der BoE erwartet werden, schlagen sich erfahrungsgemäß schon ein bis zwei Tage vorher im Kursgestaltungsverhalten der Händler nieder. Demzufolge dürften wir heute einen weiteren Rückgang des EUR erleben, da die meisten Händler sich nahezu 100% sicher sind, dass die EZB morgen Mittag den Leitzinssatz um 50 Basispunkte senken wird. Diese Schwäche des EUR dürfte sich heute durch den gesamten Handel hinziehen.

Wirtschafts News

USD
Einbußen am Aktienmarkt fachen die Wertsteigerung des USD an


Die einbrechenden Aktienmärkte setzen die höhere Erträge erzielenden Währungen weiterhin unter Druck und kurbeln den Dollar an. Der Dow Jones Industrial Average musste gestern wieder Verluste hinnehmen. Solche Einbußen am Aktienmarkt beeinflussenden Devisenmarkt, indem sie die Risikofreudigkeit reduzieren. Der US-Dollar war schon immer Haupt-Profiteur solcher Marktbedingungen, und gestern bildete keine Ausnahme. Bei Handelsende war der Dollar durch die Bank weg gestiegen.

Zu der schwachen Risikobereitschaft am Markt trug auch eine Aussage Präsidenten der US-Notenbank, Ben Bernanke, bei. Er ließ wissen, dass auch weiterhin die Möglichkeit für zusätzliche Rettungspläne im US-Bankensystem bestünde. Investoren waren über diese Nachricht nicht gerade begeistert und zeigten ihren Missmut indem sie Dollar kauften. Dieses Verhalten, bei steigender Risikovermeidung auf den Dollar zu setzen, hat schon die ganze Woche über den Handel dominiert.

Ähnlich könnte es sich auch heute fortsetzen, da eine Anzahl wichtiger Wirtschaftsnachrichten aus den USA erwartet werden. Vom ADP-Bericht zum Wechsel der US-Beschäftigung (NFP) wird angenommen, dass er einen weiteren starken Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen aufweist. Ebenso dürfte der ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen den sich verstärkenden Pessimismus, was die US-Wirtschaft betrifft, reflektieren. Der EUR/USD-Kurs dürfte aufgrund negativer Nachrichten weiter sinken und gegebenenfalls sogar bis unter den bedeutenden Grenzwert von 1,2400 fallen.


EUR
Kursentwicklung der europäischen Währungen in Erwartung von Leitzinssenkungen


Der EUR hat bereits eine schwere Woche hinter sich. Nachdem er im Vergleich zu jedem seiner Haupt-Währungsrivalen verloren hat, scheint es, als hätte sich das Kursverhalten bereits auf die für morgen erwartete Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) eingestellt. Nachdem er heutigen frühen Handel verglichen zum USD auf 1,2525 und zum GBP auf 0,8900 gefallen ist, sieht der EUR schon recht mitgenommen aus.

Erfahrungsgemäß wird eine solche wichtige Leitzinsentscheidung seitens der EZB von Händlern immer schon ein bis zwei Tage im Voraus vorhergesehen, was sich dann in ihrem Kursgestaltungsverhalten niederschlägt. Demzufolge dürften wir heute einen weiteren Rückgang des EUR erleben, da die meisten Händler sich nahezu 100% sicher sind, dass die EZB morgen Mittag den Leitzinssatz um 50 Basispunkte senken wird. Dieses Kursgestaltungsverhalten kann sich bis zum tatsächlichen Zeitpunkt der Bekanntgabe so fortsetzen.

Sollte jedoch, aus welchen Gründen auch immer, die EZB dem Beispiel Australiens folgen und seinen Leitzinssatz unverändert belassen, könnten wir eine dramatische Kehrtwende beim Kurs des EUR erleben, da Händler durch ihre Neubewertung dem EUR eine positive Richtung verleihen würden. Angesichts der jüngsten wirtschaftlichen Publikationen aus Europa erscheint das jedoch nicht sehr wahrscheinlich, und Händler sollten sich auf eine Leitzinssenkung einstellen.

Da heute nur sehr wenige Indikatoren aus der Eurozone erwartet werden, dürften die Antriebsfedern für Kursbewegungen Nachrichten bezüglich des Dollar, sowie die Erwartungen der Leitzinssatzentscheidungen seitens der EZB und BoE sein. Diese Zinssatzsenkungen scheinen beim Handel in dieser Woche sehr vordergründig zu sein, da viele Händler durch die Kursbewegungen, die typischerweise solchen Bekanntgebungen folgen, große Gewinne verzeichnen können.


JPY
RBA überrascht den Markt mit Leitzinsentscheidung


In den vergangenen zwei Tagen erfuhr der australische Dollar, aufgrund wichtiger Ereignisse in der australischen Wirtschaft, besonders heftige Volatilität. Gestern überraschte die Reserve Bank of Australia (RBA) den Markt mit ihrer Bekanntgabe den Leitzinssatz unverändert bei 3,25% zu belassen. Wirtschaftswissenschaftler hatten eine Senkung um 25 Basispunkte vorhergesagt, was sich auch in der Kursgestaltung des AUD, verglichen zu seinen Währungspartnern, niedergeschlagen hatte. Eine weitere Überraschung für den Markt war die erheblich besser als erwartete Leistungsbilanz. Dieser Messwert zeigte, trotz der Rezession in der Weltwirtschaft, eine beachtliche Stärke der australischen Wirtschaft.

