Der Dollarkurs wird heute, während und nach der für 13:30 MGZ vorgesehenen Rede des US-Notenbank-Präsidenten Ben Bernanke, voraussichtlich große Volatilität zeigen. Derweil wird Devisenhändlern empfohlen ihre Handelspositionen einzunehmen, da eine ganze Anzahl von Wirtschaftsdaten aus Japan, Großbritannien und der Eurozone die Haupt-Währungskreuze des Dollar sehr wahrscheinlich beeinflussen werden.
Wirtschafts News
USD
Dollarkurs steigt bei zunehmender weltweiter Rezession
Der Dollarkurs verzeichnete am Montag einen Anstieg im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner. Das lag daran, dass die weltweit sinkenden Aktienmärkte und wirtschaftlicher Rückgang in Japan und der Eurozone, der sehr viel ernsthafter ist als der in den USA, die Safe-Hafen-Nachfrage nach der US-Währung angekurbelt haben. Nichtsdestotrotz sind für die USA triste Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden. Am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass die US-Arbeitslosenquote im Februar auf einen Höchstwert von 8,1% gestiegen ist, nachdem Arbeitgeber 651.000 Stellen streichen mussten. Somit haben die USA die höchste Arbeitslosenquote seit 1983 erreicht. Analysten erwarteten weitere trübe Daten aus den USA, welches Marktbeteiligte dazu hätte verleiten können beim Handel am Montag Position gegen den USD einzunehmen. Doch in vielerlei Hinsicht passierte genau das Gegenteil.
Beim nachmittäglichen Handel hatte der USD im Vergleich zum JPY um 0,4% zugelegt und lag bei 98,78. Den Handel schloss der Dollar dann um über 90 Pips höher beim Wert von 98,84. Verglichen zum EUR fluktuierte der Dollar zwischen Gewinn und Verlust und schloss letztlich so gut wie unverändert bei 1,2674. Die größten Gewinne verzeichnete der Dollar zum britischen Pfund Sterling, welches auf 1,3740 fiel, dem tiefsten Stand seit dem 26. Januar. Das Währungspaar schloss den gestrigen Handel, mit dem GBP um fast 300 Pips niedriger im Vergleich zum USD, beim Stand von 1,3843.
Analysten sagen voraus, dass das Pfund Sterling auch weiterhin anfällig sein wird für die Leiden des britischen Finanzsektors, da Investoren, trotz massiver Regierungs-Garantien und -Finanzspritzen, kaum eine Veränderung der allgemeinen Wirtschaftslage erwarten. Der USD hingegen wird im Vergleich zum JPY weiter an Stärke zulegen, da in den vergangenen Wochen die japanische Währung, aufgrund der sich verschlechternden Konjunkturlage, ihren Reiz als Safe-Hafen-Währung verloren hat. Einige Analysten sind gar der Meinung, dass, aufgrund der zunehmenden Besorgnis über schlechte japanische Wirtschaftsdaten, der Dollar sich dem Schlüsselwert von 100 Yen nähern könne.
Für heute werden zwei Publikationen erwartet, die die Stärke des Dollar beeinträchtigen können. Dieses sind die für 15:00 MGZ vorgesehenen Veröffentlichungen des IBD/TIPP Berichts Wirtschaftsoptimismus und die US-Lagerbestände und Umsätze im Großhandel. Was jedoch den Kurs des Dollar am meisten beeinflussen dürfte ist die Rede des US-Notenbank-Präsidenten Ben Bernanke, der sich um 13:30 MGZ zur Lage der US-Wirtschaft äußern wird. Devisenhändlern wird empfohlen die Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, Japan und Großbritannien aufmerksam zu verfolgen, da sie die Haupt-Währungskreuze des Dollar bis zum heutigen Handelsschluss sehr wahrscheinlich beeinflussen werden.
EUR
Pfund Sterling stürzt im Vergleich zum Dollar auf tiefsten Stand seit 6 Wochen
Das Pfund Sterling stürzte gestern im Vergleich zum Dollar auf ein Rekordtief und zeigte auch Schwäche zum EUR, da die Bedenken hinsichtlich der Zukunft des britischen Bankensektor anhalten. Laut Analysten wurde der Kurs des GBP auch dadurch beeinflusst, dass die Bank of England (BoE) diese Woche damit beginnen wird Anlagevermögen im Wert von 75 Mrd. Pfund Sterling aufzukaufen, um den Geldumlauf anzukurbeln. Am 5. März gab die BoE bekannt, dass sie vorhabe Staatsobligationen und Gemeinschulden in Höhe von 75 Mrd. Pfund Sterling, über den Zeitraum der kommenden drei Monate, aufzukaufen um so zu versuchen Zinsen zu senken und die Wirtschaft aus ihrer ersten Rezession seit 17 Jahren herauszuführen.
