Mittwoch, 18. März 2009

US Leitzins-Bekanntgabe steht bevor - 19.03.09

Technische Korrekturen beeinflussen weiterhin die führenden Währungen, während sowohl EUR als auch GBP in jüngster Zeit an Stärke im Vergleich zum Dollar zugelegt haben. Das könnte sich heute ändern, da um 18:15 MGZ der neue US-Leitzins bekannt gegeben wird. Allerdings wird davon ausgegangen, dass er unverändert bei 0,25% belassen wird. Sollte es dennoch zu einer Änderung kommen dürfte das den Markt in Aufruhr versetzen, und Devisenhändler sollten gegebenenfalls darauf vorbereitet sein.


Wirtschafts News

USD


Dollarkurs in Bewegung aufgrund neuer US Wohnungsmarktdaten
Der Dollar verzeichnete am Dienstag einen volatilen Handel, nachdem neueste US-Daten belegten, dass Wohnungsneubauten in den USA um unerwartete 22% angestiegen sind. In einigen Fällen richteten sich diese positiven Neuigkeiten beim Devisenhandel gegen den Dollar, da viele Investoren zu der Ansicht neigen, die neuen Zahlen würden belegen, dass die Talsohle beim Zusammenbruch des Immobilienmarkts in den USA nun durchschritten sei. Das ist deshalb so entscheidend, weil die Wurzeln der derzeitigen US- und weltweiten Finanzkrise in der Seifenblase des US-Immobilienmarkts liegen, die nach über 10 Jahren ständigen Aufschwungs geplatzt ist. Die positiven Zahlen führten auch zu einer Erholung an der Wall Street. Der Dow Jones stieg um nahezu 180 Punkte oder 2,5%. Die Haupt-Gewinner an der Wall Street waren der Immobilienmarkt und die Bank-Aktien. So stiegen beispielsweise die Aktien von J P Morgan, der Citigroup und der Bank of America aufgrund der Tatsache, dass alle drei Banken in den ersten zwei Monaten dieses Jahres Gewinne verzeichneten. Das führte dazu, dass es dem Dollar gestern nicht gelang im Vergleich zum EUR ein starkes Aufwärts-Momentum aufzubauen. Es könnte auch die Möglichkeit bestehen, dass in den USA der Anfang vom Ende der gegenwärtigen Finanzkrise in Sicht ist. Folglich könnte die Nachfrage nach dem Dollar zurückgehen, da die Nachfrage nach Safe-Hafen-Währungen abnimmt, wenn es der Wirtschaft besser geht.Im Vergleich zum EUR fiel der Dollar letztlich um 42 Pips und schloss bei 1,3046. Zum JPY legte der Dollar 14 Pips zu und schloss bei 98,44, da aufgrund der sich dauerhaft verschlechternden japanischen Konjunkturlage der JPY manches von seinem Safe-Hafen-Reiz verloren hat. Zum GBP machte der Dollar einiges an Boden gut, legte 81 Pips zu und schloss bei 1,4041. Das liegt daran, dass Investoren ihr Geld lieber in Dollar anlegen als im gebrechlichen britischen Pfund Sterling, welches von der instabilen britischen Banken-Industrie und dem Energie-Sektor abhängig ist. Heute dürfte es zu großer Volatilität des Dollar im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern kommen, da Händler versuchen einzuschätzen was sich als nächstes in der US-Wirtschaft tun wird. Große Aufmerksamkeit sollten sie daher den Veröffentlichungen wie der US-Leistungsbilanz um 12:30 MGZ, dem Bericht des Offenmarktausschusses (FOMC) und der Leitzinssatzentscheidung um 18:15 MGZ schenken. Positive Wirtschaftsdaten sowie ein unveränderter oder leicht steigender Leitzinssatz dürften einen Aufschwung an der Wall Street mit sich bringen, was später am Tag zu einem rückläufigen Dollarkurs führen könnte, da Investoren mit erhöhter Risikofreudigkeit liebäugeln.