Diese beiden Ereignisse ließen den Kurs der AUD/USD-Paarung von 0,6292 auf einen Höchstwert von 0,6463 steigen. Jedoch führten Einbußen an den weltweiten Aktienmärkten dazu, dass die Nachfrage nach höhere Erträge erzielenden Währungen nachließ und die Gewinne dieser Paarung einbrachen. Am frühen heutigen Morgen wurde das australische Bruttoinlandsprodukt, mit einem weit unter Vorhersagewert liegenden Indikator, veröffentlicht. Wirtschaftswissenschaftler hatten eine Schrumpfung um 0,2% vorhergesagt, doch lag der tatsächliche Wert bei 0,5%. Das beschleunigte noch den Verkauf des AUD, der bereits mit den Verlusten am US-Aktienmarkt seinen Anfang nahm. Das Paar handelt derzeit um den 0,6360 Wert und könnte in Zukunft noch weiter absinken.


Rohöl
Händler warten auf Bekanntgabe der US-Rohölbestände

Der Preis für Rohöl erfuhr gestern besonders heftige Volatilität, nachdem er während des europäischen Handels zunächst zurückgegangen war um dann später beim New Yorker Handel um 5% anzuziehen. Das lag in der Annahme begründet, dass die OPEC auf ihrem nächsten Treffen weitere Produktionsdrosselungen beschließen werde. Der Rohölpreis schloss gestern bei $41,45 pro Barrel, gegenüber $39,59 am Vortag.

Eine Anzahl widersprüchlicher Kräfte beeinflussen den Preis für Rohöl. Einbußen an den weltweiten Aktienmärkten, zusammen mit nachlassender Nachfrage aufgrund der Rezession, üben einen Abwärtsdruck auf den Ölpreis aus. Demgegenüber haben die Produktionsdrosselungen seitens OPEC und der Rückgang bei den Lagerbeständen letzte Woche den Preis steigen lassen.

Für heute erwarten Rohölhändler den wöchentlichen Bericht der Energy Information Agency (EIA) über die US-Rohölbestände. Es wird von einem Anstieg bei Rohöl-Lagerbeständen um 300.000 ausgegangen. Sollte der Wert höher ausfallen könnte das weiteren Druck auf den Rohölpreis ausüben und ihn bis auf $40 absinken lassen

Technische News

EUR/USD

Es scheint, als wäre beim Bollinger Bands auf dem 4-Stunden-Chart ein kräftiger Durchbruch des unteren Grenzwertes erfolgt, was darauf hinweist, dass in naher Zukunft eine Aufwärtskorrektur bevorstehenden könnte. Ein kürzlich gebildetes zinsbullisches Cross auf dem Tages-Chart bestätigt diese Annahme. Zu kaufen dürfte für heute eine kluge Entscheidung sein.

GBP/USD
Diese Paarung scheint sich in Erwartung einer volatilen Bewegung zu nivellieren. Die Bollinger Bands auf den Stunden- und Tages-Chart haben angefangen sich zu verengen, was heißt, dass diese Bewegung noch heute am späteren Tag erfolgen könnte. Da sich das Momentum in eine Abwärtsrichtung bewegt dürfte die volatile Bewegung eine negative für das GBP sein. Händler sollten den Durchbruch abwarten um dann entsprechende Gewinne verzeichnen zu können.

USD/JPY
Der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart zeigt, dass sich ein rückläufiges Cross gebildet hat. Der RSI auf dem Tages- und 4-Stunden-Chart zeigt, dass sich der Kurs dieser Paarung derzeit im überkauften Bereich bewegt. Diese Oszillatoren deuten darauf hin, dass sich in naher Zukunft eine Verschiebung von Aufwärts-Momentum nach Abwärtsbewegung ergeben könnte. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte für später am Tag heute eine kluge Wahl sein.

USD/CHF
Es scheint, als wäre heute am frühen Morgen beim Bollinger Bands auf dem Stunden-Chart ein Durchbruch des oberen Grenzwertes erfolgt, was darauf hinweist, dass in naher Zukunft diesem Paar eine Aufwärtskorrektur bevorstehenden könnte. Jedoch verzeichnet der zinsbullische Channel in dem das Paar derzeit handelt keinerlei Durchbruch, weder des oberen noch des unteren Grenzwerts. Innerhalb dieser Bandbreite zu handeln, indem man bei Niedrigständen kauft und bei Höchstständen verkauft, dürfte sich heute als kluge Wahl erweisen.

Die Wild-Card

Gold
Der RSI auf dem 4-Stunden-Chart zeigt, dass sich der Preis dieser Ware derzeit im überkauften Bereich bewegt, was auf eine baldige Aufwärtskorrektur hinweisen könnte. Das jüngste zinsbullische Cross bei den Oszillatoren von beiden Slow Stochastic auf 4-Stunden- und Tages-Chart belegen, dass diese Korrektur tatsächlich unmittelbar bevorsteht. Forex -Händler könnten heute gute Gewinne verzeichnen indem sie eine große Kauf-Position eröffnen und dann die folgende Entwicklung abwarten.

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