Die britische Währung fiel gestern im Vergleich zum USD um 2% auf $1,3843 von $1,4123. Zum EUR fiel sie um 1,8% auf 0,9151 von 0,8970. Auch zum JPY fiel sie um 1,3% auf 137,03 von 138,47. Befürchtungen unter Investoren verstärkten sich gestern, als am Wochenende die Lloyds Banking Group, der größte Hypothekengeber, bekannt gab, die britische Regierung werde bis zu 77% der Firmenanteile übernehmen, nachdem sie Staatsgarantien im Wert von 260 Mrd. Pfund Sterling für riskante Anlagewerte gegeben hatte.
Marktbeteiligte erwarten eine weitere Schwächung des GBP, übereinstimmend mit den mittelfristigen Geld- und Finanztechnischen Realitäten. Investoren sollten nach der Entscheidung der Bank of England daher eher EUR als GBP kaufen. Da der Kurs des GBP beharrlich auf jede noch so kleine negative Nachricht aus dem britischen Bankensektor reagiert, könnte er in den kommenden Tagen im Vergleich zum USD sogar bis auf 1,3650 fallen.
Der EUR könnte im Vergleich zum USD ebenfalls Verluste verzeichnen und bis zu Wochenende bei $1,2500 handeln, da die europäischen Finanzminister sich weigern weitere Schritte zur Ankurbelung ihrer jeweiligen Wirtschaften zu unternehmen. Und das sogar eingedenk der Tatsache, dass die Weltbank die größte weltweite Rezession seit dem 2. Weltkrieg prognostiziert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bereits vergangene Woche ihren Leitzinssatz auf 1,5% gesenkt, und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gab gestern auf einer Pressekonferenz in Basel, Schweiz, zu verstehen, die Welt würde sich einem Wendepunkt nähern und weitere Maßnahmen seitens Zentralbanken und Regierungen könnten wirtschaftliches Wachstum stimulieren.
JPY
Yen im Abschwung aufgrund allgemeiner Wirtschaftsschwäche
Am Montag fiel der Yen auf breiter Linie aufgrund der Annahme, die japanische Wirtschaft würde wegen der weltweiten Rezession ebenfalls rückläufig sein und die japanische Währung so an Reiz verlieren. Der JPY zeigte sich zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner rückläufig, als ein Kabinettsbericht aufzeigte, dass der führende Index für Geschäftsbedingungen im Januar auf 77,4 gegenüber 80 im Dezember abgefallen war. Japan musste im Januar sein erstes Leistungsbilanzdefizit in 13 Jahren hinnehmen, da die weltweite Rezession Exportnachfragen und Überseeinvestitionen erdrückte. Was das ganze noch schlimmer macht ist die Tatsache, dass die japanische Regierung nur sehr langsam auf die sich verschlechternden Wirtschaftsbedingungen reagiert und so dem Vertrauen von Anlegern, das Land sei in der Lage der Wirtschaftskrise tatkräftig zu begegnen, eine Dämpfer aufsetzt.
Der JPY fiel auf 125,45 zum EUR gegenüber 124,23 gestern und auf 98,94 gegenüber 98,02 zum Dollar. Analysten sind der Ansicht, die eintreffenden Wirtschaftsdaten illustrierten recht anschaulich die Verletzbarkeit der japanischen Wirtschaft und demzufolge werde der JPY sehr wahrscheinlich auch weiterhin schwach bleiben, insbesondere da wir uns dem Ende des Steuerjahrs nähern. Auch dürfte der Yen weiterhin rückläufig sein, da japanische Regierungsstellen durchblicken ließen, ein schwacher Yen sei durchaus in ihrem Interesse.
Der Kurs des Yen ist um 11% gefallen, nachdem er im Januar verglichen zum Dollar seinen höchsten Stand seit 13 Jahren erreicht hatte. Die japanische Wirtschaft hat sich mit Exporteinbrüchen und der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit herumzuschlagen. Aufgrund der schlechten japanischen Wirtschaftsdaten und der Tatsache, dass die politische Situation weiterhin unsicher bleibt, sehen einige Investoren es durchaus als möglich an, dass der JPY sich schon sehr bald am 100-Wert zum Dollar versuchen wird.