EUR
EUR steigt verglichen zum Dollar


Der EUR stieg im Vergleich zum Dollar aufgrund positiver Daten aus der Eurozone und einer Erholung an der Wall Street. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland lagen mit -3,5 besser als erwartet. Gleiches traf auch für die ZEW-Konjunkturerwartungen der Eurozone mit -6,5 zu. Diese beiden Zahlen trugen zu einem Aufschwung des EUR im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern bei. Später reihten sich auch noch die besser als erwarteten US-Daten mit ein, die belegten, dass Wohnungsneubauten im Februar gegenüber Januar um 22% gestiegen sind. Das führte zu einer Erholung an der Wall Street und einer kräftig gestiegenen Nachfrage für Immobilien- und Banken-Aktien. Der Aufschwung an der Wall Street ließ die Nachfrage nach dem Safe-Hafen-Dollar gegenüber dem EUR zurückgehen. Folglich stieg der EUR im Vergleich zum Dollar um 41 Pips und schloss bei 1,3046. Zum JPY stieg der EUR ebenfalls und zwar um 58 Pips und schloss dann bei 128,44. Das lag daran, dass der JPY viel von seinem Safe-Hafen-Status verloren hat und der EUR sich wieder in den Vordergrund drängt. Zum GBP legte der EUR gestern um 82 Pips zu und schloss bei 0,9288. Dieser Abschwung lässt sich auf die für heute 09:30 MGZ erwartete Bekanntgabe der neuesten britischen Arbeitslosenzahlen zurückführen, die sehr wahrscheinlich negativ ausfallen werden, da sich die britische Wirtschaft weiterhin abschwächt. Für heute werden eine Anzahl von Publikationen aus Großbritannien und der Eurozone erwartet, die sich entsprechend auf den Kurs der Haupt-Währungen auswirken dürften. Zwei der wichtigsten Bekanntmachungen werden aus Großbritannien kommen. Zum einen ist da der Bericht des Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) mit Angaben zur zukünftigen Entwicklung des Leitzinssatzes, und zum anderen die neuesten britischen Arbeitslosenzahlen. Diese beiden Daten werden die Entwicklung des GBP-Kurses voraussichtlich bis zum Wochenende mit bestimmen.

JPY
JPY purzelt in Erwartung eines japanischen Banken-Rettungsplans


Der JPY purzelte am Dienstag im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner, als von einem neuen japanischen Banken-Rettungsplans die Rede war und die US Immobiliendaten bekannt wurden. Diese zeigten besser als erwartete Ergebnisse, was zu einem Rückgang in der Nachfrage nach Safe-Hafen-Währungen, wie dem JPY und dem USD führte. Außerdem wird Devisenhändlern davon abgeraten große Summen Geldes in die japanische Währung zu investieren, da die japanische Wirtschaft in diesem Quartal voraussichtlich um 13,1% schrumpfen wird. Die Bank of Japan (BoJ) beendet späte am Tag ihr zweitägiges Treffen und es wird angenommen, dass sie in einem offensiven Plan darlegen wird wie sie der japanischen Rezession zu begegnen gedenkt. Das geht Hand in Hand mit den Plänen der japanischen Regierung die ihr drittes Konjunkturpaket von über $2 Mrd. zur Rettung japanischer Banken vom Parlament verabschieden lassen will. Die gestrigen Spekulationen, dass die BoJ den Banken weiterhin große Summen Geldes bereitstellen werde, führte zu einem Aufschwung am japanischen Aktienmarkt. Auch die Erholung an der Wall Street trug dazu bei. Diese Ereignisse führten zu größerer Risikofreudigkeit in Japan und folglich zu einem rückläufigen Yen. Dieser schloss im Vergleich zum USD um 14 Pips niedriger bei 98,44. Das ist insofern bemerkenswert da es sich bei beiden um Safe-Hafen-Währungen handelt, die für gewöhnlich wenig Volatilität beim Handel untereinander aufweisen. Verglichen zum britischen Pfund Sterling stieg der JPY, da Händler die japanische Währung der unsicheren britische vorzogen. Zum EUR jedoch verlor der JPY 60 Pips und schloss bei 128,44. Für heute wird Händlern empfohlen ihre Entscheidung bezüglich des Handels mit dem Yen bis nach der Pressekonferenz der BoJ zu vertagen.