Rohöl
Rohölpreis fasst $50 pro Barrel ins Auge
Der Rohölpreis schoss gestern um mehr als 3% auf $47 pro Barrel in die Höhe, als bekannt wurde, dass ein US Navy Schiff im Südchinesischen Meer von chinesischen Schiffen belästigt wurde. Dieser Marinezwischenfall am Sonntag zwischen den USA und China, den beiden weltgrößten Ölverbrauchern, hat die geopolitischen Spannungen verstärkt und somit noch weiteren Druck aufgebaut, der schon durch die Förderungsdrosselungen seitens der Erdölexportierenden Länder (OPEC) erfolgte. Das OPEC Kartell vereinbarte im vergangenen Jahr eine Reihe von Förderdrosselungen, um dem Verfall des Rohölpreises Einhalt zu gebieten und wird sich am 15. März wieder zusammensetzen, um ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Die OPEC hat seit September bereits Förderdrosselungen in Höhe von 4,2 Mio. Barrel pro Tag vorgenommen, was etwa 5% des weltweiten Ölbedarfs entspricht.
OPEC Generalsekretär Abdalla el-Badri ließ am Montag verlauten, ein Ölpreis von $40 pro Barrel sei nicht akzeptabel, da dieser Preis Investitionen in zukünftige Kapazitäten über 2013 hinaus nicht garantieren würde. Des Weiteren sagte er, die Mitglieder der OPEC würden am Sonntag alle zur Verfügung stehenden Optionen diskutieren, ließ jedoch offen, ob weitere Förderdrosselungen dazu gehörten. Analysten sind der Meinung, sollte OPEC die Förderung um 1 Mio. Barrel pro Tag drosseln, könnte der Rohölpreis im 2. Quartal 2009 auf über $50 pro Barrel ansteigen.
Technische News
EUR/USD
Auf dem Stunden-Chart hat sich ein rückläufiges Cross gebildet, was auf eine mögliche Abwärtskorrektur des Kurses dieser Paarung hindeutet. Dieser Kurs bewegt sich auch am oberen Bereich der Bollinger Bands auf dem Tages-Chart, was besagt, der Abwärtsdruck könnte später am Tage erfolgen. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte sich als richtiger Handel erweisen.
GBP/USD
Auf dem 4-Stunden-Chart hat sich ein zinsbullisches Cross gebildet, was auf eine mögliche Aufwärtskorrektur hinweist. Der RSI auf den Charts scheint sich im überkauften Bereich zu bewegen, was diese Annahme bestätigt. Die Paarung zu verkaufen könnte für kurzfristige Händler die richtige Vorgehensweise sein. Jedoch zeigen die Bollinger Bands auf dem Tages-Chart einen kräftigen Durchbruch des unteren Grenzwerts, was auf eine mögliche Aufwärtsbewegung schließen lässt. Der RSI auf dem Tages-Chart zeigt den Kurs dieser Paarung im überverkauften Bereich. Händler die sich ein stärkeres Pfund Sterling vorstellen dürften sich für eine langfristigere Strategie entscheiden.
USD/JPY
Nachdem sie um dem 99,00 Widerstandslevel gehandelt hat, erfährt diese Paarung jetzt etwas Abwärtsdruck. Der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart zeigt ein rückläufiges Cross. Der RSI auf dem Chart zeigt den Kurs dieser Paarung im überkauften Bereich, was das Potential für eine Abwärtskorrektur anzeigt. Zu verkaufen könnte für heute die richtige Strategie sein.
USD/CHF
Diese Paarung zeigt starke kurzzeitige zinsbullische Signale. Der Slow Stochastic des Stunden-Chart zeigt ein zinsbullisches Cross, und der RSI zeigt, dass sich die Paarung im überverkauften Bereich bewegt. Alle anderen Oszillatoren bewegen sich jedoch im neutralen Bereich, was bei dieser Paarung auf weniger Volatilität als erwartet schließen lässt. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute die richtige Strategie sein.
Die Wild-Card
EUR/GBP
Auf dem 4-Stunden-Chart sehen wir, dass diese Paarung überverkauft sein könnte. Der RSI auf den Charts zeigt diese Paarung im überkauften Bereich, und es scheint als würde sich auf dem Slow Stochastic ein zinsbullisches Cross bilden, was auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hindeutet. Die Paarung hat auch einen kräftigen Durchbruch im oberen Grenzbereich der Bollinger Bands hinter sich. Hier dürfte sich Forex -Händlern heute eine gute Gelegenheit bieten zu verkaufen.
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