Rohöl
Rohölpreis erreicht die $50 Grenze


Der Rohölpreis legte gestern um erstaunliche $2 zu und stieg bis auf $50,55 pro Barrel und schloss letztlich bei $49,45. Zurückzuführen ist das auf die US-Daten, wonach die Wohnungsneubauten in den USA im Februar um besser als erwartete 22% gegenüber Vormonat zunahmen. Das ließ Investoren zu der Annahme gelangen, dass beim Zusammenbruch des US Immobilienmarkts und bei der Rezession das schlimmste vorbei und eine Konjunkturerholung in Sicht sei. Folglich versuchten Investoren auch davon zu profitieren, was zu dem Anstieg des Rohölpreises führte. Der heftige Anstieg des Rohölpreises kam trotz der pessimistischen Sichtweise der OPEC hinsichtlich einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung zustande. Die Ölminister beschlossen auf ihrem Treffen weitere Förderdrosselungen vorerst auszusetzen. Sollten uns in den kommenden Tagen weitere positive Wirtschaftsnachrichten erreichen dürfte der Ölpreis weiter steigen. Wenn dann auch noch die für 14:30 MGZ erwarteten Zahlen der Rohöllagerbestände besser als vorhergesagt ausfallen, oder zumindest der Vorhersage entsprechen, könnte der Rohölpreis bis zum Ende des heutigen Handels gar die $54 pro Barrel erreichen.

Technische News

EUR/USD
Auf dem 4-Stunden-Chart hat sich ein sehr ausgeprägter zinsbullischer Channel gebildet in dessen Mitte die Paarung sich jetzt bewegt. Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf dem Tages-Chart lässt ahnen, dass eine rückläufige Umkehr bevorsteht. Zu verkaufen scheint für heute die richtige Wahl zu sein.

GBP/USD
Das Cable fiel in den vergangenen zwei Tagen um über 200 Pips, und nachdem bei 1,4205 der Höchststand erreicht wurde wird derzeit bei 1,3960 gehandelt. Der RSI auf dem Stunden-Chart hat bereits den überkauften Bereich erreicht und ist dann geradewegs abgestürzt, was die Vermutung zulässt, dass ein Abwärtstrend bevorsteht. Ein Rückgang unter den Wert von 1,3880 könnte diese rückläufige Bewegung bestätigen.

USD/JPY
In jüngster Zeit verlief der Handel dieser Paarung innerhalb einer sehr begrenzten Handelsspanne ohne dass eine klare Ausrichtung sichtbar gewesen wäre. Jetzt jedoch lässt eine Doji-Formation auf dem Tages-Chart darauf schließen, dass einen kräftige Bewegung bevorsteht. Da alle Oszillatoren aufwärts deuten scheint es, als könnte zu kaufen die für heute bevorzugte Wahl sein.

USD/CHF
Es scheint als hätte diese Paarung in den vergangenen Tagen peu a peu an Stärke verloren und sie sich derzeit am Wert von 1,1800 versucht. Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf dem Tages-Chart lässt vermuten, dass sich der Abwärtstrend heute sogar noch verstärken könnte. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte heute eine gute Strategie sein.

Die Wild-Card

Gold
In den vergangenen 4 Tagen ist der Goldpreis recht erheblich zurückgegangen. Derzeit liegt der Preis bei $911,50 pro Feinunze. Jetzt zeigt das 4-Stunden-Chart, dass der gegenwärtige Preis bereits unter den unteren Grenzwert der Bollinger Bands gesunken ist, was auf eine bevorstehende kräftige Aufwärtsbewegung schließen lässt. Hier könnte sich Forex -Händlern eine großartige Gelegenheit bieten sich diesem äußerst populären Trend anzuschließen.

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